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Ausstellung IN DER HEIMAT ZU GAST im A.K.T;

Die interdisziplinäre Ausstellung „IN DER HEIMAT ZU GAST“ eröffnet am 24. April 2026 und wird bis zum 5. Juli im A.K.T; zu sehen sein.

Frottagen Olympia Einkaufszentrum München, Cana Bilir-Meier (links) | Ohne Titel, Fotografie, Melike Helimergin (rechts).
© WSPFoto: Janusz Czech.
Living in Liminality, Installation, Firat Yildiz
© WSPFoto: Janusz Czech.

Die Themen Migration und Identität sind Teil aktueller gesellschaftspolitischer Debatten. Deutschland wurde als Einwanderungsland in den letzten 70 Jahren durch Menschen aus verschiedenen Kulturen geprägt. Ihre Kinder wuchsen hier auf und sind ein selbstverständlicher Teil der Gesellschaft. Dennoch wird ihre Identität und Zugehörigkeit immer wieder hinterfragt. Obwohl sie in Deutschland zu Hause sind, werden sie nicht zuletzt an ihrer Migrationsgeschichte gemessen, sie erleben Diskriminierung und gelten sowohl hier als auch in der Heimat ihrer Eltern als „anders“. Die interdisziplinäre Ausstellung „IN DER HEIMAT ZU GAST“ eröffnet am heutigen 24. April 2026 und wird bis zum 5. Juli im A.K.T; zu sehen sein. Sie zeigt Positionen von Kunstschaffenden, die Deutschland als ihre Heimat verstehen und ein partizipativer Teil der Gesellschaft sind. Als solche leisten sie Wesentliches für die Kulturlandschaft und somit für die demokratische Emanzipation. Sie vermitteln die Erkenntnis, dass migrantische Kultur ein wesentliches Gestaltungselement unserer Kulturgeschichte und Gesellschaft ist.

„Das Thema der Migration ist heute ein kontroverser Diskurs, der dazu genutzt wird, die sozialen Herausforderungen und strukturellen Versäumnisse der letzten Jahre zu überdecken. Angesichts ökologischer, sozialer und politischer Herausforderungen, Krisen und Kriegen, werden Themen wie Migration genutzt, um die postmigrantische Realität in Deutschland und Europa an sich in Frage zu stellen“ so Janusz Czech, künstlerischer Leiter des A.K.T; und Kurator der Ausstellung. „Die postmigrantische Realität ist durch eine Vielzahl von sozialen, kulturellen und politischen Dynamiken geprägt. Sie ist ebenfalls geprägt durch die Einwanderung unterschiedlicher Menschen mit diversifiziertem kulturellem Hintergrund. Sie stellt somit kein homogenes Bild dar, sondern ist ein Sammelbecken unterschiedlicher Identitäten. Diese Vielschichtigkeit ist die Realität unserer Gegenwart und bereichert unseren Alltag in vielen Bereichen. Migration fördert kulturelle Diversität und hybride Identitäen, während Multipluralität sowohl Chancen als auch Herausforderungen für die Gesellschaft mit sich bringt. Die Förderung von interkulturellem Austausch, sozialer Integration und Chancengleichheit ist entscheident, um die Potenziale einer pluralistischen Gesellschaft zu nutzen und gleichzeitig Spannungen abzubauen.“

Die Ausstellung nähert sich dem Themenkomplex der Migration und Identität aus verschiedenen Blickwinkeln und vereint Raum-, Video- und Audioinstallationen mit Performances, Fotografie, Gemälden und Zeichnung. Die ausgestellten Arbeiten zeigen soziologische, persönliche oder politische Schwerpunkte. Verbunden sind die Werke durch eine persönliche und individuelle Erfahrungswelt, die durch die Migrationsgeschichten der Künstlerinnen und Künstler Gemeinsamkeit erfährt und den Schaffensprozess prägt.

Anand Angarag entwickelt Raum- und Videoinstallationen sowie performative Werke. Dabei stellt er konditionierte Sehgewohnheiten und gängige künstlerische Praxen infrage. Die Filmemacherin und bildende Künstlerin Alex Beriault arbeitet in den Bereichen Film, Installation, Tanz und Performance. In ihrer präsentierten Arbeit „Sometimes a little Sin is good for the Soul“ setzt sie sich, wie in vielen ihrer Werke, selbst als Hauptmotiv ein und schafft einen abstrakten Zwischenraum, in dem sich Körper und Innenleben gegenseitig spiegeln. Das fotografische Werk von Melike Helimergin befasst sich mit der Lebensrealität von Menschen mit Migrationshintergrund und reflektiert darüber, wie sie von der Dominanzgesellschaft betrachtet werden. Laura Pientka ist freischaffende Künstlerin und Bildhauerin. In Ihren Arbeiten spielt sie mit entgrenzenden Momenten, Scham, Unbehagen und Klischees von Geschlechterrollen, wobei Materialität und Plastizität eine zentrale Rolle spielen. Sie nutzt die flexiblen Eigenschaften von Ton und macht ihre Installationen durch visuelle, auditive und olfaktorische Elemente multisensorisch erfahrbar. Die filmischen, performativen und textbasierten Arbeiten von Cana Bilir-Meier bewegen sich an den Schnittstellen von Archivarbeit, Textproduktion, historischer Forschung und zeitgenössischer Medienreflexivität. Ihre Kunst setzt sie als Werkzeug ein, um die Kontinuität und Zusammenhänge rassistischer Strukturen unserer Geschichte und Gegenwart mit hoher Perspektivenvielfalt zu vermitteln. Ihre präsentierten Arbeiten setzen sich anhand des Anschlags auf das Olympia Einkaufszentrum in München mit Rassismus auseinander. Abarna Kugathasan ist Modedesignerin und Gründerin des Labels Kitschy Couture. Ihre Arbeiten sind beeinflusst von der kulturellen Zwischenwelt, in der sich sich bewegt und erschaffen dadurch selbstwirksame und autonome Formen von Identität und Heimat. Die künstlerischen Anfänge von Ali-Riza Ceylan liegen in der den Ford-Werken in Köln, wo er 1981 als Maler und Lackierer zu arbeiten begann. Auf abgenutzten Schleifpapieren fertigte er durch ungleichmäßigen Abrieb Motive und Zeichnungn an. Seine künstlerische Arbeit ist für Ceylan Notwendigkeit zur Schaffung sicherer Freiräume und Bewältigung von rassistischen Erfahrungen.

Arthur Schuman setzt sich in der Audioinstallation „Там хорошо, где нас нет“ („Dort ist es gut, wo wir nicht sind“) mit dem Heimatbegriff deutschrussischer Migrantinnen und Migranten in drei Generationen auseinander. Dabei dienen russische Supermärkte als Brücke zwischen der Heimat der Vorfahren und einem neuen Ort, der Heimat werden kann. Das Werk von Waldemar Zimbelmann bewegt sich zwischen Malerei und Zeichnung. Ausgehend von persönlichen oder anonymen fotografischen Vorlagen entwickelt der Künstler eine subtile, einfühlsame Bildsprache an der Schnittstelle von Figuration und Abstraktion. Seine Arbeiten lassen die betrachtende Person in eine imaginäre Welt eintauchen, die als Allegorie für menschliche Erfahrungen und Emotionen fungiert. Die Ausstellung zeigt desweiteren Werke von Arwin Alipour-Yeganeh, Emirhan Aydin, Ertuğul Bayraktar, Bianca Belck, Kosmas Ðinh, Gözde Ju, GÜLDESTE, Çağlar Mucan und Firat Yildiz.

A.K.T;

Der A.K.T; ist ein Ort für gesellschaftliche Diskurse und ein interdisziplinäres Labor der Zukunft. Aktuelle Fragestellungen werden im A.K.T; aus dem Blickwinkel des Designs und der Kunst beleuchtet und die gesellschaftliche Relevanz von Kunst und Design sichtbar gemacht. Neben regelmäßigen Ausstellungen erforschen Studierende des Masterstudiengangs Design & Future Making der Hochschule Pforzheim im MADLAB Zukunftsfragen. Im EG und 1. OG ist das Café Roland beheimatet.

Ausstellung „IN DER HEIMAT ZU GAST“

  • Wann: 25.04.2026 – 05.07.2026
  • Öffnungszeiten: Fr und Sa 14 – 19 Uhr, So 11 – 19 Uhr.

Vernissage: 24.04.2026 um 19 Uhr

  • Begrüßung: Janusz Czech, künstlerischer Leiter A.K.T;
  • Gespräch mit den Künstlerinnen der Ausstellung Melike Helimergin (Fotografin und Kulturvermittlerin) und Abarna Kugathasan (Modedesignerin und Gründerin von Kitschy Couture) sowie Lesung der Kulturvermittlerin und Autorin Selma Wels. 
  • Moderation: Janusz Czech und Agnes Szedlak
  • Performance von Anand Angarag am Abend der Vernissage.
  • 21 Uhr Konzert / Performance von GÜLDESTE (Crossover Pop)
  • Die Ausstellung ist am Abend der Vernissage von 19 – 22 Uhr geöffnet.

Programm zur Ausstellung

  • Kunst & Cocktails
  • In Kooperation mit dem Café Roland
  • Fr, 15.05.2026 / Do, 11.06.2026
  • Jeweils: 18 Uhr Führung durch die Ausstellung
  • 19 Uhr Cocktails & Antipasti
  • in Kooperation mit dem Café Roland
  • Anmeldung an hallo(at)caferoland.de

Finissage

  • So, 05.07.2026
  • THEATER(at)A.K.T
  • Ensemblemitglieder des Theaters Pforzheim zu Gast bei der Finissage der Ausstellung
  • Kooperation mit dem Theater Pforzheim

ALFONS & EMMA. Quartiersfest an der Enz, 11 – 18 Uhr, mm EMMA – Kreativzentrum Pforzheim und A.K.T; Musik, Essen & Trinken, Kinderprogramm, Ausstellungen.

Weitere Termine und Informationen zu den Programmveranstaltungen finden Sie unter www.akate.de.