Stille fernster Rückruf – Konzert des SWDKO
Stille fernster Rückruf: In diesem Konzert schreibt die Musik Briefe – an jene, die gegangen sind, und an jene, die geblieben sind. Nicht laut, nicht fordernd.
Es gibt Konzerte, die sprechen nicht zu uns – sie horchen in uns hinein. Dieser Abend präsentiert eine Sammlung klanglicher Spuren, die sich an das Verlorene heften, an das Verschwundene, an das, was sich nicht mehr zeigt – aber nachwirkt.
Stille fernster Rückruf: In diesem Konzert schreibt die Musik Briefe – an jene, die gegangen sind, und an jene, die geblieben sind. Nicht laut, nicht fordernd. Sondern tastend, wie eine Hand im Halbdunkel, auf der Suche nach der Gestalt einer Erinnerung. John Zorns „Kol Nidre“ gleich zu Beginn ist kein Stück – es ist ein Gebet im Schatten, getragen von liegenden Stimmen, leise wie das Einsetzen der Dämmerung. Giya Kanchelis letzte Klänge, geschrieben im Wissen um das Ende, sprechen mit jener Ruhe, die mehr sagt als jedes Wort. Caroline Shaw lässt einen Baum erzählen, der schweigt – und doch von einer anderen Welt kündet. John Cages Radios dazwischen flüstern, als raunte das Universum selbst durch den Äther. Und Arenskys Hommage an Tschaikowsky trägt Trauer wie einen Mantel aus Klang: würdevoll, schwer, zärtlich.
Reto Bieri Der Schweizer Klarinettist Reto Bieri zählt zu den vielseitigsten Musikerpersönlichkeiten seiner Generation und ist international als Solist und Kammermusiker tätig. Seine künstlerische Arbeit verbindet Tradition und Experiment und eröffnet neue Perspektiven auf das Konzerterlebnis. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung bezeichnet ihn als „begnadeten Programmmacher“. Ab der Saison 2026/27 ist er Artist in Residence beim Südwestdeutschen Kammerorchester Pforzheim.
