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Partnerschaftsaustausch über Mobilität und Kooperationsprojekte

Arbeitsbesuch aus Vicenza in Pforzheim

Sieben Personen auf einem Gruppenfoto, im Hintergrund ist ein blauer Himmel zu erkennen.
(v.l.): Isabel Schmidt-Mappes vom Schmuckmuseum, Michael Kiefer, Leiter der Goldschmiedeschule, Friederike Zobel, Leiterin des Schmuckmuseums, Elia Pizzolato, Stadtrat und Partnerschaftsbeauftragter aus Vicenza, Kulturbürgermeister Tobias Volle, Partnerschaftsbeauftragte Susanne Schreck und Michael Ketterer von der Brauerei Ketterer im städtepartnerschaftlichen Austausch.
© Federica BertagninFoto: Federica Bertagnin

In der vergangenen Woche waren Elia Pizzolato, Stadtrat und Partnerschaftsbeauftragter aus Pforzheims Partnerstadt Vicenza, sowie Stadtrat Christiano Spiller in Pforzheim zu Gast, um sich mit Bürgermeister Tobias Volle sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung auszutauschen. Dabei ging es unter anderem um ein Ausstellungsprojekt in Italien sowie den Themenkomplex der nachhaltigen Mobilität in beiden Städten. 

Die internationale Ausstellungsreihe „Ispirazione Europa“ 

Die 35-jährige Städtepartnerschaft zwischen Pforzheim und Vicenza soll im kommenden Jahr mit neuen gemeinsamen Projekten weiter vertieft werden: Die italienische Stadt möchte Pforzheim in die internationale Ausstellungsreihe „Ispirazione Europa“ einbinden, um die städtepartnerschaftlichen Beziehungen besonders hervorzuheben. 

Im Rahmen von Arbeitsgesprächen mit Bürgermeister Tobias Volle, der Leiterin des Schmuckmuseums, Friederike Zobel, dem Leiter der Goldschmiedeschule, Michael Kiefer, sowie der Partnerschaftsbeauftragten Susanne Schreck wurden Möglichkeiten der weiteren Zusammenarbeit erörtert. „Städtepartnerschaften leben von Begegnungen und gemeinsamen Erlebnissen. Gerade die Kultur bietet eine besondere Möglichkeit, Menschen über Grenzen hinweg miteinander zu verbinden. Die geplanten Projekte mit Vicenza zeigen, wie aus einer gewachsenen Freundschaft neue kreative Impulse entstehen können“, betont Bürgermeister Tobias Volle. 

Der Ausstellungszyklus in den historischen Räumen der Basilica Palladiana widmet sich den kulturellen Beziehungen Italiens zu seinen europäischen Partnerländern Deutschland, Frankreich und Spanien. Den Auftakt bildet die Ausstellung „Italien – Deutschland“, die vom 13. November 2026 bis zum 2. Mai 2027 zu sehen sein wird. Sie beleuchtet die vielfältigen künstlerischen und kulturellen Verbindungen zwischen beiden Ländern im 19. und 20. Jahrhundert. Ziel ist es, Europa als Raum des Austauschs und der Begegnung sichtbar zu machen. Begleitend sind daher auch Veranstaltungen geplant, die die langjährige Freundschaft zwischen Vicenza und Pforzheim erlebbar machen. 

Ein Schwerpunkt der geplanten Zusammenarbeit zwischen Pforzheim und Vicenza liegt auf der gemeinsamen Tradition der Gold- und Schmuckkunst. Vorgesehen ist eine Sonderausstellung in Vicenza, bei der ausgewählte Stücke aus dem Schmuckmuseum Pforzheim und dem Schmuckmuseum Vicenza zusammengeführt werden sollen. Auch der künstlerische Nachwuchs soll in die Jubiläumsaktivitäten einbezogen werden. Die bestehende Zusammenarbeit zwischen der Goldschmiedeschule mit Uhrmacherschule Pforzheim und dem Istituto Tecnico G. Ambrosoli (GAVI) soll durch ein gemeinsames Projekt weiter ausgebaut werden.

Ein besonderes Projekt wird die Kooperation zwischen Lucky Brews Vicenza und der Privatbrauerei Ketterer sein. Die beiden Brauereien planen, in Vicenza ein gemeinsames „Partnerschaftsbier“ zu brauen. Dieses soll dann anlässlich der großen Ausstellung „Ispirazione Europa“ im Rahmen eines Oktoberfestes in Vicenza ausgeschenkt werden. 

Nachhaltige Mobilität in den Partnerstädten

In einem weiteren offenen Austausch ging es um die Chancen und Herausforderungen nachhaltiger städtischer Mobilität. Dabei sprachen die Teilnehmenden unter anderem über die Kommunikation mit den Bürgerinnen und Bürgern. Samuel Morcelli vom Grünflächen- und Tiefbauamt stellte im Gespräch einige Themen vor.

Im Bereich Radverkehr zeigte sich, dass Vicenza und Pforzheim vor ähnlichen Herausforderungen stehen. Nutzungskonflikte zwischen mehreren Parteien erschweren die Umsetzung geplanter Maßnahmen in beiden Städten. Auch beim Thema Schulmobilität wurden Gemeinsamkeiten deutlich. Die Gäste aus Vicenza stellten ein Konzept vor, bei dem Eltern mit Unterstützung der Kommune Schülergruppen sicher zur Schule begleiten. Im Gegenzug berichtete die Stadt Pforzheim von einem derzeit gemeinsam mit der Schanzschule entwickelten Quartierskonzept zur Verbesserung der Schulwegsicherheit. Neben Eltern, Schulleitung und Lehrkräften wirken daran auch verschiedene Ämter der Stadtverwaltung mit.

Beide Seiten bekräftigten ihr Interesse, den fachlichen Austausch auch künftig fortzuführen und voneinander zu lernen.

Hintergrund

Das Jahr 2026 hat für die deutsch-italienischen Beziehungen eine besondere historische Bedeutung: Vor 75 Jahren, am 4. April 1951, nahmen die Bundesrepublik Deutschland und die Italienische Republik ihre diplomatischen Beziehungen nach dem Zweiten Weltkrieg wieder auf. Dieser Neubeginn war ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur heutigen engen Freundschaft beider Länder und ihrer gemeinsamen europäischen Zusammenarbeit. Zugleich blicken Pforzheim und Vicenza auf eine 35-jährige offizielle Städtepartnerschaft zurück, die von zahlreichen Begegnungen in den unterschiedlichsten Bereichen geprägt ist.

Die ersten Kontakte Anfang der 80er-Jahre zwischen Pforzheim und Vicenza gehen auf die Polizei zurück: Pforzheimer Polizeibeamte lernten über Kollegen aus Mühlacker Polizisten aus dem Umland von Vicenza kennen. Bald kam es zu einem regen Austausch innerhalb der International Police Association (IPA). Im Jahr 1991 wurde schließlich der Partnerschaftsvertrag zwischen Vicenza und Pforzheim unterzeichnet.