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Landrat und OB nehmen Neujahrsgaben des Handwerks entgegen - Bedürftige Menschen im Pforzheimer Wichernhaus dürfen sich über nahrhafte Spenden freuen

© Landratsamt EnzkreisFoto: Sabine Burkard

(stp/enz) Wenn sich mehrere Vertreter des Handwerks und zwei Kommunalpolitiker treffen – dann freut sich eine soziale Einrichtung. So jedenfalls war es Anfang der Woche bei einem Termin im Landratsamt, als Landrat Bastian Rosenau und Pforzheims Oberbürgermeister Peter Boch aus den Händen von Ralf Jäkle, Vorstandsmitglied der Bäckerinnung Nordschwarzwald, und Armin Dobler, dem stellvertretenden Obermeister der Fleischerinnung Pforzheim-Enzkreis, die Neujahrsgaben entgegennahmen – und zwar in Form einer wunderschönen, riesengroßen Neujahrsbrezel aus süßem Hefeteig und eines mit Wurst- und Fleischwaren üppig gefüllten Korbes. „Die Brezel ist ja ein schönes Sinnbild“, waren sich die beiden Verwaltungschefs einig. „Denn so eng verflochten die einzelnen Stränge und so tragfähig in der Gesamtheit, so vertrauensvoll und stabil arbeiten auch wir als Kommunen mit dem hiesigen Handwerk zusammen.“ 

Dessen Stärke sei es laut Rosenau, gute Qualität zu liefern und nicht nur auf Masse und möglichst günstige Preise zu setzen: „Wichtig ist auch, dass die Wertschöpfung in der Region bleibt. Nur dann können sich die lokalen Betriebe langfristig auf dem zunehmend umkämpften Markt behaupten. Und das kommt letztendlich ja wiederum den Städten und Gemeinden zugute.“ 

Ralf Jäckle von der gleichnamigen Bäckerei in Friolzheim pflichtete dem Kreischef bei: „Wir müssen nicht nur tolle Qualität liefern, wir müssen auch flexibel bleiben, uns spezialisieren und Nischen suchen, wenn wir dem Konkurrenzdruck etwa durch große Ketten standhalten wollen.“ Ähnlich sieht es Armin Dobler von der Metzgerei Dobler in Knittlingen, der 90 Prozent seiner Wurstwaren selbst produziert und dabei aus folgendem Grund auf regionale Zutaten setzt: „Der Erhalt unserer wertvollen Kulturlandschaft – seien es landwirtschaftliche Flächen, Weinberge oder Streuobstwiesen – liegt meines Erachtens in der Verantwortung von uns allen. Jeder kann auf seine Weise einen Beitrag leisten, jeder in seiner Nische ist wichtig.“ 

Nach dessen engagiertem Vortrag dankte Oberbürgermeister Peter Boch ihm und den anderen anwesenden Handwerkern stellvertretend für die ganze Zunft für die engagierte tägliche Arbeit – und das allen Widrigkeiten und Herausforderungen wie beispielsweise dem Fachkräftemangel zum Trotz. Auch Ehrenkreishandwerksmeister Rolf Nagel nutzte die Gelegenheit zum Dank – allerdings waren die Adressaten der Enzkreis und die Stadt Pforzheim, und zwar für die seit nahezu 30 Jahren ausgesprochene Einladung zur Überreichung der Neujahrsgaben und damit die Gelegenheit, die Bedeutung des Handwerks immer wieder bewusst und sichtbar zu machen. 

Die Neujahrsgaben gehen übrigens auch in diesem Jahr wieder an bedürftige Menschen im Pforzheimer Wichernhaus. Dessen Mitarbeiter Martin Lauber nahm die Brezel und den Korb mit einem Schmunzeln entgegen: „Wir bekommen über das Jahr hinweg ja viele Spenden. Aber die hier ist besonders begehrt. Nach nur einem Tag ist meistens schon alles unter die Leute gebracht.“