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Untersuchungsergebnisse zur Hohen Warte bestätigen gravierende Schäden

Zukunft der Hohen Warte muss neu gedacht werden

Die Untersuchungsergebnisse der abmontierten Holzbauteile des Aussichtsturms Hohe Warte liegen nun vor – und sie zeichnen ein klares Bild: Die tragende Holzkonstruktion war in weiten Teilen so stark geschädigt, dass die Standsicherheit des Turms nicht mehr ausreichend gewährleistet war. „Der im Dezember 2025 vollzogene Teilrückbau war damit fachlich richtig und aus Sicherheitsgründen zwingend erforderlich“, so Baubürgermeister Tobias Volle. Dieser stellte die Ergebnisse heute im Rahmen eines Vor-Ort-Termins an der Hohen Warte interessierten Mitgliedern des Gemeinderats und des Ortschaftsrats Hohenwart sowie Vertreterinnen und Vertretern der Presse vor. Gemeinsam mit den beteiligten Fachleuten erläuterte er die zentralen Erkenntnisse und die daraus gezogenen Schlussfolgerungen. Dazu gehört auch, dass eine Sanierung und damit ein Erhalt des Turms nach den jetzt vorliegenden Ergebnissen nicht realisierbar sein wird.

Im Zuge des Teilrückbaus wurden das Dach, die Aussichtsplattform sowie drei jeweils rund sechs Meter lange Hauptsegmente des mittleren Schafts abgebaut und zu Boden gebracht. Das unterste dieser Segmente wurde zur Beurteilung vollständig zerlegt. Die dabei untersuchten Anschlüsse von Streben, Riegeln und Diagonalen zeigten insbesondere an den Riegeln erhebliche Schäden. Es bestätigte sich, dass Feuchtigkeit über Jahre hinweg in die Konstruktion eingedrungen ist und nicht ausreichend abtrocknen konnte. Infolgedessen kam es zu Fäulnis im Holz. Gleichzeitig konnte die Verzinkung der eingesetzten Stahlbauteile unter diesen Bedingungen keinen ausreichenden Schutz mehr gewährleisten, sodass Rostbildung festgestellt wurde. 

Dunkle Verfärbungen und Nässe im Inneren belegen eine fortgeschrittene Fäulnis. Besonders kritisch war, dass das Holz im Bereich der Bolzenlöcher teilweise nicht mehr über die erforderliche Festigkeit verfügte. Das zum Teil morsch gewordene Holz konnte die Bolzen an den Anschlüssen nicht mehr ausreichend stützen, was zu Verformungen der Verbindungsmittel führte. An verschiedenen Anschlussstellen kam es zudem durch höhere Belastungen – etwa infolge von Wind – zu Rissbildungen an den Holzteilen. 

„Die Schäden waren nicht punktuell, sondern systematisch“, so die Expertenmeinung. „Der konstruktive Holzschutz hat an entscheidenden Stellen versagt. Tragende Verbindungen waren teilweise nicht mehr ausreichend belastbar. Unter extremen Windlasten hätte es zu erheblichen Verformungen und im schlimmsten Fall zu einem Versagen des Tragwerks kommen können.“ Ein Weiterbetrieb – selbst mit Einschränkungen – wäre nicht verantwortbar gewesen. „Die Sicherheit der Menschen hat immer oberste Priorität“, betont Bürgermeister Volle.

Der Blick richtet sich nun nach vorn, wobei die vorliegenden Ergebnisse eine belastbare Grundlage für die anstehenden Entscheidungen zur Zukunft des Standorts bilden. „Leider bestätigt sich, was sich bereits auf Grundlage der vorhergehenden Erkenntnisse abgezeichnet hatte: Angesichts der starken Schädigungen der Holzkonstruktion ist eine Sanierung bzw. ein Erhalt des Turms nicht mehr realisierbar“, so der Bürgermeister. Weiter führt er aus: „Wir stehen an einem Punkt, an dem wir neu denken müssen.“ Gemeinsam mit den politischen Gremien und im Dialog mit der Bürgerschaft müsse diskutiert werden, wie es weiter gehen soll. Für einen möglichen Wiederaufbau des Aussichtsturms Hohe Warte bedürfe es eines intensiven politischen Willensbildungsprozesses und einer Bürgerbeteiligung. Der Ortschaftsrat Hohenwart hatte sich bereits offen für einen möglichen Neubau gezeigt. 

„Allerdings kann die Finanzierung eines solchen Vorhabens als durchaus anspruchsvoll bezeichnet werden“, hebt Volle hervor. Angesichts einer Investitionssumme in Millionenhöhe, die der Neubau eines Aussichtsturms erfordern würde, hatte der Baubürgermeister eine mögliche Förderung durch das Land Baden-Württemberg als „sehr positiv“ und hilfreich für den weiteren Willensbildungsprozess bezeichnet. „In diesem Zusammenhang könnte auch ein Förderverein, der sich aus der Bürgerschaft heraus bildet und sich um die Generierung von Spendenmitteln bemüht, ein starkes Signal sein“, so der Bürgermeister. Letztlich müsse aber weiterhin über eine alternative Nutzung des Standorts – etwa als besonderer Aufenthalts- oder Freizeitort – diskutiert werden.

Hintergrund

Ausgangspunkt der jetzt durchgeführten Maßnahmen war ein statisches Gutachten aus dem Sommer 2025, das erhebliche Mängel an der Holzkonstruktion aufgezeigt hatte. In der Folge wurde der Turm gesperrt, ein Rückbaukonzept erarbeitet und der Aussichtsturm im Dezember 2025 bis auf eine sichere Höhe von rund 16 Metern zurückgebaut. Die dabei gewonnenen Holzbauteile bildeten die Grundlage für die nun abgeschlossenen Detailuntersuchungen.

Die Stadt Pforzheim wird die kommenden Beratungen transparent begleiten und die Öffentlichkeit weiterhin umfassend informieren. „Die Hohe Warte ist ein bedeutender Ort für Hohenwart und für viele Menschen in Pforzheim“, sagte Volle abschließend. „Umso wichtiger ist es, die nächsten Schritte mit Sorgfalt, Offenheit und Weitblick zu gehen.“