Südwestdeutsches Kammerorchester Pforzheim
5. Abonnementkonzert - Tiefes Licht
Manchmal kommt Musik zurück. Nicht zurück in die Konzertsäle, wo sie glänzt, applaudiert wird – sondern dorthin, wo sie geboren wurde: in das Schweigen der Landschaft, in das Licht, das mehr verschweigt als zeigt. Wenn Edvard Griegs Töne in die Fjorde heimkehren, in das vom Wind zerzauste Norwegen, erklingen sie nicht wie früher – sondern wie wahr.
Tiefes Licht. Der Titel dieses Abends ist kein Bild, sondern ein Bekenntnis. Denn das Licht des Nordens ist kein Außenphänomen. Es leuchtet nicht, es ahnt. Es ist nicht hell – sondern aufgewühlt. Was also geschieht, wenn sich Musik diesem Licht stellt? Ragnhild Hemsing spielt auf der Hardangerfiedel, diesem geheimnisvollen Zwitter aus Geige und Legende, und Griegs Peer Gynt beginnt nicht nur zu reisen, sondern zu erinnern. Man hört die Sehnsucht in Solveigs Lied, aber sie ist nicht süß, sondern wahr. Man hört den Troll, den Sturm, die Heimkehr – und spürt: das ist keine Programmmusik, das ist Heimatsuche. Doch der Abend belässt es nicht bei der Rückkehr. Er fragt weiter: Was bleibt, wenn alles Aufglänzende sich verflüchtigt?
Foto: Cathrine Dokken
