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Film | Medien

Everytime

Radikal sinnliches Kino über die Unmöglichkeit, einen Verlust zu begreifen, und über die seltsame Gleichzeitigkeit von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Trailer

Das letzte Foto, das Jessie gemacht hat, zeigt die Sonne über Berlin. Sie hängt da, als wäre nichts geschehen. Aber Ella hat ihre Tochter verloren. Was ihr bleibt, ist Jessies kleine Schwester und die komplizierte Beziehung zu dem Jungen, dem alle die Schuld geben. Das merkwürdige Trio landet in einem Familienurlaub, den es so nie gab. Unter der flirrenden Sonne Teneriffas verweben sich Erinnerung und Gegenwart unauflöslich ineinander. Die Geister sind überall.

 

Regisseurin Sandra Wollner beschreibt diesen Zustand als ein Fortleben in Bildern: „Ich glaube nicht an ein Leben nach dem Tod, aber ich beneide die Menschen, die es tun. Ich glaube, dass die Bilder der Menschen, die uns nahe sind, bei uns bleiben. Dass sie sich auf irgendeine Weise in die Welt einschreiben. Wenn ich zum Beispiel an meinen verstorbenen Vater denke, sehe ich ihn an der immer gleichen Stelle am Fluss stehen, die Angelrute in der Hand. Ob ich dabei tatsächlich an diesem Fluss in meiner Heimatstadt stehe oder mitten in Berlin, macht dabei keinen Unterschied. Dieses Bild fühlt sich manchmal so real an, als könnte ich einfach hineinspazieren und mich dazu stellen.“

 

Der Film gewann bei den bei den diesjährigen Filmfestspielen in Cannes den Hauptpreis der Sektion Un Certain Regard.

 

DE 2026 | Regie: Sandra Wollner | Mit: Birgit Minichmayr, Tristan López, Lotte Shirin Keiling | ab 12 Jahren