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„sEInSinsel“ geht ins fünfte Jahr

Kunst im öffentlichen Raum

Fünf Personen sitzen auf einer Holzkonstruktion, eine Person liegt in einer Hängematte.
(v.l.) Harald Spies und Eckhard Girnth von der Quartierinitiative, Jessica Kumm Börsig und Angelika Drescher vom Kulturamt, Kulturbürgermeister Tobias Volle und der Künstler Harald Kröner auf der „sEInSinsel“.
© Stadt PforzheimFoto: Emma Teuscher

Ein Ort zum Innehalten, Beobachten und Begegnen: Mit der „sEInSinsel“ schafft der Pforzheimer Künstler Harald Kröner auch 2026 wieder einen außergewöhnlichen Kunst- und Aufenthaltsort zwischen Oberer Rodstraße und Lameystraße. Das 2022 entstandene Projekt geht damit bereits in sein fünftes Jahr. „Die ‚sEInSinsel‘ zeigt im Kleinen, welche Wirkung Kunst im öffentlichen Raum entfalten kann: Sie macht Orte sichtbar, lädt zur Begegnung ein und eröffnet neue Perspektiven auf die eigene Stadt“, fasst Kulturbürgermeister Tobias Volle das Projekt zusammen.

Die Installation wurde damals auf Einladung des Planungsamts im Zusammenhang mit der Einrichtung des Sanierungsgebiets in der Südweststadt entwickelt. Kröners Idee war von Beginn an, mit einfachen künstlerischen Mitteln einen Ort zu schaffen, der den Blick auf das unmittelbare städtische Umfeld verändert und zugleich zum Verweilen einlädt. Entstanden ist dabei, wie der Name erahnen lässt, eine „Insel“, auf der Besucherinnen und Besucher „Sein“ und ein „Eis“ genießen können.

Erst im Laufe des Projekts zeigte sich, dass auch der Standort selbst eine besondere Geschichte hat: Die markanten Felsen gehören zu einer gärtnerischen Steinsetzung aus der Zeit des Jugendstils, der heutige Grünstreifen war einst Teil einer sorgfältig angelegten kleinen Parkanlage.

Von Anfang an entwickelte sich die „sEInSinsel“ dabei auch durch Begegnungen und neue Verbindungen weiter. So war der damalige Huchenfelder „Eismann“ Raffael Assfalg Teil des Projekts. Inzwischen betreibt er mit „Celeste“ eine Eisdiele an der Ecke Bleich-/Obere Rodstraße. Auch dadurch ist aus einem zuvor eher wenig beachteten Bereich ein lebendiger kleiner Stadtraum mit neuer Aufenthaltsqualität entstanden. Das freie Kunstprojekt wird heute vom Kulturamt begleitet und unterstützt. 

Kröner versteht die „sEInSinsel“ nicht als abgeschlossene Skulptur, sondern als fortlaufendes künstlerisches und soziales Experiment. Öffentlicher Raum lebt davon, dass unterschiedliche Menschen ihn nutzen, sich aneignen und Verantwortung übernehmen. Erfreulich ist deshalb auch, dass sich zunehmend Menschen aus der Nachbarschaft mit dem Ort verbunden fühlen und sich um ihn kümmern.

Kröner, der als Zeichner und Kurator in zahlreichen Ausstellungen vertreten ist, beschäftigt sich seit Langem mit Kunst außerhalb klassischer Ausstellungsräume. Arbeiten im Bereich Kunst am Bau und in Kirchen ebenso wie Projekte mit unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen prägen seine künstlerische Praxis. Im Mittelpunkt steht für ihn immer wieder die Frage, wie Kunst Zugänge schaffen, Kommunikation anregen und gesellschaftliche Begegnung ermöglichen kann. 

Auch künftig soll sich die „sEInSinsel“ Jahr für Jahr verändern. Kröner plant, jeweils etwa von März bis Oktober über den beiden kleinen Plattformen mit möglichst einfachen Mitteln eine neue, prägnante Architektur entstehen zu lassen – eine Art temporäre „Folly“, die Aufmerksamkeit auf diesen besonderen Ort lenkt, Aufenthaltsqualität schafft und die Menschen dort mit Kunst überrascht, wo sie diese vielleicht nicht erwarten.