Im Rahmen des Internationalen Museumstags am Sonntag, 17. Mai, findet um 15 Uhr im Schmuckmuseum eine »World Performance« der in Berlin lebenden österreichischen Künstlerin Uli Aigner statt – zu ihrem internationalen Projekt ONE MILLION.
Darüber hinaus wird eine Installation ihrer Arbeiten während der Dauer der drei Ausstellungen zu “Silver Lining” im Schmuckmuseum Pforzheim gezeigt. Sie ist eigens für die Räumlichkeiten vor Ort konzipiert und ergänzt die Exponate der 21. Silbertriennale International kongenial.
ONE MILLION ist ein auf Generationen angelegtes Kunstprojekt, das die Herstellung von insgesamt einer Million handgefertigter und personalisierter Porzellangefäße umfasst. Jedes einzelne Gefäß wird von Uli Aigner selbst auf der Töpferscheibe gedreht, nummeriert, signiert und anschließend an eine Person, eine Institution oder eine Organisation, an einen bestimmten Ort auf der Welt vergeben. Die Gefäße sind dabei nicht nur Objekte, sondern Träger von Geschichten: Ihre jeweiligen Standorte werden dokumentiert, wodurch ein wachsendes globales Netzwerk entsteht, das Kunst, Alltag und menschliche Verbindungen quer durch alle Milieus miteinander verknüpft.
Dabei verbindet Uli Aigner die älteste Handwerkstechnik mit den neuesten Möglichkeiten der Digitalisierung und denkt die Zusammenarbeit mit künstlicher Intelligenz bereits mit: Perspektivisch werden in Zukunft virtuelle Hände die Arbeit fortführen und das Projekt über die Lebenszeit der Künstlerin hinaus weitertragen.
Mit diesem Ansatz verfolgt Aigner ein ebenso poetisches wie konzeptuelles Ziel. Es geht um Fragen von Zugehörigkeit, Wert, Globalisierung und individueller Existenz innerhalb eines größeren Ganzen. Das Gefäß – ein alltäglicher Gegenstand – wird so zum Symbol für Austausch, Präsenz und Erinnerung. Zur Idee ihres Projekts sagt die Künstlerin: “Mir ist wichtig, dass Orte und Menschen hierarchielos überall auf der Welt einbezogen werden – dass jedes einzelne Gefäß Teil einer globalen Ordnung wird, die Verbindungen sichtbar macht, die sonst oft unsichtbar bleiben.” Porzellan ist ein Speichermedium, ein politisches Material.
Mit der Präsentation von ONE MILLION eröffnet das Schmuckmuseum nicht nur einen Blick auf ein außergewöhnliches Werk zeitgenössischer Kunst, sondern auch auf die verbindende Kraft kreativer Praxis über kulturelle und geografische Grenzen hinweg.
