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Zu Fuß unterwegs in Pforzheim

Ob auf dem Weg zur Arbeit, zur Schule oder zum Sport, beim Einkauf oder beim Ausgehen am Wochenende. Jeder Mensch ist in seinem Alltag zu Fuß unterwegs. 

Der Vorteil: Als Fußgänger ist man flexibel, benötigt wenig Platz und erreicht fast alle Ziele ohne Schwierigkeiten oder weiteren technischen Aufwand. Darüber hinaus ist Zufußgehen umwelt- und sozialverträglich und gesundheitsfördernd. Doch genau dies sorgt dafür, dass der Fußverkehr in seiner Bedeutung unterbewertet wird sowie bei Stadt- und Verkehrsplanung nicht ausreichend Berücksichtigung findet. 

 

Modellprojekt "Gehwege freiräumen"

Die Stadt Pforzheim ist eine von vier Kommunen, die am Modellprojekt “Gehwege freiräumen - Raum fürs Gehen schaffen” der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg mbH (NVBW) und des Ministeriums für Verkehr Baden-Württemberg teilnehmen. Ein Grund dafür ist die sehr große Bedeutung des Fußverkehrs in Pforzheim. Rund jeder dritte Weg wird hier zu Fuß zurückgelegt. Ziel des Projekts ist es Wege in der Stadt für Fußgängerinnen und Fußgänger attraktiver zu gestalten und Hindernisse aus dem Weg zu räumen.

In Pforzheim soll im Rahmen dieses Projektes das Sedanquartier unter die Lupe genommen werden. Untersucht wird, ob die Gehwege dort ihrer eigentlichen Bestimmung zur Verfügung stehen, dem zu Fuß gehen. Denn Hindernisse wie Mülltonnen, Masten, E-Scooter und parkende Autos machen die Fortbewegung zu Fuß unattraktiv oder sogar gefährlich. Das Modellprojekt soll dabei unterstützen attraktive und sichere Gehwege im Einklang mit anderen Nutzungen, wie beispielsweise der Außengastronomie, zu schaffen.

Warum das Sedanquartier?

Die Straßen im Sedanquartier sind charakterisiert durch unterschiedliche Nutzungen. Hier gibt es Einzelhandel, Gastronomie sowie Wohnen und Arbeiten. Die Gehwege werden teilweise für Auslagen des Einzelhandels, für gastronomische Angebote und für Parkplätze genutzt. Hinzu kommen Parkscheinautomaten, Verkehrsschilder und Haltestellen sowie weitere Hindernisse wie beispielsweise Mülltonnen an bestimmten Tagen. Die Vielfältigkeit der Angebote im Sedanquartier bietet die Möglichkeit im Rahmen des Modellprojekt Lösungen für verschiedene Probleme zu entwickeln. Diese Lösungen sollen anschließend zielgerichtet auf andere Bereiche in Pforzheim übertragen werden können.

Erfassung des öffentlichen Straßenraums im Sedanquartier aus Sicht des Fußverkehrs

Das im Rahmen des Modellprojekts beauftragte Planungsbüro VIA führt eine digitale Erfassung des öffentlichen Straßenraums aus Fußverkehrsperspektive durch, um eine fundierte Datengrundlage für die Entwicklung von Lösungen zu erhalten. Erfasst werden dabei voraussichtlich Ende Mai Gehwege bzw. der gesamte Seitenraum sowie angrenzende Fahrbahnflächen im Sedanqartier, insbesondere die Weiherstraße und die Bleichstraße und Dillsteinerstraße im Abschnitt zwischen Jörg-Ratgeb-Straße und Jahnstraße.

Mithilfe der erhobenen Daten können anschließend Handlungsbedarfe abgeleitet werden, die der Verbesserung der bestehenden Infrastruktur dienen und somit die Grundlage dieses Projektes bilden.

Die erfassende Person ist mit einer 360-Grad-Kamera ausgestattet und wird im Pforzheimer Sedanquartier unterwegs sein. Die Kamera zeichnet während der Begehung Fotos auf. Diese Aufnahmen werden nach der Begehung lokal gespeichert, in Einzelbilder zerlegt und durch eine Software anonymisiert. Dadurch werden Kennzeichen und Gesichter unkenntlich gemacht. Nicht anonymisiertes Rohmaterial wird sofort, unwiederbringlich und vollständig gelöscht. Das eingesetzte Personal sichtet die Aufnahmen nicht.

Darüber hinaus wird der Rucksack des Personals mit einem QR-Code gekennzeichnet, der auf die Datenschutzerklärung verweist. Die Datenschutzerklärung zum Vorgang finden Sie auf der Website des Planungsbüros VIA Köln.

Projektverantwortlichkeit

Das Projekt wird federführend vom Grünflächen- und Tiefbauamt betreut. Im gesamten Zeitraum unterstützt das Planungsbüro VIA bei der Durchführung. Es findet außerdem in enger Zusammenarbeit mit weiteren städtischen Ämtern und Dienststellen statt. Ebenso werden selbstverständlich die Einzelhändler und gastronomischen Betriebe sowie alle weiteren Betroffenen intensiv eingebunden. Entscheidend für den Erfolg des Projekts ist eine transparente Herleitung von Maßnahmen im konstruktiven Austausch aller Beteiligten.

Fussverkehrs-Check Oststadt

Das Grünflächen- und Tiefbauamt hat letztes Jahr gemeinsam mit dem Planungsamt einen Fußverkehrscheck in der Oststadt durchgeführt. 

Dabei handelt es sich um ein Beteiligungsformat, bei dem die Teilnehmenden die Möglichkeit haben, gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus der städtischen Fachverwaltung die Aspekte des Fußverkehrs in der Oststadt unter die Lupe zu nehmen. Der Fokus liegt beispielsweise auf Möglichkeiten zur sicheren Querung von Straßen, ausreichende Breiten von Gehwegen und der Barrierefreiheit. Hierbei werden die Belange aller Zufußgehenden von jung bis alt, mit Kinderwagen, Rollator, Rollstuhl usw. berücksichtigt.

 

Mitmach-Aktion #allesgeht

Die agfk Baden-Württemberg hat mit der Mitmachaktion #allesgeht einen Wettbewerb initiiert, bei dem das Zufußgehen gefördert und (wieder mehr) in den Vordergrund gestellt werden soll. 

Im Zuge der Mitmach-Aktion #allesgeht haben Sie im Oktober 2026 wieder die Möglichkeit an verschiedenen Angeboten teilzunehmen. 

Ob Sie bei der Schritte-Challenge mit Freunden im Team möglichst viele Schritte sammeln, bei der Mitmach-Aktion Walk and Talk  die Stadt auf vorgeschlagenen Spazierrouten selbst entdecken, oder bei den Geh-Café an Führungen teilnehmen…

Hauptsache zu Fuß!

Schulwegepläne

Ein aktiver Schulwege fördert die Verkehrsbildung, sorgt für frische Luft und Bewegung am Morgen. Um Kindern den Schulweg zu erleichtern, erstellt die Stadt Pforzheim Schulwegepläne.

Schulwegepläne für Pforzheim