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Die Stadt Pforzheim erinnert an Werner Wild

Kranzniederlegung anlässlich des 100. Geburtstags des Ehrenbürgers

Gruppenfoto bei einer Kranzniederlegung auf einem Friedhof: Fünf Personen stehen gemeinsam vor einem begrünten Hintergrund mit Blumen und einem Gedenkstein. Oberbürgermeister Peter Boch steht rechts mit einem dunklen Anzug. Neben ihm befinden sich die Witwe von Werner Wild, Erika Wild, und weitere Männer in Anzügen. Die Gruppe blickt in die Kamera. Im Hintergrund sind Blumenarrangements und gepflegte Hecken zu sehen.
Bei der Kranzniederlegung anwesend: Carsten von Zepelin, Wolfgang Bürger, Bürgermeister der Stadt Lichtenau Christian Greilach, Hans-Heiner Bouley, Erika Wild und Oberbürgermeister Peter Boch
© Stadt PforzheimFoto: Ella Martin

Am Donnerstag, 21. Mai, erinnerte die Stadt Pforzheim mit einer Kranzniederlegung auf dem Hauptfriedhof an den 100. Geburtstag des verstorbenen Ehrenbürgers Werner Wild. Gemeinsam mit dem Bürgermeister der Stadt Lichtenau, Christian Greilach, sowie Vertreterinnen und Vertretern der Werner-Wild-Stiftung sowie der Witwe Erika Wild gedachte Oberbürgermeister Peter Boch des Unternehmers, Kulturförderers und Ehrenbürgers.

Am Grab Werner Wilds würdigte Oberbürgermeister Peter Boch dessen außergewöhnliches Engagement für Pforzheim und die Region. „Wir haben uns heute hier versammelt, um an einen außergewöhnlichen Menschen zu erinnern. Einen Menschen, der unsere Stadt geprägt hat. Einen Menschen, der Verantwortung übernommen hat – als Unternehmer, als Förderer von Kunst und Kultur und als Ehrenbürger unserer Stadt: Werner Wild“, betonte Boch. In seiner kurzen Ansprache erinnerte der Oberbürgermeister daran, dass Wild wirtschaftlichen Erfolg stets mit gesellschaftlicher Verpflichtung verbunden habe. Als langjähriger Geschäftsführer und Inhaber der Otto Wild KG habe er das Familienunternehmen erfolgreich weiterentwickelt und gleichzeitig zahlreiche kulturelle Projekte unterstützt. Viele heute prägende Kunstwerke und kulturelle Einrichtungen in Pforzheim seien ohne sein Engagement nicht denkbar. Besonders hob Boch die 1999 gegründete Werner-Wild-Stiftung hervor. Mit ihr habe Wild sein kulturelles Engagement dauerhaft verankert und ein Zeichen gesetzt, das weit über seine eigene Lebenszeit hinausreiche. „Kultur war für Werner Wild kein Luxus, sondern Teil einer lebendigen Stadtgesellschaft“, so Boch.

Auch Lichtenaus Bürgermeister Christian Greilach erinnerte an die enge Verbundenheit Werner Wilds mit beiden Städten und würdigte dessen unternehmerisches und gesellschaftliches Wirken. Carsten von Zepelin von der Werner-Wild-Stiftung hob insbesondere die nachhaltige Wirkung der Stiftung hervor, die bis heute zahlreiche kulturelle Projekte ermöglicht.

Werner Wild

Werner Wild wurde 1926 in Pforzheim geboren und legte sein Abitur an der Friedrich-Oberschule ab. Daraufhin folgte der Militär- und Kriegsdienst. Das Studium an der Technischen Hochschule Stuttgart schloss er als Diplom-Ingenieur ab. Von 1992 war die Firma, die Wilds Vater Otto Wild in den 20-er Jahren in der Nordstadt für die Herstellung von Etuis und Verpackungen gegründet hatte, in der Salierstraße 2 untergebracht. Neben dem Standort Pforzheim kam noch der Standort Lichtenau dazu. Bis 1993 war Werner Wild Geschäftsführer und Inhaber der Fa. Otto Wild KG, Verpackungen für Schmuck, Uhren und Schreibgeräte mit zeitweise mehreren hundert Beschäftigten. Er war nicht nur Unternehmer, sondern auch Mäzen. Er verstand den Wert von Kultur für eine Stadtgesellschaft und unterstützte insbesondere Projekte in diesem Bereich. Für sein jahrzehntelanges Engagement erhielt er 2003 die Bürgermedaille der Stadt Pforzheim, 2016 den Ehrenring sowie 2018 das Ehrenbürgerrecht der Stadt. Am 30. September 2020 verstarb Wild im Alter von 94 Jahren. Sein Wirken bleibt bis heute sichtbar – in Kunst, Kultur und im gesellschaftlichen Leben der Stadt. Sichtbare Beispiele hierfür sind die Plastik „Victoire“ von Heinz Mack auf dem Areal des Reuchlinhauses oder die Reuchlin-Denkmäler von Matthias Dämpfle im Stadtgarten und von Ernst Rietschel im Schlosspark. Über Jahrzehnte hinweg unterstützte Wild darüber hinaus zahlreiche kulturelle Institutionen in der Stadt, darunter das Theater, das Kulturhaus Osterfeld und das Südwestdeutsche Kammerorchester.

Werner Wild Stiftung

Die 1999 gegründete Werner Wild Stiftung fördert kulturelle Aktivitäten in Pforzheim, im Enzkreis und in Lichtenau, wo sich ein Zweigwerk der Otto Wild KG befand. Dank der Stiftung konnten zahlreiche Erwerbungen ermöglicht werden. Darunter ist beispielsweise der Ankauf des wertvollen Papageienanhängers aus der Renaissance für das Schmuckmuseum zu nennen. Ebenso förderte die Stiftung mehrere Projekte im Rahmen des Jubiläumsfestivals „250 Jahre Goldstadt Pforzheim“.