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Erinnern an Adolf Rosenberger

Gedenkveranstaltung im Stadtarchiv

Referent Professor Joachim Scholtyseck (Mitte) mit Oberbürgermeister Peter Boch und Archivleiterin Klara Deecke mit Pokalen, die Rosenberger als Rennfahrer gewonnen hatte
© Stadt PforzheimFoto: Binz-Rudek

Anlässlich des Tages des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus lud die Stadt Pforzheim am Montagabend, 26. Januar 2026, zu einer Gedenkveranstaltung ins Stadtarchiv ein. Über hundert Gäste, darunter auch Nachfahren Rosenbergers, nahmen vor Ort und digital teil.

Oberbürgermeister Boch eröffnete den Abend mit einer Ansprache, in der er an die Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau am 27. Januar 1945 erinnerte und das Gedenken an alle Opfer nationalsozialistischer Verfolgung in den Mittelpunkt stellte. Er betonte die bleibende historische Verantwortung, Antisemitismus, Rassismus und Menschenverachtung entschieden entgegenzutreten.

Im Fokus der diesjährigen Veranstaltung stand das Leben von Alan Arthur Robert, geboren in Pforzheim als Adolf Rosenberger. Anhand seiner Biografie wurde deutlich, wie selbst erfolgreiche und anerkannte Persönlichkeiten durch die nationalsozialistische Verfolgung entrechtet, enteignet und aus der Gesellschaft gedrängt wurden. Rosenberger, Rennfahrer und Mitbegründer des Unternehmens Porsche, steht stellvertretend für viele jüdische Bürgerinnen und Bürger Pforzheims, deren Existenzen zerstört wurden.

Den zentralen Programmpunkt bildete der Vortrag des Bonner Historikers Prof. Dr. Joachim Scholtyseck, der auf Grundlage seines 2025 erschienenen Buches neue Forschungsergebnisse zu Rosenberger vorstellte. Dabei ging er auch auf die Verantwortung von Unternehmen im Nationalsozialismus und auf heutige Formen historischer Aufarbeitung ein. Ergänzend waren im Stadtarchiv Pokale aus Rosenbergers Zeit als Rennfahrer zu sehen, die vom Stadtmuseum zur Verfügung gestellt wurden.