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Oberbürgermeister Peter Boch besucht Partnerstadt Tschenstochau

Austausch über Stadtentwicklung, Soziales, Kultur und Bildung

Eine Gruppe von 4 Männern und einer Frau, die in einer Reihe stehen und lächeln.
Marcin Biernat (Vorsitzender des Stadtrats Tschenstochau), Oberbürgermeister Peter Boch, Susanne Schreck, Zdzisław Wolski (stellvertretender Oberbürgermeister Tschenstochau), Wenzel Phillip (Vorsitzender der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Pforzheim-Enzkreis)
© Stadt PforzheimFoto: Łukasz Kolewiński

Vom 7. bis 10. September reiste eine Delegation aus Pforzheim in die polnische Partnerstadt Tschenstochau, einem der bedeutendsten Wallfahrtsorte Europas und regionales Zentrum für Wirtschaft, Bildung, Wissenschaft und Kultur. Oberbürgermeister Peter Boch zog Bilanz zur bisherigen Zusammenarbeit, informierte sich über aktuelle Entwicklungen und plante gemeinsam mit den polnischen Partnern neue Projekte. 

Die Pforzheimer Delegation beschäftigte sich vor Ort mit der städtebaulichen und wirtschaftlichen Entwicklung sowie der Revitalisierung ehemaliger Industriebrachen. „Tschenstochau beeindruckt mit seiner besonderen Geschichte und modernen Ausstrahlung. Wir haben gesehen, wie zukunftsorientiert die Stadt voranschreitet. Besonders wertvoll ist der direkte Austausch über kommunale Herausforderungen und gemeinsame Lösungsansätze“, erklärte Oberbürgermeister Boch. 

Auch sozialpolitische Themen standen im Fokus. Beide Seiten diskutierten die Integration ukrainischer Geflüchteter, die Arbeit mit Pflegefamilien und Maßnahmen zur frühzeitigen Krisenintervention. Dabei tauschten sie Erfahrungen aus und lernten unterschiedliche Ansätze kennen. 

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Kultur. Die Delegation besuchte das Museum von Tschenstochau, die Städtische Kunstgalerie und das Adam-Mickiewicz-Theater. Diese Begegnungen zeigten die Vielfalt der kulturellen Beziehungen zwischen beiden Städten. 

Zur Pforzheimer Delegation gehörten neben Peter Boch die Städtepartnerschaftskoordinatorin Susanne Schreck, Wenzel Phillip, Vorsitzender der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Pforzheim-Enzkreis, und Aneta Zalewska, die auch als Dolmetscherin fungierte. Auf polnischer Seite nahmen unter anderem die stellvertretenden Oberbürgermeister Zdzisław Wolski und Łukasz Kot sowie der Stadtratsvorsitzende Marcin Biernat teil. 

Lebendige Stadtpartnerschaft
Die Kontakte zwischen Pforzheim und Tschenstochau bestehen seit 1989. 2007 besiegelte ein offizieller Vertrag die Städtepartnerschaft, die sich seither stetig weiterentwickelt. Neben den Stadtverwaltungen gibt es regelmäßige Begegnungen in den Bereichen Schule, Bildung, Kultur und Sport. 

„Unsere Partnerschaft lebt von den Menschen, die sie gestalten. Ob Schülerinnen und Schüler, Auszubildende, Künstlerinnen und Künstler oder Sportlerinnen und Sportler – sie alle machen aus einer Vereinbarung eine lebendige Freundschaft“, betonte Oberbürgermeister Boch. 

Besonders lebendig ist die Partnerschaft im Austausch von Schulen und jungen Menschen. Ende September wird eine Pforzheimer Auszubildende im Rahmen der Erasmus+-Akkreditierung ein Praktikum am Theater in Tschenstochau absolvieren. Im Oktober reist eine Gruppe der Ludwig-Erhard-Schule nach Tschenstochau, während die Zespół Szkół Plastycznych aus Tschenstochau vom 28. September bis 7. Oktober die Goldschmiedeschule Pforzheim besucht. 

Im November wird ein Fotokünstler aus Tschenstochau nach Pforzheim kommen. Daraus soll ein fotografischer Austausch entstehen, der 2027 in beiden Städten mit Ausstellungen zum Projekt „Mit den Augen der Freundschaft“ gipfelt. Auch der Sport verbindet: Zwei Pforzheimer Sportler nahmen am Straßenlauf in Tschenstochau vom 10. bis 14. September teil.

Eine besondere Verbindung zwischen Pforzheim und Tschenstochau besteht über den Sigismund-Ring. Das historische Schmuckstück aus dem Schmuckmuseum Pforzheim wurde bereits in Tschenstochau ausgestellt. Dort fiel die Ähnlichkeit mit einem seit dem Zweiten Weltkrieg vermissten Ring aus der Königlichen Schatulle in Krakau auf. Pforzheim gab den Ring an Polen zurück. Ursprünglich wollte Oberbürgermeister Boch die Rückgabe bei seinem Besuch in Tschenstochau vornehmen, doch die Übergabe erfolgte bereits am 17. Juni 2026 im Rahmen des Deutsch-Polnischen Forums in Berlin. Dort überreichte man den Ring zusammen mit weiteren Kulturgütern offiziell an Polen.