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Schmuckmuseum erhält anlässlich des Stabwechsels in der Museumsleitung ein Meisterwerk von René Lalique

Eine Kette mit großen runden Perlen
René Lalique, Frankreich, 1906-1907 Schenkung der Werner Wild Stiftung anlässlich des Stabswechsels in der Museumsleitung des Schmuckmuseums Pforzheim 2025
© Schmuckmuseum PforzheimFoto: Wartski

Ab dem Internationalen Museumstag, Sonntag, 17. Mai 2026, wird im Schmuckmuseum ein herausragender Halsschmuck des frühen 20. Jahrhunderts zu sehen sein: ein einzigartiges Sautoir des französischen Juweliers René Lalique. Es ist eine Schenkung der Werner Wild Stiftung. Der Ankauf erfolgte aus Anlass des Stabswechsels im Schmuckmuseum im vorigen Jahr, in dem Cornelie Holzach nach zwanzig Jahren als Museumsleiterin in den Ruhestand ging. “Wir sind der Stiftung zutiefst dankbar für dieses außergewöhnliche Geschenk, das eine ganz besondere Bereicherung für unsere Sammlung ist”, würdigt ihre Nachfolgerin Friederike Zobel die Zuwendung. “Es ist eine große Freude, dieses wunderbare Stück nun bald in der modernen Sammlung präsentieren zu können.”

Das um 1906–1907 in Paris entstandene Sautoir beeindruckt durch seine Gestaltung und Materialkombination. Die 1,64 Meter lange Kette besteht aus spiralförmig gewundenen, grün emaillierten Gliedern, die sich mit leuchtenden Peridoten in goldenen Fassungen und geschnitzten Lackperlen abwechseln. Die wie beiläufig mit feinen Perlmuttkörnchen besetzten Lackperlen stellen Ojime dar - kleine, funktionale Elemente, die zur Sicherung von Sagemono-Behältern am Gürtel (Obi) eines Kimonos dienen. Sie sind die deutlichste Hommage an die japanische Kultur, die in den Werken René Laliques zu finden ist, betont Katherine Purcell von Wartski. Bei diesem renommierten Londoner Traditionshaus hatte Cornelie Holzach das Schmuckstück ausfindig gemacht und im Benehmen mit dem Vorstand der Werner Wild Stiftung ausgesucht. Zur Entstehungszeit des Sautoirs war die aufwendige Lackkunst in Frankreich noch weitgehend unbekannt und gelangte erst durch den Austausch mit japanischen Künstlern und Kunsthandwerken nach Europa. Das Sautoir gilt damit als eindrucksvolles Beispiel für die Verbindung von ostasiatischer Handwerkskunst und französischem Art Nouveau. Während Zeitgenossen wie Lucien Gaillard japanische Lackarbeiten zunächst in eigenständigen Objekten präsentierten, integrierte Lalique sie innovativ in ein Schmuckstück – und erreichte neben dieser wegweisenden gestalterischen Synthese zugleich eine bis dahin beispiellose Annäherung von Ost und West.