Tauben

Viele Menschen füttern Tauben aus Mitgefühl. Dieses Mitgefühl ist nachvollziehbar. Leider führt das Füttern im städtischen Raum nachweislich zu mehr Leid für Tiere, zu Gesundheitsrisiken und zu Problemen für Mensch und Umwelt. Diese Seite erklärt die Hintergründe und zeigt, wie Tauben wirksam geschützt werden können
Weitere Informationen finden Sie in den nachfolgenden FAQs
Weitere Informationen finden Sie in den nachfolgenden FAQs
Ist das Füttern von Tauben erlaubt?
Nein. Das Füttern von Tauben sowie das Auslegen oder Ausstreuen von Futter ist im Stadtgebiet verboten. Verstöße können als Ordnungswidrigkeit mit einer Geldbuße geahndet werden. Diese Regelung dient dem Schutz von Tieren, Menschen und dem öffentlichen Raum.
Darf ich trotz Fütterungsverbot Singvögel im Garten füttern?
Ja, hierbei ist es wichtig, dass keine Stadttauben angelockt werden. Am besten ist es, das Futter „taubensicher“ auszulegen, wofür es verschiedene Futtersysteme gibt. Tipps zum Füttern von Vögeln im Garten finden Sie auch auf der Internetseite https://baden-wuerttemberg.nabu.de/tiere-und-pflanzen/voegel/voegelnhelfen/vogelfuetterung/index.html
Verhungern die Tauben, wenn man sie nicht füttert?
Stadttauben sind sehr anpassungsfähig und finden auch ohne zusätzliche Fütterung Nahrung. Problematisch ist nicht der Nahrungsmangel, sondern die unnatürlich hohe Vermehrung, die durch ständiges Füttern ausgelöst wird.
Ohne zusätzliches Futter
- reguliert sich der Bestand langfristig
- können Elterntiere ihre Jungtiere besser versorgen
- sinkt das Krankheits- und Leidensniveau
Warum führt Füttern zu mehr Leid bei Tauben?
Durch regelmäßiges Füttern vermehren sich Tauben deutlich häufiger. Die Folgen: Elterntiere sind überfordert, Jungtiere sterben geschwächt, kranke Tiere überleben länger und lei-den länger, Krankheiten und Parasiten breiten sich stärker aus. Gut gemeintes Füttern verlängert oft Leid, statt es zu verhindern.
Warum dürfen Tauben auch im Winter nicht gefüttert werden – andere Vögel aber schon?
Tauben sind keine Wildtiere im klassischen Sinne. Sie haben ein anderes Fortpflanzungsverhalten und leben dauerhaft im Siedlungsraum. Maßnahmen, die bei Singvögeln sinnvoll sind, führen bei Tauben zu Überpopulation und Leid.
Warum zieht Füttern auch Ratten an?
Futter- und Essensreste bleiben häufig liegen oder werden nicht vollständig aufgenommen. Diese Reste ziehen Ratten an, die sich schnell vermehren, Krankheitserreger übertragen können und zusätzliche hygienische Probleme verursachen. Das Füttern von Tauben betrifft daher nicht nur Tauben, sondern auch das gesamte Umfeld.
Wieso sind Tauben nicht schutzbedürftig?
Tauben sind keine gefährdete Tierart, sondern leben in Überpopulation. Es sind viele Tauben krank, dies liegt jedoch nicht an zu wenig Futter, sondern an Überpopulation und ungeeigneter Nahrung (Brot-, Essensreste). Unkontrolliertes Füttern verschärft diese Probleme
Sind Tauben für Menschen gefährlich?
Tauben selbst sind keine aggressiven Tiere. Problematisch ist jedoch Taubenkot, der
- Häuserfassaden beschädigen kann
- Das Stadtbild stört
- Krankheitserreger enthalten kann und über Schuhe verbreitet wird
Besonders gefährdet sind Kinder, ältere Menschen und immungeschwächte Personen. Eine natürli-che Reduzierung der Population ist daher auch Gesundheitsvorsorge.
Was ist mit Tauben mit sichtbaren Verletzungen?
Wenn Sie eine offensichtlich verletzte oder apathische Taube sehen:
- Bitte nicht füttern, sondern das Tierheim anrufen
- Sollte dies nicht geöffnet sein, können Sie über die Leitstelle der Feuerwehr Hilfe holen
Was sind Taubenhäuser und was passiert dort mit den Tauben?
Taubenhäuser sind betreute Einrichtungen, an denen sich Stadttauben ungestört aufhalten können. Dort wird folgendes vorgenommen:
- gezielte, artgerechte Fütterung,
- kranke Tiere können bei der Pflege erkannt werden,
- Tauben können dort brüten, die Eier werden gegen Gipsattrappen ausgetauscht.
Weiter setzen die Tauben den größten Teil des Kots dort ab, wodurch die Verschmutzung und Be-lastung der Umgebung reduziert wird.
Dies hilft den Bestand langfristig zu reduzieren.
Taubenhäuser gelten als die wirksamste und tierschutzgerechteste Maßnahme im urbanen Raum. Diese Maßnahme funktioniert aber nur, wenn nicht zusätzlich unkontrolliert gefüttert wird.
Warum funktionieren Taubenhäuser nur, wenn sonst nicht gefüttert wird?
Tauben orientieren sich an Futterquellen. Wenn im Stadtgebiet weiterhin gefüttert wird:
- Meiden sie die Taubenhäuser
- Entziehen sich somit der Kontrolle
- Die Überpopulation bleibt bestehen
Zusätzliches Füttern untergräbt aktiv den Tierschutz.
Tauben brüten auf meinem Balkon, was mache ich mit dem Nest und den Eiern?
Das Vorgehen hängt davon ab, ob sich bereits Eier oder Küken im Nest befinden.
- Das Nest ist noch leer
Leere Nester können Sie entfernen - Im Nest sind bereits Eier oder ein Ei
Nicht entfernen
Das Nest sollte auf dem Balkon belassen werden, bis die Küken geschlüpft und ausgeflogen sind. Dann erst kann das Nest entfernt werden. Zusätzlich ist es ratsam, anschließend Vergrämungs-maßnahmen anzubringen, um einen erneuten Nestbau zu verhindern. - Im Nest sind Taubenküken
Nicht entfernen
Nester mit Küken dürfen nicht entfernt werden. Ein Umsetzen oder Entfernen des Nestes vor dem Verlassen der Küken ohne weitere Versorgung würde den Tod der Jungtiere bedeuten und stellt einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz dar. In diesem Fall muss das Ausfliegen der Küken, die in der Regel mit 4 – 6 Wochen flügge sind, abgewartet werden. Danach können Sie das Nest entfernen und Vergrämungsmaßnahmen anbringen.
Was kann ich gegen Tauben auf meinem Balkon machen?
Durch das Anbringen von geeigneten Vergrämungsmaßnahmen kann die Anwesenheit von Stadttauben auf dem Balkon verhindert werden. Gut geeignet sind lückenlos angebrachte und straff gespannte Netze, die den gesamten Balkon umfassen und in welchen sich die Tauben nicht verheddern können. Balkonbrüstungen können mit sogenannten Abwehrspikes mit stumpfen Spitzen, Fensterbretter und Vorsprünge mit Winkelblechen geschützt werden.
Zuständig für das Anbringen von Taubenabwehrmaßnahmen und somit auch kostentragend sind die jeweiligen Eigentümer der Objekte. Die Stadtverwaltung kann das Anbringen von Taubenvergrämungen im privaten Bereich weder anordnen noch verbieten, solange diese ordnungsgemäß angebracht werden.
Sie können sich bei einem Schädlingsbekämpfer Ihrer Wahl beraten lassen.
Was tun bei Besiedlung eines angrenzenden Balkons oder Gebäudes?
Um die Ansiedlung zu unterbinden, sollten Abwehrmaßnahmen angebracht werden. Nehmen Sie hierzu Kontakt mit dem Bewohner der betroffenen Wohnung oder der Hausverwaltung / dem Vermieter / dem Eigentümer auf.
Wie kann ich Tauben wirklich helfen?
Sie helfen Tauben am meisten, indem Sie:
- nicht füttern
- Verletzte Tiere melden
- Die Arbeit der Taubenhäuser unterstützen – beispielsweise durch Spenden.
Tierschutz bedeutet Kontrolle, nicht Futter.
Warum kümmert sich die Stadt nicht einfach „mehr“ um die Tauben?
Die Stadt setzt auf tierschutzgerechte, wirksame Maßnahmen wie betreute Taubenhäuser. Diese werden vom Tierschutzverein gepflegt und unterhalten. Diese Maßnahme wirkt nur, wenn sie nicht durch zusätzliches Füttern unterlaufen werden. Die Verantwortung liegt bei allen Beteiligten.
Warum dürfen Tauben nicht dort gefüttert werden, wo „sowieso schon viele sind“?
Gerade dort verstärkt Füttern die Probleme. Es zieht weitere Tiere an, erhöht den Druck auf den Bestand und verschlechtert die Gesundheit der Tiere. Zudem lockt es die Tauben von den Taubenhäusern weg.
Ist es nicht grausam, Tauben absichtlich weniger werden zu lassen?
Ziel ist die Vermeidung von Leid. Eine zu große Taubenpopulation führt zu Hunger, Krankheit und einem schlechten Gesundheitszustand der Tiere. Weniger Tiere bedeutet weniger Hunger, weniger Krankheiten und ein gesünderes Leben für die Tauben.
Tauben werden dabei nicht sich selbst überlassen, sondern an dafür vorgesehenen Orten (Taubenhäusern) artgerecht und kontrolliert versorgt. Wird zusätzlich im Stadtgebiet gefüttert, entsteht ein ständiges Überangebot an Nahrung. Dies führt einer ungewollt erhöhten Fortpflanzung und unterläuft die Schutzmaßnahmen.
Durch diese kontrollierte Versorgung in Taubenhäusern wird eine unkontrollierte Fortpflanzung verhindert.
Warum sollte man nicht „ein bisschen“ füttern?
Schon kleine Futtermengen reichen aus, um Tauben vom Taubenhaus fernzuhalten und Fortpflanzung anzuregen.
Warum werden Brot und Essensreste als besonders problematisch angesehen?
Brot und Essensreste sind für Tauben ungeeignet, führen zu Mangelernährung, Verdauungsprob-lemen und begünstigen Krankheiten. Sie schaden mehr, als dass sie helfen.
Werden Tauben nicht einfach an andere Orte ausweichen?
Tauben sind ortstreu. Durch gezielte Maßnahmen bleiben sie im Umfeld der Taubenhäuser. Unkontrolliertes Füttern verteilt sie hingegen ungleichmäßig im Stadtgebiet.
Warum werden Tauben nicht einfach eingefangen und umgesiedelt?
Tauben sind sehr ortstreu. Umsiedlungen funktionieren nicht dauerhaft – die Tiere kehren zurück oder neue Tauben rücken nach. Das verursacht Stress und Leid, ohne das Problem zu lösen.
Warum betrifft mich das, wenn ich selbst nicht füttere?
Überpopulation betrifft das gesamte Umfeld: Gebäude, öffentliche Plätze, Hygiene, Gesundheit. Verantwortungsvolles Verhalten schützt das Zusammenleben in der Stadt.
Was kann ich tun, wenn ich sehe, dass andere Personen füttern?
Bitte sprechen Sie andere Personen nicht belehrend an. Sie können gerne Hinweise geben und die Sichtung unter der Telefonnummer 07231-39 1555 (Verbindung zum Kommunalen Ordnungsdienst der Stadt Pforzheim) mitteilen. Aufklärung ist wirkungsvoller als Konfrontation.
Ich möchte eine Taubenfütterung schriftlich melden, wo kann ich das tun?
Sie können die Fütterung mit möglichst genauen Daten – das heißt Ort und Zeitpunkt der Fütterung, wenn möglich Name des Fütterers, weitere Zeugen - beim Veterinärdienst der Stadt Pforzheim per E-Mail melden. Die E-Mail-Adresse lautet: veterinaerdienst(at)pforzheim.de
Warum reicht Aufklärung allein nicht aus – warum braucht es das Verbot?
Erfahrungen zeigen, dass freiwilliger Verzicht allein oft leider nicht ausreicht. Verbote schaffen klare Regeln, die dem Tierschutz und dem Gemeinwohl dienen.
Warum wird gerade jetzt stärker darauf hingewiesen?
Die Bestände und Probleme haben zugenommen. Gleichzeitig gibt es heute wirksame, tierschutzgerechte Lösungen - diese müssen geschützt werden.
Unsere Flyer in mehreren Sprachen
- Tauben - Arabisch 346 KB
- Tauben - Deutsch 460 KB
- Tauben - Italienisch 315 KB
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- Tauben - Russisch 1 MB
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