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Die wichtigsten Baumarten in Pforzheims Wäldern

Insgesamt ist der Pforzheimer Wald ein Mischwald, der etwa zu zwei Dritteln aus Laubholzarten und einem Drittel Nadelholzarten besteht.

Jede Baumart entwickelt ein für sie charakteristisches Holz, das jeweils für unterschiedliche Zwecke verwendet wird. So wird z.B. Fichten- und Tannenholz bevorzugt als Bauholz verwendet, während aus Eiche, Buche und Kiefer Möbel hergestellt werden. Wetterfeste Schindeln fertigt man am Besten aus Lärchenholz, das besonders witterungsbeständig ist, während sich das helle und weiche Lindenholz gut zum Schnitzen eignet.

Die vielen verschiedenen Baumarten bieten dem aufmerksamen Spaziergänger aber auch viele Möglichkeiten der Naturbeobachtung durch alle Jahreszeiten. Vom ersten hellgrünen Blattaustrieb und der Blüte im Frühjahr bis zum bunten Blattwerk und den Fruchtständen im Herbst gibt der Wald jede Menge Anregungen zum Lernen mit und in der Natur. An den Unterschieden in Borke und Knospe erkennen geübte Augen auch im Winter die verschiedenen Baumarten.

Rotbuche

Merkmale

Die Rotbuche entwickelt sich im Freistand zu einem imposanten Baum mit einer breiten tief angesetzten Krone, deren Zweige bis zum Boden herabhängen können. Im Waldverband bildet sie dagegen langschäftige Stämme mit einer hoch angesetzten, schmalen Krone aus. Rotbuchen können 150 bis 300 Jahre alt werden und wachsen dabei 30-45 Meter hoch. Sein Herzwurzelsystem gibt dem Baum einen sicheren Stand. Die graue Rinde ist glatt und glänzend und bei einer plötzlichen Freistellung des Baums anfällig gegenüber der Sonneneinstrahlung (Rindenbrand). Die elliptischen – rundlichen, oberseits glatten Blätter erscheinen Ende April/Anfang Mai in einem hellen Grün, das im weiteren Verlauf des Jahres dunkler wird und im Herbst in ein leuchtendes Rotbraun übergeht. Die Rotbuche ist einhäusig getrennt geschlechtlich. Ab einem Alter von 40-50 Jahren blüht sie und entwickelt im Herbst Früchte, die Bucheckern. Diese fallen mit dem Laub zu Boden. Als Dunkelkeimer brauchen die Bucheckern die überdeckende Mulchschicht der Blätter, um im nächsten Frühjahr neue Keimlinge zu bilden. Dem Schalenwild, verschiedenen Vögeln, Mäusen und den Eichhörnchen dienen die Bucheckern als Futter. Durch ihr Verhalten, die Wintervorräte zu vergraben und manche dieser Verstecke nicht zu nutzen, tragen die Eichhörnchen zur Verbreitung der Rotbuche bei.
 

Waldbau

Die Buche ist die wichtigste Laubholzart der Wälder in Westeuropa und kommt bei uns von der Ebene bis in Höhen von ca. 1200 m vor. Wegen ihrer weiten Verbreitung und der Eigenschaft verhältnismäßig viel Laub zu bilden, das eine weiche Mulchschicht mit guter Nährstoffverfügbarkeit aufbaut, wird die Buche auch als „Mutter des Waldes“ bezeichnet. An die Bodenqualität stellt die Buche nur wenige Ansprüche, gedeiht aber nicht auf zu nassen oder zu kargen Böden. Sie bevorzugt ein ozeanisches Klima mit relativ kühlen Sommern und milden Wintern. Herausragend ist ihre Schattentoleranz. Diese befähigt sie als Bodenschutzholz unter lichtbedürftigeren Bäumen aufzuwachsen. Waldbauliches Ziel ist die Ausbildung langer astfreier Stämme, die sich entsprechend gut vermarkten lassen. Die Umtriebszeit beträgt bei der Buche 100-150 Jahre.
In Pforzheim beträgt der Anteil der Buchen am Waldbestand etwa 29 %.

Holz

Die Buchenstämme liefern ein hartes, sehr wertvolles Holz von rötlichweißer Farbe, das bevorzugt in der Möbelindustrie verwendet wird. Das Holz der Buche ist nicht sehr fäulnisresistent, weshalb die Stämme nach dem Fällen des Baums nicht lange im Wald gelagert, sondern alsbald abtransportiert werden. Wegen der Neigung, im fortgeschrittenen Alter einen rötlichen Kern auszubilden, der den wirtschaftlichen Wert des Holzes schmälert, werden Buchen meist im Alter von etwa 100 – 150 Jahren gefällt. In jüngster Zeit werden aber vermehrt auch Möbel aus Rotkernholz gefertigt, die eine besonders interessante lebhafte Maserung aufweisen.

 

Eiche

Merkmale

In unseren Wäldern kann man hauptsächlich zwei heimische Eichenarten antreffen: Die Stieleiche (Quercus robur) deren Früchte an Stielen hängen und die Traubeneiche (Quercus petraea), deren Früchte nur kurz gestielt sind und in Trauben zusammen stehen. Beide Arten sind sich ansonsten recht ähnlich, es treten auch Bastarde auf.

Ausgewachsene Eichen sind imposante, und aufgrund ihrer knorrigen und unregelmäßig verzweigten Äste sehr eigenwillig wirkende Baumgestalten. Sie werden 30 – 35 m in Ausnahmefällen bis zu 60 m hoch und können ein Alter von mehr als 1000 Jahren erreichen. Mit ihren Pfahlwurzeln, die sich im fortgeschrittenen Alter zu Herzwurzelsystem umwandeln, sind Eichen fest im Boden verankert und ausgesprochen sturmfest. Die in der Jugend glatte und glänzende Rinde (Lohrinde) reißt später auf und wird dann borkig mit tiefen Längsfurchen. Die charakteristischen bei der Stieleiche unregelmäßig bei der Traubeneiche regelmäßig gelappten und tief gebuchteten Blätter der Eiche sind 10 – 12 cm lang und sitzen wechselständig am Zweig. Im Herbst färben sich die Blätter orangebraun.

Die Eiche blüht im Alter von 60 – 80 Jahren zum ersten Mal. Dabei bildet sie weibliche und männliche Blüten aus. Im Herbst reifen die Früchte, die Eicheln, die nach dem Abfallen ca. 6 Monate keimfähig sind. Vielfältig war die Verwendung der Eicheln in früheren Zeiten. So war es üblich, Schweine zur Eichelmast in den Wald zu treiben, aus Eicheln „Kaffee“ zu rösten und in Notzeiten sogar das Mehl aus Getreide durch Eichelmehl zu strecken.

Holz

Das Kernholz der Eichenstämme ist sehr fest und schwer. Eichenholz lässt sich gut zu wertvollen Möbeln verarbeiten. Wegen der überaus guten Fäulnisresistenz, was auf den hohen Gerbstoffanteil des Holzes zurückzuführen ist, wird es aber auch im Schiffsbau, für den Gruben- und Schachtbau und für die Herstellung von Fässern verwendet. Zudem besitzt Eichenholz einen sehr hohen Brennwert.
 

Waldbau

Sowohl die Stiel als auch die Traubeneiche sind lichtbedürftige Baumarten, die bei uns von der Ebene bis in 1000 Metern Höhe in Laubmischwäldern – besonders häufig in Hainbuchengesellschaften anzutreffen sind. Der Baum braucht einen tiefgründigen und basischen bis schwach sauren Boden und bevorzugt ein wintermildes luftfeuchtes Klima. Gegenüber Spätfrösten ist die Eiche empfindlich, Staunässe und Überschwemmungen verträgt sie ebenfalls nicht. An der Zusammensetzung des Pforzheimer Walds hält die Eiche einen Anteil von 18%.

Für die Tierwelt des Waldes ist die Eiche von großer Bedeutung. Etwa 1000 Insektenarten leben auf ihr. Besonders bekannt ist darunter der Hirschkäfer, dessen Verbreitung vom Vorhandensein alter Eichen abhängig ist. Weitere Insekten, die nur auf Eichen leben, sind die verschiedenen spezialisierten Gallwespen, deren Gallen man früher zur Tintenherstellung nutzte (Eichengallustinte). Zur Verbreitung des Baums tragen Eichelhäher und Eichhörnchen bei, die die Eicheln als Wintervorrat verstecken. Die jungen Bäume werden allerdings von Wild gern angefressen, so dass man, um junge Eichen zu schützen, häufig einen Wildzaun aufstellen muss.

Die Umtriebszeit beträgt bei Schneidholz 140 – 180 Jahre und für die Erzielung von Furnierholz 250-300 Jahre. Früher gab es auch den Eichenschälwald mit einer Umtriebszeit von nur 12 – 20 Jahren. Man gewann dabei die junge noch glatte Rinde (Gerberlohe), die sich aufgrund ihres hohen Gerbstoffgehalts zur Ledergerbung eignet. Heute werden dazu überwiegend synthetisch hergestellte Gerbstoffe benützt.

Elsbeere

Merkmale

Die Elsbeere entwickelt sich im Freistand zu einem stattlichen Baum mit einer prachtvollen, weit ausladenden und kugelförmigen Krone. Im Waldverband hingegen wächst sie geradschaftig mit einer eher schmalen, hoch angesetzten Krone heran. Elsbeeren können ein Alter von 200 bis 300 Jahren erreichen und werden dabei etwa 15 bis 25 Meter hoch, in Ausnahmefällen sogar bis zu 30 Meter. Ihr tiefreichendes Herzwurzelsystem verleiht dem Baum eine hohe Standfestigkeit und macht ihn widerstandsfähig gegen Sturmschäden. Die Rinde ist in der Jugend glatt und grau, wandelt sich aber im Alter zu einer kleinschuppigen, dunkelbraunen Borke, die optisch an die Rinde des Birnbaums erinnert (daher auch der Name „Adelbirne“). Die sommergrünen Blätter sind charakteristisch tief gelappt und ähneln in ihrer Form ein wenig dem Ahornblatt; sie treiben im Mai aus und bestechen im Herbst durch eine spektakuläre Färbung von Goldgelb bis hin zu leuchtendem Orangerot. Die Elsbeere ist zwittrig und blüht im Mai/Juni mit weißen Doldenrispen. Im Herbst reifen die kleinen, eiförmigen Früchte heran, die zunächst gelblich-rot und bei Vollreife lederartig braun mit hellen Punkten sind. Diese Früchte sind bei Vögeln, insbesondere Drosseln, sowie bei kleinen Säugetieren als nährstoffreiche Nahrung sehr begehrt, wodurch die Samen über den Kot der Tiere verbreitet werden.

Waldbau

Die Elsbeere gilt als eine der seltensten heimischen Baumarten und wird aufgrund ihres wertvollen Holzes und ihrer ökologischen Bedeutung oft als „Königin der Wildfrüchte“ bezeichnet. Sie kommt vor allem in wärmebegünstigten Lagen vom Flachland bis in Höhen von etwa 800 m vor. An den Boden stellt sie besondere Ansprüche: Sie bevorzugt kalkhaltige, nährstoffreiche und eher trockene Standorte, verträgt aber auch schwere Lehmböden. Die Elsbeere ist sehr wärmeliebend und gilt als äußerst klimaresilient, da sie gut mit sommerlicher Trockenheit und Hitze zurechtkommt. In der Jugend ist sie schattentolerant, benötigt aber mit zunehmendem Alter viel Licht, um ihre Krone voll auszubilden. Waldbaulich wird sie heute verstärkt zur Förderung der Biodiversität und als wertvolle Mischbaumart in lichten Laubwäldern gepflanzt. Aufgrund ihres langsamen Wachstums beträgt die Umtriebszeit in der Regel 100 bis 140 Jahre. Die Elsbeere ist im Vergleich zur Buche ein seltener, aber hochgeschätzter Gast im Waldbestand. 

Holz

Die Elsbeere liefert eines der härtesten und wertvollsten Hölzer Europas. Das Holz ist zerstreutporig, sehr fein strukturiert und weist eine rötlich-weiße bis samtig-braune Farbe auf. Wegen seiner Zähigkeit und Formstabilität war es früher für die Herstellung von mathematischen Instrumenten, Linealen und Webstühlen unverzichtbar. Heute wird es als exklusives Furnierholz im hochwertigen Möbelbau, für den Innenausbau oder im Instrumentenbau (z. B. für Flöten) verwendet. Da die Elsbeere nur selten in großen Dimensionen und guter Qualität vorkommt, erzielen ihre Stämme auf Holzversteigerungen (Wertholzsubmissionen) regelmäßig Spitzenpreise, die weit über denen der meisten anderen heimischen Baumarten liegen.

Bergahorn

Merkmale

Der Bergahorn wird etwa 25-30 in Ausnahmefällen auch 40 m hoch und kann ein Alter von 400-600 Jahren erreichen. Er bildet ein tiefgehendes Wurzelwerk aus, das nur in der Jugend zu Stockausschlägen neigt. Die Rinde ist zunächst glatt, entwickelt sich mit zunehmendem Alter -ähnlich wie bei der Platane- zu einer sich abschuppenden Borke. Die ca. 20 cm langen Blätter des Bergahorns sind handförmig gelappt, langgestielt und gegenständig. Sie sind an den Unterseiten entlang der größeren Blattadern bräunlich behaart. Die Blattstiele weisen auf der dem Licht zugewandten Seite eine rötliche Färbung auf. Im Herbst leuchten die Blätter des Bergahorns goldgelb.

Der Bergahorn blüht im Alter von 15 – 40 Jahren (je nach Standort) zum ersten Mal und entwickelt dann männliche, weibliche und mitunter auch zwittrige Blüten. Die Bestäubung geschieht durch Insekten. Die Nussfrüchte sind geflügelt und sitzen paarig zusammen (Propeller). Nach der Reife lösen sie sich im Winter vom Baum und werden mit dem Wind verbreitet.

 

 

Holz

Das Holz ist von sehr heller Farbe, hart und dicht. Es wird für allerlei Haushaltsgegenstände, für Möbel, Billardstöcke und Schnitzarbeiten verwendet. Darüber hinaus eignet es sich auch für Parkette und ist als Furnierholz beliebt.

Waldbau

Der Bergahorn ist sehr schattentolerant und gedeiht gut in schattigen, feuchten und kühlen Lagen vom Hügelland bis hinauf auf etwa 1700 Metern Höhe. Er kommt vor allem in Schlucht- und Auwäldern sowie in Bergmischwäldern vor. Dabei kommt er mit vielen unterschiedlichen Böden zurecht und gedeiht auch auf feuchten Geröllflächen, wogegen ihm Staunässe nicht bekommt.
In Pforzheim beträgt der Anteil des Bergahorns am Gesamtbestand etwa 6 %.

Feldahorn

Merkmale

Der Feldahorn, auch Maßholder genannt, ist die kleinste heimische Ahornart und präsentiert sich oft eher als stattlicher Strauch denn als hoher Baum. Im Freistand entwickelt er eine dichte, rundliche und tief angesetzte Krone, während er im Waldverband meist krummschaftige Stämme mit einer unregelmäßigen Form ausbildet. Mit einer Wuchshöhe von 10 bis 15 Metern, selten bis zu 20 Metern, bleibt er deutlich kleiner als seine Verwandten, der Spitz- und Bergahorn, erreicht aber ein respektables Alter von 150 bis 200 Jahren. Sein Herzwurzelsystem ist intensiv verzweigt und weitreichend, was ihm eine hohe Standfestigkeit verleiht und ihn unempfindlich gegenüber Bodenverdichtungen macht. Die Rinde zeigt sich bei jungen Trieben oft mit charakteristischen Korkleisten, die im Alter einer netzrissigen, kleinschuppigen und graubraunen Borke weichen. Die sommergrünen Blätter sind typischerweise drei- bis fünflappig mit stumpfen Spitzen und deutlich kleiner als bei anderen Ahornarten. Im Herbst leuchten sie in einem kräftigen Goldgelb bis Orange, bevor sie abgeworfen werden. Der Feldahorn blüht im Mai zusammen mit dem Austrieb der Blätter; seine aufrechten Blütenrispen sind eine wertvolle Bienenweide. Die paarigen Flügelfrüchte stehen fast waagerecht zueinander und dienen im Winter verschiedenen Kleinsäugern als Nahrung.

Waldbau

Der Feldahorn ist eine äußerst anpassungsfähige Baumart, die von der Ebene bis in mittlere Gebirgslagen von ca. 1000 m vorkommt. Er gilt als Halbschattbaumart, die in der Jugend Schatten verträgt, im Alter jedoch mehr Licht benötigt, um sich voll zu entfalten. Als Pionier- und Mischbaumart stellt er geringe Ansprüche an den Standort; er ist kalkliebend, verträgt Trockenheit sowie Hitze hervorragend und ist damit ein Gewinner des Klimawandels. Waldbaulich wird er oft zur Waldrandgestaltung, als Unterbau in lichten Eichenwäldern oder zur Bodenverbesserung eingesetzt, da sein Laub sehr leicht zersetzt wird und den Humus anreichert. Sein Ziel im Forst ist weniger die Massenleistung, sondern vielmehr die Erhöhung der Biodiversität und die Stabilisierung von Beständen. Die Umtriebszeit liegt aufgrund der geringeren Dimensionen meist zwischen 60 und 80 Jahren. In Pforzheim und dem Nordschwarzwald wird der Feldahorn verstärkt an trockenen Hanglagen und als robuster Stadtbaum geschätzt, da er unempfindlich gegenüber Streusalz und Immissionen ist.

Holz

Das Holz des Feldahorns ist das härteste und schwerste unter den heimischen Ahornarten. Es ist feinporig, homogen und zeichnet sich durch eine rötlich-weiße bis hellbraune Färbung aus, wobei es keinen deutlichen Farbunterschied zwischen Splint- und Kernholz gibt. Aufgrund seiner Zähigkeit und Elastizität ist es mechanisch hoch belastbar, jedoch wenig witterungsbeständig, weshalb es fast ausschließlich im Innenbereich Verwendung findet. Es wird traditionell für Wagnereiarbeiten, Werkzeugstiele, Drechslerarbeiten und im Instrumentenbau (z. B. für Flöten) genutzt. Wegen seiner schönen, oft geriegelten Zeichnung ist es zudem im gehobenen Innenausbau für Furniere und exklusive Möbelstücke gefragt. Die Bearbeitung erfordert aufgrund der Holzhärte scharfe Werkzeuge, führt jedoch zu sehr glatten und dekorativen Oberflächen.

Winterlinde

Merkmale

Die Winterlinde entwickelt sich im Freistand zu einem stattlichen Baum mit einer hohen, meist gewölbten Krone, die im Alter eine beeindruckende Breite erreichen kann. Im Waldverband bildet sie gerade, säulenförmige Stämme aus. Winterlinden sind äußerst langlebig und können ein Alter von 300 bis 1.000 Jahren erreichen, wobei sie Wuchshöhen von 25 bis 30 Metern erzielen. Ihr tiefgehendes Herz-Senkerwurzelsystem verleiht ihnen eine hohe Standfestigkeit. Die Rinde ist bei jungen Bäumen glatt und grau, wandelt sich im Alter jedoch zu einer typischen, längsrissigen Braungrau-Borke. Die schief-herzförmigen Blätter sind auf der Oberseite glänzend dunkelgrün und auf der Unterseite blau-grün mit auffälligen, rostbraunen Haarbüscheln in den Nervenwinkeln. Die Blüte erfolgt im Juni/Juli, wobei die gelblich-weißen Trugdolden einen intensiven Duft verströmen. Die Winterlinde ist zwittrig und wird vor allem durch Insekten bestäubt. Die kleinen, kugeligen Nussfrüchte reifen im Spätherbst und werden durch den Wind verbreitet, wobei das Hochblatt als Flügel dient. Die Früchte und Blüten sind eine wichtige Nahrungsquelle für Bienen und Hummeln.

Waldbau

Die Winterlinde ist eine charakteristische Baumart der europäischen Mischwälder und kommt vom Flachland bis in mittlere Gebirgslagen von ca. 1.200 m vor. Da ihr Laub sehr gut zersetzt wird und den Boden mit wertvollem Humus anreichert, gilt sie als bodenpflegende Baumart. An den Boden stellt sie mäßige Ansprüche; sie bevorzugt tiefgründige, nährstoffreiche Böden, verträgt aber auch trockene Phasen besser als die Sommerlinde. In der Jugend ist sie sehr schattentolerant, was sie zu einem idealen Begleiter unter Lichtbaumarten wie Eiche oder Kiefer macht. Waldbaulich wird sie oft zur Schaftpflege der Eiche eingesetzt (als "dienende Baumart"), um deren Stamm vor Astbildung zu schützen. Die Umtriebszeit in der Forstwirtschaft liegt meist zwischen 100 und 140 Jahren. In Pforzheim und der Region ist die Linde vor allem als Einzelbaum in Parks oder als Mischbaumart im naturnahen Wald anzutreffen.

Holz

Das Holz der Winterlinde ist weich, mittelschwer und besitzt eine sehr feine, gleichmäßige Struktur von weißlich-gelber bis leicht rötlicher Farbe. Es ist das bevorzugte Material für die Bildhauerei und Schnitzkunst, da es in alle Richtungen gleichermaßen gut bearbeitbar ist und kaum reißt. Da Lindenholz nicht witterungsbeständig ist, wird es fast ausschließlich im Innenbereich verwendet, etwa für Möbelteile, Musikinstrumente (z. B. Klaviaturen) oder Haushaltsgeräte. Trotz seiner geringen bautechnischen Bedeutung wird es aufgrund seiner hervorragenden Bearbeitungseigenschaften und der warmen Optik im hochwertigen Innenausbau und für Kunstobjekte sehr geschätzt.

Weißtanne

Merkmale

Die Weißtanne ist ein Nadelbaum, der unter günstigen Bedingungen zu einer beeindruckenden Größe von mehr als 60 Metern und einer Stammstärke von 2-3 Metern heranwachsen kann. Das natürliche Höchstalter beträgt etwa 600 Jahre. Die Äste der Weißtanne sind in Scheinquirlen angeordnet und stehen im unteren Bereich waagerecht, im oberen Bereich etwas aufwärts gerichtet vom Baum ab. Die dunkelgrünen und glänzenden Tannennadeln sind vorn leicht eingekerbt, nicht stechend und weisen an der Unterseite zwei weißliche Wachsstreifen (Spaltöffnungsstreifen) auf. Sie sitzen mit einer scheibchenförmig verbreiterten Basis auf den Zweigen auf. Die Nadeln verbleiben 7-11 Jahre am Zweig und fallen dann ab, wobei sie eine runde bis elliptisch geformte Narbe hinterlassen. Die weichen Nadeln der Tanne werden gern vom Wild gefressen. In wildreichen Gebieten muss der Tannenjungwuchs daher entsprechend geschützt werden.
Die in jungen Jahren glatte Rinde der Weißtanne ist im fortgeschrittenen Alter borkig und von weißlich-grauer Farbe. Die Pfahlwurzel verleiht dem Baum einen festen Stand. Je nach Standort und Entwicklung blüht die Tanne zum ersten Mal im Alter von 40-70 Jahren und bildet dabei in der Wipfelregion männliche und weibliche Blütenstände aus. Die Bestäubung erfolgt durch den Wind. Die weiblichen Blütenstände entwickeln sich bis zum Herbst in aufrecht stehende Zapfen, in denen die Samen reifen. Anders als bei der Fichte fallen die Tannenzapfen bei Samenreife nicht auf den Boden, sondern entlassen die leichten Samen noch vom Baum. Auf den Zweigen bleiben die leeren Zapfenspindeln mitunter mehrere Jahre stehen. Im Alter flacht sich die Krone der Tanne ab, der Baum bildet ein „Storchennest“. Bei ungünstigen Wuchsbedingungen so z.B. auch bei einem Übermaß an Luftschadstoffen zeigt sich die Storchennestkrone vorzeitig.

Waldbau

Die Tanne ist der Charakterbaum des Schwarzwalds. Zum Gedeihen braucht sie einen tiefgründigen Boden und eine gute Wasserversorgung. Sommertrockenheit und Spätfröste verträgt sie nicht. Im Schwarzwald erstreckt sich das natürliche Verbreitungsgebiet der Tanne von den luftfeuchten Tallagen im Norden bis auf die Höhen des Feldbergs im Süden. Dabei liegt das Hauptverbreitungsgebiet zwischen 500 und 1000 Metern Höhe. Es gibt nur wenige reine Tannenbestände. Eher findet man den Baum vergesellschaftet mit Buche oder Fichte vor. In jungen Jahren ist die Tanne sehr schattentolerant. Sie kann an lichtarmen Standorten z.B. im Schatten älterer Bäume im Waldverbund gedeihen und ist mit dieser Eigenschaft vielen anderen Bäumen überlegen. Wohl an die hundert Jahre kann die Tanne solche lichtarmen Bedingungen aushalten (Schattenschlaf). Sie wächst dabei nur wenig und wartet auf ihre Chance. Werden die umgebenden größeren Bäume gefällt oder sterben ab, legt die Tanne an Wachstum zu und nimmt innerhalb kurzer Zeit deren Platz ein.
Im Wirtschaftswald erreicht die Weißtanne eine Höhe von 30-40 Metern. Die Umtriebszeit beträgt 100-150 Jahre. Aus den Zeiten der Flößerei stammt der Begriff „Holländertanne“, der besonders gut entwickelten Bäume mit starken geraden Stämmen bezeichnet. Diese waren es nämlich wert, bis nach Holland geflößt zu werden, wo sie einen sehr guten Preis erzielen konnten.
Wegen ihrer Empfindlichkeit gegenüber Luftschadstoffen und den damit verbundenen Ausfällen ist der Anteil der Tanne an den Wäldern in Deutschland stark zurückgegangen. Die relativ niederschlagsarmen und warmen Sommer der letzten Jahre taten ein Übriges, um den Tannenbestand in Deutschlands Wäldern weiter zu vermindern. Wegen ihrer ausgeprägten Schattentoleranz eignet sich die Tanne allerdings sehr gut für Maßnahmen zur Naturverjüngung, die in den letzten Jahren im Waldbau verstärkt angewandt werden, so dass in absehbarer Zeit wohl wieder mit einer Zunahme des Weißtannenbestands zu rechnen ist. In Pforzheim beträgt der Anteil der Weißtanne am Gesamtbestand etwa 11 %.

Holz

Das gelblichweiße harzfreie Holz der Weißtanne findet vor allem als Bau- und Konstruktionsholz Verwendung. Darüber hinaus wird es für die Möbel- und Papierherstellung gebraucht. Geeignet ist Tannenholz auch für die Herstellung verschiedener Musikinstrumente wie z.B. Geigen und Orgeln.

 

Douglasie

Merkmale

Die Douglasie gehört zu den größten Bäumen der Erde und kann bei günstigen Wuchsbedingungen eine Höhe von mehr als 100 Metern erreichen. Bei uns weist der aus Nordamerika stammende mächtige Nadelbaum im hiebreifen Alter von 80 – 120 Jahren immerhin Höhen von bis zu 50 Metern und mehr auf. Die in der Jugend noch kegelförmige Krone hat später eine breitere und flachere Gestalt, die von quirlig in Etagen angeordneten Ästen gebildet wird. Das natürliche Höchstalter der Douglasie wird auf 500 – 700 Jahre geschätzt.

Getragen wird der Baum von einem Herzwurzelsystem, das sich vielen Bodenbedingungen gut anpassen kann. Die Borke, die beim jungen Baum von grauer Farbe und trotz der vielen Harzbeulen noch relativ glatt erscheint, ist beim älteren Baum braun gefärbt und tief längsrissig. Die weichen Nadeln der Douglasie stehen schraubig um den Zweig verteilt und duften beim Verreiben aromatisch. Sie weisen auf der Unterseite zwei Spaltöffnungsstreifen auf und werden 6-8 Jahre alt, bevor sie der Baum abwirft. Die Nadeln zersetzen sich gut und sind deshalb gute Humusbildner.

Im Alter von etwa 20 Jahren blüht die Douglasie zu ersten Mal. Sie trägt sowohl männliche als auch weibliche Blüten (einhäusig getrennt geschlechtlich). Die Befruchtung der weiblichen Blüten erfolgt durch den Wind. Die Früchte sind in Zapfen zusammen gefasst, die im Herbst bei Reife 5-10 cm lang sind und im Oktober/November die Samen mit dem Wind entlassen. Die Deckschuppen der Zapfen stehen lang hervor und sind dreispitzig. Anhand dieses Merkmals kann man die Douglasienzapfen sehr leicht von den Zapfen anderer Nadelgehölze unterscheiden.

Holz

Douglasienholz ist ein festes widerstandsfähiges Holz, das nur wenig schwindet und arbeitet. In seinen Eigenschaften ähnelt es dem Lärchenholz. Es wird als Bauholz, und als Grubenholz, aber auch in der Möbelindustrie sowie für Fenster, Treppen und Täfelungen verwendet.

Waldbau

Der schottische Botaniker David Douglas (daher der Name „Douglasie“) brachte Samen des imposanten Nadelbaums 1827 nach Europa. In Deutschland wurde die Douglasie erstmals in den 1860er Jahren angepflanzt. Da der Baum sehr schnellwüchsig ist und noch dazu ein sehr wertvolles Holz liefert, ist er für die Forstwirtschaft von relativ großer Bedeutung. Demgegenüber ist der ökologische Wert der Douglasie als nicht so hoch einzustufen, denn es gibt hierzulande nur wenig Insektenarten, die auf dem fremdländischen Baum leben.

In Pforzheim beträgt der Anteil der Douglasien an den Baumarten des Waldes 7 %.

Lärche

Merkmale

Die Europäische Lärche ist der einzige heimische Nadelbaum, der im Herbst seine Nadeln abwirft. Im Freistand entwickelt sie eine ausladende, kegelförmige Krone, während sie im Waldverband sehr geradschaftige, säulenartige Stämme mit einer eher schmalen, lockeren Krone ausbildet. Lärchen können ein beeindruckendes Alter von 200 bis 600 Jahren erreichen und wachsen dabei 30 bis 50 Meter hoch. Ihr tiefgehendes Herzwurzelsystem macht sie äußerst sturmfest und ermöglicht es ihnen, auch in felsige Bodenschichten vorzudringen. Die Rinde ist bei jungen Bäumen glatt und graugrün, wandelt sich aber im Alter zu einer tiefrissigen, borkigen Schutzschicht von rotbrauner Farbe. Die weichen, hellgrünen Nadeln stehen in büscheligen Kurztrieben zusammen und erscheinen im April. Im Herbst färben sie sich leuchtend goldgelb bis orange, bevor sie abgeworfen werden – ein natürlicher Schutz gegen Frosttrocknis im Hochgebirge. Die Lärche ist einhäusig getrenntgeschlechtlich; sie blüht meist ab einem Alter von 15 bis 30 Jahren. Die kleinen, eiförmigen Zapfen reifen im selben Jahr und verbleiben oft noch lange nach dem Samenausflug an den Zweigen. Die Samen dienen verschiedenen Vogelarten, wie dem Fichtenkreuzschnabel, und Kleinsäugern als wichtige Nahrungsquelle.

Waldbau

Die Lärche gilt als Charakterbaum der Alpen und Karpaten, besiedelt aber heute aufgrund forstlicher Förderung weite Teile Mitteleuropas von der Ebene bis in Höhenlagen von ca. 2400 m. Sie wird oft als „Lichtbaumart“ bezeichnet, da sie einen extrem hohen Lichtbedarf hat und im Schatten anderer Bäume schnell verkümmert. Als Pionierbaumart stellt sie geringe Ansprüche an die Nährstoffversorgung, benötigt jedoch gut durchlüftete Böden und verträgt keine Staunässe. Waldbaulich wird sie oft in Mischung mit der Buche oder Fichte gepflanzt, wobei sie durch ihr lichtes Kronendach das Wachstum von Unterholz begünstigt. Ihr Ziel im Forst ist die Erzeugung von wertvollem Starkholz mit hoher natürlicher Dauerhaftigkeit. Die Umtriebszeit der Lärche liegt in der Regel zwischen 100 und 140 Jahren. In Pforzheim und dem angrenzenden Nordschwarzwald wird die Lärche aufgrund ihrer Robustheit gegenüber klimatischen Extremen geschätzt, ihr Anteil am Waldbestand variiert je nach Standort, ergänzt aber wertvoll die Mischwaldstrukturen.

Holz

Das Holz der Lärche ist das schwerste und härteste unter den heimischen Nadelnutzhölzern. Es zeichnet sich durch einen schmalen, hellen Splint und einen deutlich abgesetzten, rötlich-braunen Kern aus. Aufgrund seines hohen Harzgehalts ist das Kernholz außerordentlich witterungsbeständig und fäulnisresistent, selbst ohne chemischen Holzschutz. Daher findet es bevorzugt Verwendung im Außenbau, etwa für Fassadenverkleidungen, Terrassen, Brücken und im Bootsbau. Im Innenbereich wird es wegen seiner lebhaften Zeichnung und der warmen Farbe gerne für Dielenböden, Treppen und hochwertige Möbel genutzt. Da Lärchenholz beim Trocknen stark arbeiten kann (neigt zum Werfen und Reißen), erfordert die Verarbeitung handwerkliche Sorgfalt und Erfahrung.

Fichte

Merkmale

Die gemeine Fichte ist ein immergrüner Nadelbaum. Mit bis zu 70 Metern Höhe, die sie im Freistand erreichen kann, ist die Fichte als potenziell höchster der einheimischen Nadelbäume anzusehen. Die Fichte kann etwa 600 Jahre alt werden, wird aber im Nutzwald als schnell wachsende Baumart im Alter zwischen 80 und 140 Jahren gefällt. 

Die gerbstoffreiche Rinde ist anfangs rötlichbraun, wird später graubraun und weist dann rundliche an den Rändern sich aufbiegende Schuppen auf. Die Äste verteilen sich wirtelig um den Stamm und sind im unteren Teil hängend, im mittleren Teil eher waagerecht abstehend. Im Unterschied zur Tanne sind die Nadeln der Fichte spitz und wirtelig rund um den Zweig verteilt. Sie sind im Querschnitt viereckig und sitzen auf vorspringenden Blattkissen. Ein entnadelter Fichtenzweig fühlt sich deshalb rau an. Auf jeder Seite ist an den Nadeln eine helle Spaltöffnungslinie zu erkennen.
Die Fichte bildet keine Pfahlwurzel aus und wurzelt je nach Beschaffenheit des Bodens mehr oder weniger tief. Bei Staunässe und schweren Böden ist die Wurzel flach und weit reichend (Tellerwurzel), solche Bäume können relativ leicht vom Sturm geworfen werden.
Im Alter von etwa 50 Jahren wird die Fichte geschlechtsreif und bildet dann männliche und weibliche Blütenstände aus. Die zapfenförmigen weiblichen Blütenstände sind zunächst grün gefärbt und stehen aufrecht. Nach der Befruchtung neigen sie sich abwärts und weisen zur Reifezeit im Herbst eine braune Färbung auf. Bei trockener Witterung öffnen sich die Schuppen und die Samen fliegen mit dem Wind vom Baum. Später fallen die Zapfen dann im Unterschied zu denen der Tanne als ganzes vom Baum.

Waldbau

Von Natur aus kommt die Fichte vorwiegend in subalpinen Lagen bis zu einer Höhe von 2000 Metern vor. Waldbaulich wird sie aber seit dem 18.Jahrhundert in ganz Deutschland angepflanzt und hat sich seither wegen ihrer leichten Anbaubarkeit, ihrer hohen Produktivität und wegen ihrer vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten zur zahlenmäßig wichtigsten Baumart entwickelt. Man spricht vom „Brotbaum der Forst- und Holzwirtschaft“. In den letzten Jahrzehnten hat sich aber gezeigt, dass vor allem Fichtenreinbestände auf eher ungünstigen Standorten von vielen Gefahren, wie Windwurf, Schneebruch, Schädlingsbefall und Wildverbiss bedroht sind. Saurer Regen, Hitze und Dürreperioden setzen der Fichte besonders zu. Forstlich legt man heute deshalb wieder mehr Augemerk auf die Erzielung eines gesunden Mischwalds und begründet weniger Fichtenreinbestände.
In Pforzheim beträgt der Anteil der Fichte am Gesamtbestand 6 %.

Holz

Das Holz der Fichte ist weiß, harzreich und tragfest. Hauptsächlich wird Fichtenholz als Bauholz verwendet. Daneben wird es zu Spielzeug, Möbeln und Täfelungen verarbeitet und ist auch als Resonanzboden für Streichinstrumente in Gebrauch.