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Ein starkes Signal für die Gleichberechtigung

Große Resonanz beim Empfang zum Weltfrauentag im Reuchlinhaus

© Stadt PforzheimFoto: Christina Zimmermann

Am 11. März versammelten sich rund 190 Gäste im Reuchlinhaus, um den Weltfrauentag zu feiern und die Bedeutung der Gleichberechtigung in Pforzheim zu unterstreichen. Die Veranstaltung „Wer hört wen? – Über Repräsentanz, Erfolg und Gleichberechtigung in der Musikwelt“ verband musikalischen Genuss mit fundierter Gesellschaftskritik.

Erster Bürgermeister Dirk Büscher betonte in seiner Begrüßung die anhaltende Bedeutung des Weltfrauentags und stellte klar, dass auf dem Weg zur echten Gleichberechtigung noch erhebliche Anstrengungen nötig sind. Lea Niewerth ergänzte die zentrale Botschaft des Abends: Sichtbarkeit sei die Grundvoraussetzung für Anerkennung und Erfolg. Je selbstverständlicher weibliche Perspektiven Teil des kulturellen Lebens werden, desto eher wandeln sich auch die dahinterliegenden Strukturen.

Das große Interesse erstreckte sich über alle Ebenen der Stadt und darüber hinaus. Bürgermeister Büscher und Gleichstellungsbeauftragte Niewerth begrüßten Abgeordnete des Bundestags und Landtags, Mitglieder des Pforzheimer Gemeinderats sowie zahlreiche Akteurinnen aus dem Gleichstellungsnetzwerk und interessierte Bürgerinnen und Bürger. Die Frage nach Gerechtigkeit, ob in der Musikwelt oder im gesellschaftlichen Leben, ist längst kein Randthema mehr, sondern steht im Zentrum des öffentlichen Diskurses.

Im Mittelpunkt des Abends standen die oft unsichtbaren Barrieren in der Musikbranche. Frauen sind zwar auf den Bühnen präsent, bleiben aber in Führungspositionen, am Dirigierpult oder bei der Vergabe von Fördergeldern unterrepräsentiert. Ein Gender-Pay-Gap von über 25 % verdeutlicht die wirtschaftliche Dimension dieser Ungleichheit. Die Diskussionen zeigten: Musik spiegelt soziale Strukturen wider, in denen historisch gewachsene Ausschlüsse oft unbewusst fortbestehen. 

Wie eine Korrektur des männlich geprägten Kanons klingen kann, demonstrierte das Südwestdeutsche Kammerorchester Pforzheim unter der Leitung von Anna Becker. Das von Cheryl Swoboda kuratierte Programm „Salate, Szenen und Sinfonien“ stellte ausschließlich Werke von Komponistinnen wie Dobrinka Tabakova, Nokuthula Ngwenyama und Louise Farrenc vor. Damit rückten beeindruckende Musikerinnen ins Rampenlicht, die im klassischen Repertoire oft zu Unrecht fehlen.

Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Pforzheim zeigte sich sehr zufrieden über das große Interesse an der Veranstaltung: „Dass so viele Menschen zusammengekommen sind, um gemeinsam ein Zeichen zu setzen, sendet ein wichtiges Signal aus, das weit über den 8. März hinaus Bestand haben muss: Gleichberechtigung ist kein Thema für einen einzelnen Abend, sondern eine dauerhafte Aufgabe, die unser Handeln das ganze Jahr über leiten muss.“