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Staatsminister Gunther Krichbaum informiert sich über Förderprojekt im Stadtarchiv

Zum Originalerhalt der Archivmaterialien

Sieben Personen stehen vor einem Archivregal des Stadtarchivs Pforzheim.
Staatsminister Gunther Krichbaum (zweiter von links) besuchte das Stadtarchiv Pforzheim, gemeinsam mit Kulturamtsleiterin Angelika Drescher, Kulturbürgermeister Tobias Volle, der stellvertretenden Archivleiterin Dr. Sonja Hillerich, dem Vorsitzenden des Fördervereins für das Stadtarchiv, Kai Adam, der Leiterin des Stadtarchivs, Dr. Klara Deecke, und Sandra Bugglé, der Leiterin des Wahlkreisbüros Gunther Krichbaum.
© Stadt PforzheimFoto: Emma Teuscher

Am Montag, 20. Juli, war Staatsminister Gunther Krichbaum im Stadtarchiv Pforzheim zu Gast, um sich über das mit Mitteln von Bund und Ländern geförderte Projekt „Originale dauerhaft erhalten!“ zur langfristigen Sicherung des schriftlichen kulturellen Erbes zu informieren. Begleitet wurde er dabei von Kulturbürgermeister Tobias Volle, Stadtrat Kai Adam, dem Vorsitzenden des Fördervereins für das Stadtarchiv, sowie von Kulturamtsleiterin Angelika Drescher. Die Bundestagsabgeordneten Gunther Krichbaum und Katja Mast setzten sich in Berlin für den Förderantrag des Stadtarchivs ein – eine wertvolle Unterstützung für Pforzheim.

„Es ist gut zu sehen, was mit den Fördermitteln des Bundes in Höhe von 28.700 Euro im historischen Stadtarchiv Pforzheim für den Erhalt des wichtigen Archivs erreicht werden konnte. Archive sind der Spiegel der Vergangenheit und müssen für künftige Generationen erhalten bleiben“, so Krichbaum.

Nachdem Ende Mai die Förderung zugesagt wurde, ist das Projekt nun in der Umsetzung. Damit kann das Stadtarchiv eine wichtige Erhaltungsmaßnahme umsetzen: Die amtlichen Bestände des Besatzungskostenamts, des Steueramts und des Gemeindearchivs Eutingen werden entsäuert. In zwei Etappen werden insgesamt drei Tonnen Archivgut einer Papierentsäuerung unterzogen, um die wertvollen Quellen zur Geschichte Pforzheims vor dem Zerfall zu retten. „Die Förderzusage unterstreicht die hohe und überregionale Bedeutung unserer Pforzheimer Archivbestände. Als Geschichtsquellen für unsere Stadt und darüber hinaus sind sie unverzichtbar“, betont Kulturbürgermeister Tobias Volle. „Umso dankbarer sind wir unseren Bundestagsabgeordneten, dass sie sich für die Entsäuerung unserer Archivbestände in Pforzheim stark gemacht haben, darunter auch Gunther Krichbaum, der sich heute selbst ein Bild vom Projekt machen konnte.“

Die Leiterin des Stadtarchivs, Dr. Klara Deecke, und ihre Stellvertreterin sowie Projektverantwortliche, Dr. Sonja Hillerich, gaben dem Staatsminister bei seinem Besuch außerdem einen Einblick in die erfolgreiche Drittmittelakquise der vergangenen Jahre. So wurde seit 2020 jeder Förderantrag des Stadtarchivs bewilligt. Im Gespräch wurde auch die Perspektive eines künftigen Archivstandorts im Lutherhaus mit einer klimatisierten unterirdischen Archivfläche angesprochen. Für ein solches Projekt wäre die Unterstützung durch Bund und Land ebenfalls von großer Bedeutung. Kulturbürgermeister Tobias Volle begrüßte dabei das klare Signal von Staatsminister Gunther Krichbaum, sich hierfür einsetzen zu wollen. Für das Stadtarchiv ist die Förderung aus Bundesmitteln eine wertvolle und dringend benötigte Unterstützung, besonders da zahlreiche weitere Bestände entsäuert werden müssen. Nur aus eigenen Haushaltsmitteln könnte das Stadtarchiv das Gesamtprojekt „Originale dauerhaft erhalten!“ nicht angemessen umsetzen.

Entsäuerungsprozess

Die Entsäuerung ist notwendig, um chemische Abbauprozesse im Papier zu stoppen. Besonders Papiere aus der Zeit zwischen 1914 und den 1980er Jahren sind aufgrund ihrer Zusammensetzung säurehaltig und deshalb von einem beschleunigten Papierzerfall betroffen. Um die Benutzbarkeit zu erhalten, müssen die Unterlagen möglichst früh in einem Spezialverfahren entsäuert werden. Nur so können sie für die Zukunft erhalten werden und auch noch in einigen Jahrhunderten von interessierten Nutzerinnen und Nutzern im Original eingesehen und für Forschungen verwendet werden.

Das Förderprogramm

Die Finanzspritze für das Stadtarchiv Pforzheim stammt aus Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und der Kulturstiftung der Länder. Das Förderprogramm „Schriftliches Kulturgut erhalten“ unterstützt Kulturerbeeinrichtungen in ganz Deutschland bei der Erhaltung unersetzlicher Originale. Betreut wird es von der Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK). Die KEK wählt die eingereichten Projekte nach Gefährdung, Bedeutung und Nutzung aus. Nur Bestände von hohem kulturhistorischem Wert oder hohem Auswertungspotenzial werden berücksichtigt.