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„Als wäre es leicht“ – Hauptdarstellerin Cindy Klink gibt Einblicke in ihr Leben und zeigt Barrieren auf

Große Resonanz bei Film in Anwesenheit der gehörlosen Schauspielerin

Vier Personen auf einer Bühne.
Die gehörlose Schauspielerin Cindy Klink (Zweite von links) stand dem Publikum im Koki nach der Filmvorführung von „Als wäre es leicht“ gemeinsam mit den Inklusionsbeauftragten Anne Marie Rouvière-Petruzzi (von links) und Mohamed Zakzak sowie Geschäftsführerin Christine Müh Rede und Antwort.
© EnzkreisFoto: Giovanna Lehmann

Großer Andrang herrschte im Foyer des Kommunalen Kinos (Koki) und doch war es – zumindest für hörende Menschen – ungewöhnlich still. Wer genauer hinschaute, konnte jedoch sehen, dass sich die vielen Kinobesucherinnen und -besucher munter in Gebärdensprache unterhielten und damit alles andere als schweigsam zusammenstanden. 

Grund dafür war die Vorstellung des Films „Als wäre es leicht“ von Regisseur Milan Skrobanek. Er erzählt darin von der Liebe der jungen gehörlosen Kati und des blinden Florian, deren unterschiedliche Lebenswelten und die Erwartungen von Familie und Umfeld die Beziehung immer wieder auf die Probe stellen. Gezeigt wurde der Film mit barrierefreien Untertiteln und Audio-Deskriptionen über die Greta-App, damit das Publikum, das überwiegend mit Behinderung wie die beiden Protagonisten lebt, ihn auch anschauen beziehungsweise verstehen konnte. 

Besonders angetan waren die Gäste im nahezu voll besetzten Kinosaal von der Anwesenheit der Hauptdarstellerin Cindy Klink, die im Film Kati spielt und selbst seit ihrer Kindheit gehörlos ist. Sie stand im Anschluss den beiden Inklusionsbeauftragten des Enzkreises und der Stadt Pforzheim, Anne Marie Rouvière-Petruzzi und Mohamed Zakzak, für ein Gespräch und für Fragen aus dem Publikum zur Verfügung.

Offen gebärdete die sympathische 28-jährige Frau ihre eigene Lebensgeschichte, die durchaus Parallelen zu Katis Lebenswelt hat, beispielsweise wenn es um die Frage eines Hörimplantats geht. Sehr interessiert war das Publikum auch an Antworten auf Fragen, wie die Schauspielerin für ihre Rolle ausgewählt, wie lange am Film gedreht worden war und wie die Dreharbeiten abliefen. Klink beantwortete die Fragen ausführlich und gab spannende Einblicke in ihr Leben am Set, das sie als gehörlose Schauspielerin als sehr hart beschreibt. Es müsse noch viel geschehen, damit Menschen mit Behinderung auf und hinter der Leinwand Perspektiven haben, resümiert sie. Um ihnen eine Stimme zu geben, könne man aktuell auch für den Film voten, denn er ist beim Jupiter Award für den besten nationalen Film nominiert: https://jupiter-award.de/abstimmung/.

Klink ist übrigens nicht nur Schauspielerin, sondern seit einigen Jahren beruflich auch als Deaf Performerin viel unterwegs. Das heißt sie „übersetzt“ oder besser stellt für taube Menschen Musik in Text, Rhythmus, Tempo und Energie dar und ist daher überall dort, wo Musik sichtbar werden soll. So stand sie bereits mit Stars wie Kylie Minogue oder Lionel Richie auf der Bühne – ein spannendes Leben mit einer hoffentlich großen Zukunft, wünschen ihr die beiden Behindertenbeauftragten und Koki-Geschäftsführerin Christine Müh, die sich gemeinsam über den großen Zuspruch zur Veranstaltung freuten. Wer den Film noch sehen möchte, kann dies am jetzigen Wochenende im Koki.

Wer mehr über Cindy Klink erfahren will, findet sie unter www.cindyklink.com im Internet.