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Musik

Südwestdeutsches Kammerorchester Pforzheim

3. Abonnementkonzert - Als wir noch Bäume waren

Der Mensch und der Baum. Eine Verbindung aus einer Zeit, als Mensch und Tier noch eins waren – kein Wunder also, dass der Wald zum mystischen Ur-Ort wurde. Doch das Unheimliche kippte ins Sehnsüchtige. Als die Städte sich mit Ruß und Rauch füllten und das Leben in Paragrafen zerfiel, begann die Natur leise zurückzurufen.

Als wir noch Bäume waren. Dieses Konzert ruft nach jenem Zustand, in dem das Menschliche noch nicht so deutlich vom Pflanzlichen geschieden war. Eichendorff hat ihn geahnt, Dvořák hat ihn vertont, Sollima bringt ihn zum Sprechen.

Es beginnt bei Moondog, dem seltsamen Mönch von Manhattan, der in der Großstadt stand wie eine Eiche am Straßenrand, unbewegt, seltsam, prophetisch. Es führt zu Dvořáks Waldesruhe, jenem musikalischen Spaziergang, der nichts beweisen will – außer vielleicht: dass auch Stille eine Melodie hat. Und es verzweigt sich – über Sollimas zellulare Stammbaumgeschichten, über C.P.E. Bachs barocke Melancholie, bis hin zu Aaron Coplands Appalachian Spring, in dem ausgerechnet Amerika plötzlich nach Arkadien klingt.

Foto: Julia Wesely