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Glanzstück von Fouquet und Mucha für Schmuckmuseum

Feierliche Übergabe durch Werner Wild Stiftung

Vier Personen vor einer Vitrine mit Schmuck
Friederike Zobel, Leiterin des Schmuckmuseums Pforzheim, Hans-Heiner Bouley und Carsten von Zepelin, beide Vorstand der Werner Wild Stiftung, sowie Christianne Weber-Stöber, einstige Leiterin des Goldschmiedehauses Hanau, neben der Chaîne de corsage von Georges Fouquet und Alphonse Mucha im Schmuckmuseum.
© Schmuckmuseum PforzheimFoto: Winfried Reinhardt
Drei Personen vor einer Vitrine voller Schmuck
Bürgermeister Tobias Volle und Erika Wild, die Witwe des Stifters Werner Wild, im Rahmen der Übergabe der Chaîne de corsage von Georges Fouquet und Alphonse Mucha an das Schmuckmuseum Pforzheim.
© Schmuckmuseum PforzheimFoto: Winfried Reinhardt
Goldene Schmuckstücke
Chaîne de corsage/Halsschmuck Gold, Rubine, Saphire, Smaragde, Diamanten, Email, Barockperlen Entwurf Alphonse Mucha, Ausführung Georges Fouquet, Paris, 1899-1901 Schmuckmuseum Pforzheim, Schenkung der Werner Wild Stiftung anlässlich des 100. Geburtstags von Werner Wild 2026.
© Schmuckmuseum PforzheimFoto: Epoque Fine Jewels

Anlässlich des hundertsten Geburtstags ihres Stifters hat die Werner Wild Stiftung ein Meisterwerk des Jugendstils an das Schmuckmuseum übergeben – einen seltenen Halsschmuck von Georges Fouquet und Alphonse Mucha aus der Zeit um 1900. “Wir sind der Werner Wild Stiftung für ihre großzügige Schenkung zutiefst verbunden”, äußerte Bürgermeister Tobias Volle. Die Chaîne de corsage ist eines der Highlights der dreijährigen Zusammenarbeit zwischen dem französischen Juwelier, der für seinen Erfindungsreichtum und seine hochwertige Ausführung bekannt war, und dem tschechischen Maler und Grafiker, der die Ästhetik des Jugendstils entscheidend mitprägte. “Es ist eine große Freude, dieses bemerkenswerte Schmuckstück nun in unserer Sammlung zu haben”, dankte Museumsleiterin Friederike Zobel. 

Die etwa 1,30 Meter lange Chaîne de corsage besteht aus elf unterschiedlich gearbeiteten Segmenten, die mit Rubinen, Saphiren und Smaragden besetzt sind. Diamanten und Barockperlen werden durch geometrische Motive aus Fensteremail betont – ähnlich dem Zellenemail, jedoch ohne Untergrund und daher durchscheinend. Zu einer Zeit, als es üblich war, Edelsteine traditionell zu fassen, setzten Fouquet und Mucha andere Akzente. Sie waren davon überzeugt, dass die Schönheit eines Schmuckstücks von seiner Form abhängt. In den Jahren zwischen 1899 und 1901 zeichnete Mucha aufwändige Entwürfe, die in Fouquets Pariser Atelier umgesetzt werden sollten. Eine spektakuläre Serie daraus bildete das Herzstück von Fouquets Präsentation auf der dortigen Weltausstellung 1900, für die der Juwelier mit einer Goldmedaille ausgezeichnet wurde. Diese Chaîne de corsage ist eines der wenigen erhaltenen Stücke. Zur Ausstellung “Must-sees – Schmuck in der Kunst” anlässlich des Jubiläumsfestivals 2017 – 250 Jahre Goldstadt Pforzheim war das Glanzstück schon einmal im Schmuckmuseum zu sehen, damals als Leihgabe von Epoque Fine Jewels in Belgien. Von dort hat es die Werner Wild Stiftung nun für die Sammlung des Hauses erworben. 

Anlässlich der feierlichen Übergabe sprach die einstige Leiterin des Deutschen Goldschmiedehauses Hanau, Christianne Weber-Stöber, über die außergewöhnliche Symbiose der beiden Künstler des Art-Nouveau-Schmucks. Markus Stange von der Hochschule für Musik Karlsruhe umrahmte die Veranstaltung am Klavier mit Miniaturen von Maurice Ravel und Claude Debussy aus der Entstehungszeit des Schmuckstücks. Ebenso zugegen waren die Witwe des Stifters, Erika Wild, sowie der Vorstand der Stiftung Hans-Heiner Bouley und Carsten von Zepelin.