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Pforzheimer Fahne weht wieder auf Pforzheims höchstem Haus

Gruppe um Bürgermeister Tobias Volle besucht die Pforzheimer Hütte auf 2.308 Metern – Berghaus feiert in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen

Die Pforzheimer Fahne weht vor dem Tiroler Alpenpanorama.
Seit diesem Wochenende weht die Fahne der Stadt Pforzheim wieder hoch oben in den Tiroler Alpen.
© Stadt PforzheimFoto: Stadt Pforzheim
Baubürgermeister Tobias Volle (rechts), Sonja Störzbach und Oliver Marc Heinz  stehen vor der gehissten Fahne.
Baubürgermeister Tobias Volle (rechts), Sonja Störzbach und Oliver Marc Heinz brachten die Fahne zur Pforzheimer Hütte.
© Stadt PforzheimFoto: Stadt Pforzheim
Auf dem Bild ist die Pforzheimer Hütte in den Tiroler Alpen zu sehen.
Die Pforzheimer Hütte ist Pforzheims "höchstes" Haus.
© Stadt PforzheimFoto: Stadt Pforzheim
Bürgermeister Tobias Volle, Sonja Störzbach und Oliver Marc Heinz stehen vor einem Gipfelkreuz in den Tiroler Alpen.
Auch einen Gipfel gab es für die Gruppe von Bürgermeister Tobias Volle, Sonja Störzbach und Oliver Marc Heinz zu erklimmen.
© Stadt PforzheimFoto: Stadt Pforzheim

Seit diesem Wochenende weht die Fahne der Stadt Pforzheim wieder hoch oben in den Tiroler Alpen: Eine kleine Gruppe unter Führung von Bürgermeister Tobias Volle brachte die Stadtfahne gemeinsam mit Bruno Kohl, dem zweiten Vorsitzenden der Sektion Pforzheim 1891 e.V. im Deutschen Alpenverein, auf die auf 2.308 Metern gelegene Pforzheimer Hütte im Sellrain in Tirol. Am frühen Sonntagmorgen wurde dort die Fahne des Deutschen Alpenvereins eingeholt und unter musikalischer Begleitung des Tiroler Liedes und des Badnerliedes die Pforzheimer Fahne gehisst. „Die Pforzheimer Hütte trägt den Namen unserer Stadt seit nunmehr einem Jahrhundert weit über die Stadtgrenzen hinaus. Deshalb war es für uns etwas ganz Besonderes, im Jubiläumsjahr die Pforzheimer Fahne auf 2.308 Metern Höhe zu bringen und dort zu hissen. Die Hütte ist ein beeindruckendes Stück Pforzheimer Geschichte inmitten der Tiroler Bergwelt – und zugleich ein sichtbares Zeichen dafür, was ehrenamtliches Engagement über Generationen hinweg schaffen und bewahren kann“, so Bürgermeister Tobias Volle.

Die Verbindung zwischen Pforzheim und den Alpen reicht weit zurück. Bereits 1891 wurde die Sektion Pforzheim des Deutschen Alpenvereins gegründet. Nachdem die erste Pforzheimer Hütte am Schlinigpass infolge des Ersten Weltkriegs verloren gegangen war, suchte die Sektion nach einem neuen Standort. In den Jahren 1925 und 1926 entstand schließlich hoch über dem Gleirschtal die heutige Pforzheimer Hütte, die auch den Beinamen Adolf-Witzenmann-Haus trägt. Am 5. September 1926 wurde das neue Berghaus feierlich eingeweiht. Damit kann die Hütte in diesem Jahr auf ihr 100-jähriges Bestehen zurückblicken.

Mit Mountainbike und zu Fuß zur Pforzheimer Hütte

Für die Pforzheimer Gruppe begann die Tour am Samstagmorgen in Pforzheim. Über den Fernpass ging es zunächst nach St. Sigmund im Sellrain. Dort wechselte die Gruppe auf Mountainbikes und legte rund 6,5 Kilometer durch das Gleirschtal zurück. Bis zur Materialseilbahn waren dabei etwa 600 Höhenmeter zu überwinden. Die Fahrräder blieben anschließend an der Talstation zurück, bevor die letzten rund 200 Höhenmeter zu Fuß bis zur Hütte bewältigt wurden. Am frühen Nachmittag erreichte die Gruppe bei bestem Bergwetter und Temperaturen um 20 Grad die Pforzheimer Hütte. Dort wurde sie von Bruno Kohl vom DAV Pforzheim herzlich empfangen. Für die Bewirtung sorgte das Hüttenteam um Nora und Sara, das die Pforzheimer Gäste während ihres Aufenthalts bestens versorgte. Nach dem Aufstieg blieb zunächst Zeit, bei einem kühlen Erfrischungsgetränk die besondere Atmosphäre und die eindrucksvolle Bergkulisse rund um die Hütte zu genießen. 

Nachhaltige Technik auf 2.308 Metern

Neben Geschichte und Lage der Hütte stand auch ein Blick hinter die Kulissen auf dem Programm. Bruno Kohl führte die Gruppe durch die Haustechnik und erläuterte die moderne Energie- und Abwasserinfrastruktur. Die Sektion Pforzheim hat in den vergangenen Jahren nahezu eine Million Euro investiert, um die Hütte nachhaltig und möglichst autark zu betreiben. Zum technischen Konzept gehören unter anderem Wasserkraft, Photovoltaik, Batteriespeicher, ein mit Pflanzenöl betriebenes Blockheizkraftwerk sowie eine biologische Kläranlage. „Eine Berghütte auf 2.308 Metern zuverlässig und zugleich möglichst nachhaltig zu betreiben, ist technisch eine besondere Herausforderung“, erläutert Bruno Kohl. „Mit unserem Energiemix und der modernen Abwassertechnik haben wir dafür eine sehr gute Lösung gefunden. Entscheidend ist, Versorgungssicherheit und einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen miteinander zu verbinden.“ Volle zeigte sich nach dem Rundgang beeindruckt: „Hier wird sehr anschaulich deutlich, wie Tradition und moderne Technik zusammengehen können. Gerade an einem ökologisch so sensiblen Ort ist dieser verantwortungsvolle Umgang mit Energie und Ressourcen vorbildlich.“

Pforzheimer Stadtfahne zum Sonnenaufgang

Der symbolische Höhepunkt des Besuchs folgte am Sonntagmorgen. Kurz nach Sonnenaufgang wurde zunächst die bis dato gehisste DAV-Fahne eingeholt und durch die Fahne der Stadt Pforzheim ersetzt. Musikalisch umrahmt wurde der besondere Moment durch das Tiroler Lied und das Badnerlied. Damit ist im Jubiläumsjahr auch die Heimatstadt der Hütte auf 2.308 Metern weithin sichtbar vertreten. „Dieser Moment am frühen Morgen war für uns alle etwas Besonderes“, so Volle. „Mitten in den Tiroler Bergen die Pforzheimer Fahne über der Pforzheimer Hütte wehen zu sehen, schafft eine ganz unmittelbare Verbindung zwischen unserer Stadt und diesem besonderen Ort.“

Ein Gipfel durfte nicht fehlen

Nach dem Hissen der Fahne stand noch eine Bergtour auf dem Programm. Ziel war der 2.829 Meter hohe Samerschlag, der als Hausberg der Pforzheimer Hütte gilt und dessen Gipfelkreuz bereits von der Hütte aus sichtbar ist. Die Tour führte zunächst entlang des Walfesbachs in Richtung Walfestal und weiter zum Gleirschjöchl. Über die Nordflanke des Samerschlags ging es anschließend in Serpentinen bergauf. Die letzten Meter zum Gipfel führten über einen schmalen Pfad und eine Rinne mit leichter Kletterei. Nach erfolgreicher Gipfelbesteigung kehrte die Gruppe zur Pforzheimer Hütte zurück und stärkte sich dort noch einmal, bevor der Abstieg zur Materialseilbahn begann. Von dort folgte schließlich der deutlich entspanntere Teil der Tour: Mit den Mountainbikes ging es überwiegend bergab zurück nach St. Sigmund.

Jubiläumsjahr auf der Pforzheimer Hütte

Die Pforzheimer Hütte ist in der Sommersaison noch bis voraussichtlich 20. September 2026 geöffnet und damit auch in den kommenden Wochen ein attraktives Ziel für Bergwanderer und Alpenfreunde. Ein besonderer Höhepunkt steht Anfang September bevor: Vom 4. bis 6. September 2026 feiert die DAV-Sektion Pforzheim das 100-jährige Bestehen der heutigen Pforzheimer Hütte mit einem großen Jubiläumsfest. „100 Jahre Pforzheimer Hütte stehen für Generationen von Menschen, die Verantwortung übernommen, angepackt und diesen besonderen Ort erhalten und weiterentwickelt haben“, betont Bürgermeister Volle. „Dass die Hütte heute gleichzeitig traditionsreich und technisch modern dasteht, ist die beste Voraussetzung dafür, dass sie auch in Zukunft ein Stück Pforzheim mitten in den Alpen bleibt.“ 

Informationen zur Pforzheimer Hütte und zum Jubiläumsfest sind beim Deutschen Alpenverein, Sektion Pforzheim, unter www.alpenverein-pforzheim.de erhältlich.