Der Büchenbronner Aussichtsturm soll denkmalgerecht saniert und wieder für die Öffentlichkeit zugänglich werden. Welche Schäden dafür behoben werden müssen und wie die nächsten Schritte aussehen, erläuterte Baubürgermeister Tobias Volle heute bei einem Vor-Ort-Termin am Turm. Gemeinsam mit den beteiligten Fachleuten stellte er interessierten Mitgliedern des Gemeinderats und des Ortschaftsrats Büchenbronn sowie Vertreterinnen und Vertretern der Presse die gutachterlichen Erkenntnisse und den aktuellen Planungsstand vor. „Wir wollen dieses historische Wahrzeichen erhalten und wieder sicher zugänglich machen“, betonte Volle. „Dafür müssen wir seine besondere Konstruktion und die Anforderungen des Denkmalschutzes zusammenbringen.“
Der 1883 errichtete, gut 26 Meter hohe Aussichtsturm ist seit 1974 im Eigentum der Stadt Pforzheim. Seine Aussichtsplattform liegt auf einer Höhe von 24,75 Metern. Als technisches Kulturdenkmal, Wahrzeichen des Stadtteils und Ausflugsziel hat er eine besondere Bedeutung für Büchenbronn und den Naherholungsraum. Seine filigrane Konstruktion aus vorgefertigten Metallbauteilen macht ihn auch zu einem besonderen Zeugnis der Industriegeschichte. Im Laufe seiner Geschichte wurde er mehrfach instandgesetzt, unter anderem umfassend in den Jahren 1957 und 1958 sowie erneut 1984. Bereits die Instandsetzung von 1984 wurde vom Landesamt für Denkmalpflege gefördert. Nach dem Sturm Lothar folgten im Jahr 2000 Reparaturen und Austauscharbeiten im oberen Turmdrittel. Nicht nur die Stadt Pforzheim, sondern auch das Landesamt für Denkmalpflege hat großes Interesse daran, den denkmalgeschützten Turm zu erhalten.
Eine Sicherheitsüberprüfung im Oktober 2024 hatte erhebliche Schäden an der Konstruktion ergeben. Daraufhin musste der Turm gesperrt werden. Um den Gesamtzustand genauer beurteilen zu lassen, beauftragte das städtische Gebäudemanagement das Fachbüro Mirow / Schmidtke mit einer vertieften Untersuchung. Das Gutachten vom 1. August 2025 bestätigte den erheblichen Sanierungsbedarf. Eine Stütze ist stark verformt, die äußeren Stützen sind nicht ausreichend gegen seitliches Ausknicken gesichert. Hinzu kommen gebrochene Verbindungsstellen, Risse an einem Klemmelement und erhebliche Rostschäden, auch unter Anstrichen und an Verschraubungen. Stahlseile weisen Schäden auf und sind teilweise unzureichend gespannt. Zudem sind bei den Reparaturen im Jahr 2000, Schweißverbindungen hergestellt worden, welche die historischen Rohre schädigen und nun massive Schwachstellen an der bestehenden Plattform darstellen. Damit betreffen die Mängel nicht nur einzelne Bauteile, sondern das Zusammenspiel der gesamten Konstruktion. Eine Wiedereröffnung ist erst nach einer umfassenden Sanierung möglich. „Einzelne Reparaturen reichen hier nicht aus“, erklärte Volle. „Wir brauchen ein Gesamtkonzept, das den Turm als Denkmal bewahrt und seine sichere Nutzung dauerhaft ermöglicht.“
Als Nächstes steht die Sanierungsplanung an. Die Stadt hat die Planungsleistungen bereits ausgeschrieben und wählt derzeit ein geeignetes Fachplanungsbüro aus. Nach der Vergabe soll bis Mitte 2027 ein Sanierungskonzept erarbeitet werden, das eng mit dem Landesamt für Denkmalpflege abgestimmt wird. Auch die spätere bauliche Umsetzung muss in enger Abstimmung mit dem Landesamt erfolgen. Zunächst sind die Tragfähigkeit der Konstruktion und das Ausmaß der Schäden im Detail zu untersuchen. Dabei geht es auch darum, geeignete Sanierungsverfahren für die historischen Rohre und Gussbauteile festzulegen. Der Korrosionsschutz muss erneuert werden. Verbindungen, Seile und stabilisierende Bauteile müssen so instandgesetzt oder angepasst werden, dass sie wieder zuverlässig zusammenwirken. Zugleich soll die Sanierung die Voraussetzungen dafür schaffen, den Turm künftig systematisch zu warten und zu prüfen.
Nach Abschluss der Planung soll der Gemeinderat über die denkmalgerechte Sanierung entscheiden. Auf Grundlage dieses Beschlusses können anschließend Fördermittel beantragt werden. Vorbehaltlich der erforderlichen Haushaltsbeschlüsse und der Bewilligung der Fördermittel ist die bauliche Umsetzung für 2028 vorgesehen. „Unser Ziel ist klar. Der Weg dorthin braucht eine sorgfältige Planung, die politischen Beschlüsse und eine gesicherte Finanzierung“, so Volle. Bis zur Sanierung bleibt der Aussichtsturm gesperrt. Seit September 2026 verhindert eine massive Einhausung aus Aluminiumplatten an einem vier Meter hohen Baugerüst den unbefugten Zugang.

