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Ausstellung

ACTIVE VOCABULARY

Ausstellung von Yulia Lokshina

Indoktrination beginnt, wenn die Freiheit der Gedanken durch Angst eingeschränkt wird und Sprache bereits in der Schule als Waffe instrumentalisiert wird. Im Zeitalter der Digitalisierung ist die Unterdrückung des freien Denkens kein isoliertes Phänomen in einzelnen Staaten, sondern von globaler Bedeutung.

Auf Basis des gleichnamigen Films von Yulia Lokshina befasst sich die Ausstellung „Active Vocabulary“ mit zentralen Themen eines zukunftsorientierten demokratischen Rechtsstaates: Bildung, freie Meinungsäußerung und demokratische Partizipation. Der vielfach prämierte Dokumentarfilm setzt sich mit der Umsetzung von Kriegsrhetorik im pädagogischen System russischer Schulen und darüber hinaus mit der ideologischen Regulierung und Politisierung von Schulräumen in einem breiteren Kontext auseinander. Über die assoziative Verbindung zwischen drei Schulen – einer in Ostrussland, aus der eine Lehrerin nach einem Lauschangriff ihrer Schülerinnen fliehen muss; einem Schulneubau inmitten eines geschützten Waldgebiets bei Moskau; und einer Schule in Berlin – befragt die Filmemacherin Yulia Lokshina die politischen Bedingungen dieser Orte, der Bildungssysteme und der Schulpädagogik.

Als denkmalgeschützter Treppenturm eines ehemaligen Schulgebäudes ermöglicht der A.K.T; eine räumliche Manifestation des Films in der die komplexen Beziehungen zwischen pädagogischen Räumen, ideologischen Staatsapparaten und Formen des Widerstandes innerhalb eines immersiven und partizipativen Ausstellungsformats untersucht werden können. So können Besucherinnen die Kernthemen von „Active Vocabulary“ selbst erkunden, individuelle Wege und Interpretationen entwickeln und sich so aktiv mit der Komplexität ideologischer Landschaften und umkämpfter Räume auseinandersetzen.