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Nagelkreuz von Coventry im Neuen Rathaus

Symbol für Frieden und Versöhnung wurde an die Stadt Pforzheim übergeben

Zwei Männer im Anzug halten ein Kreuz in den Händen. Im Hintergrund ist eine Vitrine zu sehen.
Stephen Lakkis, Pfarrer an der Christuskirche Pforzheim und Friedensbeauftragter der Evangelischen Landeskirche in Baden (rechts) überreicht Oberbürgermeister Peter Boch das Nagelkreuz von Coventry.
© Stadt PforzheimFoto: Emma Teuscher

Stephen Lakkis, Pfarrer an der Christuskirche Pforzheim und Friedensbeauftragter der Evangelischen Landeskirche in Baden, hat das Nagelkreuz von Coventry an Oberbürgermeister Peter Boch überreicht. Bis zum 23. Februar steht es in einer Vitrine im Eingangsbereich des Neuen Rathauses und kann von interessierten Bürgerinnen und Bürgern besichtigt werden. „Frieden ist keine Selbstverständlichkeit – er muss immer wieder neu errungen, geschützt und mit Leben gefüllt werden. Das Wandernagelkreuz erinnert uns daran, dass jeder Einzelne Verantwortung trägt“, so Oberbürgermeister Peter Boch. Abschließend bedankte er sich bei den Vertreterinnen und Vertretern der Nagelkreuzzentren Pforzheim für „ihr großes Engagement und ihren unermüdlichen Einsatz für Erinnerung, Versöhnung und Frieden“.

Das Wandernagelkreuz

Das Wandernagelkreuz wechselt jährlich seinen Standort, um den Versöhnungsgedanken an unterschiedliche Orte und in Institutionen zu tragen. Traditionell wird es etwa zwei Wochen vor dem 23. Februar im Neuen Rathaus ausgestellt. 2025 verweilte es in der Christuskirche in Brötzingen und wird ein weiteres Jahr dort verbleiben.

Entstehung des Nagelkreuzes von Coventry

Nach der Zerstörung der Kathedrale von Coventry (England) am 14. November 1940 durch deutsche Bombenangriffe ließ der damalige Dompropst Richard Howard die Worte „FATHER FORGIVE“ (Vater vergib) in die Chorwand der Ruine einmeißeln. Außerdem ließ er drei große Zimmermannsnägel aus dem Dachstuhl der zerstörten Kathedrale zu einem Kreuz zusammensetzen. Dieses Original-Nagelkreuz steht auf dem Altar der neuen Kathedrale von Coventry - als Symbol der Vergebung und des Neuanfangs.

Nagelkreuzzentren

Ausgehend von dem Angriff der deutschen Luftwaffe die Stadt Coventry entstand ein weltweites Netz von Nagelkreuzzentren, deren Anliegen es ist, sich für Frieden und Versöhnung einzusetzen. In Pforzheim gibt es zwei Nagelkreuzzentren und drei Nagelkreuze. Im Jahr 1992 wurde der damaligen Ev. Kirchengemeinde in Huchenfeld für die Aufarbeitung der dortigen Geschehnisse im März 1945 ein Nagelkreuz verliehen. Das Pforzheimer Nagelkreuz wurde am 23. Februar 2005, dem 60. Jahrestag der Zerstörung Pforzheims, durch den früheren Propst von Coventry, Very Reverend John Petty, an die Evangelische Stadtkirche Pforzheim übergeben. Am 21. Februar 2010 erhielt das Nagelkreuzzentrum Pforzheim ein zusätzliches Wandernagelkreuz. Es wird in der Regel an Kirchengemeinden und kirchliche Institutionen vorwiegend in Pforzheim und im Umland, aber auch darüber hinaus für ein bis zwei Jahre weitergegeben. Es wird in Andachten, Gottesdiensten, im Religionsunterricht und darüber hinaus verwendet, soll und kann aber auch Aufhänger für Gespräche und Diskussionen sein.