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Personelle Veränderungen im MVZ – Stadt prüft Neuaufstellung

Gespräche werden aktuell geführt

 

© Stadt PforzheimFoto: Ljiljana Berakovic

Das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) der Stadt Pforzheim steht vor grundlegenden Veränderungen: Die beiden derzeit dort beschäftigten Kinder- und Jugendmediziner werden ihre Tätigkeit in der Praxis bis Ende Juni beenden. Damit steht das MVZ ab Juli vor einer Situation, in der nach aktuellem Stand zunächst noch keine weitere ärztliche Betreuung gewährleistet ist. Die jeweiligen Patientinnen und Patienten des MVZ wurden und werden aktuell – so weit wie möglich – durch die Praxis informiert. Die Stadt Pforzheim arbeitet mit hoher Intensität daran, neue ärztliche Kräfte zu gewinnen. Entsprechende Gespräche werden derzeit geführt. Parallel dazu wird auch die Option geprüft, eine tragfähige Nachfolgelösung für den Praxisstandort zu entwickeln. Das oberste Ziel bleibt nach wie vor, die ärztliche Versorgung in Pforzheim zu stabilisieren.

„Die aktuelle Entwicklung stellt uns zweifellos vor große Herausforderungen“, betont Oberbürgermeister Peter Boch. „Gleichzeitig war uns von Beginn an bewusst, dass wir mit der Gründung eines kommunalen MVZ Neuland betreten und einen Weg wählen, der Chancen eröffnet, aber auch mit Risiken verbunden ist.“ Die jetzige Situation müsse daher genutzt werden, um die unter den gegebenen Umständen bestmögliche Lösung zu finden. Daran arbeite die Stadt unter Hochdruck.

Das MVZ war Anfang 2025 als ein Baustein gestartet, um die angespannte Versorgungslage insbesondere im kinderärztlichen Bereich zu stabilisieren. Die Möglichkeit einer Anstellung im Angestelltenverhältnis, flexible Arbeitszeitmodelle sowie die Entlastung von administrativen Aufgaben sollten gezielt dazu beitragen, Ärztinnen und Ärzte für eine Tätigkeit in Pforzheim zu gewinnen. „Diese Grundidee bleibt weiterhin richtig“, sagt Sozialbürgermeister Frank Fillbrunn weiter. „Uns war auch klar, dass im ersten Jahr Investitionen in Infrastruktur, Organisation und Personal im Vordergrund stehen würden und wir Zeit für den Aufbau stabiler Strukturen brauchen.“ Dennoch seien die bisherigen Erwartungen an das MVZ noch nicht erfüllt worden. Dazu führt der Bürgermeister weiter aus: „Mit dem von uns gewählten Modell und den beiden bei der GmbH angestellten Ärzten konnten die notwendigen Patientenzahlen noch nicht in dem Maße erreicht werden, wie es perspektivisch erforderlich wäre.“ Ein weiterer Faktor komme hinzu: Die Problemlagen, die für die Gründung des kommunalen MVZ ausschlaggebend waren, hätten letztlich auch dessen Betrieb erschwert – der Fachkräftemangel bei Ärzten und die schwierigen Rahmenbedingungen im Gesundheitswesen. „Es ist daher jetzt der richtige Zeitpunkt, das weitere Vorgehen sorgfältig zu prüfen“, so der Sozialbürgermeister.

Vor diesem Hintergrund verfolgt die Stadt aktuell mehrere Handlungsoptionen parallel. Neben der intensiven Suche nach neuen Ärztinnen und Ärzten wird auch geprüft, ob und in welcher Form eine strukturelle Neuaufstellung sinnvoll ist. Sozialbürgermeister Fillbrunn unterstreicht: „Unser oberstes Ziel bleibt eine verlässliche medizinische Versorgung für Kinder und Jugendliche in Pforzheim. Dafür führen wir derzeit Gespräche mit verschiedenen regionalen Akteuren im Gesundheitswesen.“