Die Stadt Pforzheim und der TÜV SÜD setzen ihre bereits seit September 1965 bestehende Zusammenarbeit am Standort Am Mühlkanal fort. Mit einem gemeinsamen Spatenstich haben Spitzenvertreter beider Partner heute den Startschuss für den Neubau eines Büro- und Verwaltungsgebäudes gegeben, in dem künftig sowohl die TÜV-Prüfstelle als auch die Kfz-Zulassungsstelle der Stadt untergebracht sein werden. Der Neubau entsteht auf der Fläche zwischen dem bisherigen gemeinsamen Gebäudekomplex am Mühlkanal 8 und dem Gebäude Am Mühlkanal 4 (Kaufland). Er wird von der TÜV SÜD AG errichtet, während die Stadt einen Teil des Gebäudes anmietet. Künftige Anschrift wird Am Mühlkanal 4a sein. Möglich wurde die Neuordnung des Areals durch den Umzug der Technischen Dienste in die Dennigstraße 4. Der Zeitplan sieht vor, dass das von Joachim Hermet von der mharchitekten GmbH entworfene Gebäude in Massivbauweise (vorwiegend aus Stahlbetonfertig- und -halbfertigteilen) bis Sommer 2027 fertiggestellt und bezogen wird.
„Mein Dank gilt dem TÜV SÜD, der sich bereit erklärt hat, in diesen modernen Neubau und damit auch in den Standort Pforzheim zu investieren. Die Stadt Pforzheim begrüßt und unterstützt dieses Engagement ausdrücklich“, so Oberbürgermeister Peter Boch. Die Entscheidung zeige „den gemeinsamen Willen, den seit Jahrzehnten bewährten Standort zu erhalten und ihn zugleich fit für die Zukunft zu machen. Dabei schaffen wir attraktive und zeitgemäße Rahmenbedingungen für Bürgerinnen und Bürger ebenso wie für die Mitarbeitenden.“ Besonders erfreulich sei, dass die langjährige Zusammenarbeit nun konsequent weiterentwickelt werde. „Was seit mehr als 60 Jahren gut funktioniert, führen wir gemeinsam in eine neue Zeit. Der Neubau steht für den Mut, bestehende Strukturen neu zu denken und an die heutigen Anforderungen anzupassen“, betont der Rathauschef. Die Zusammenarbeit sei „ein gutes Beispiel dafür, wie durch eine enge und verlässliche Partnerschaft zwischen öffentlicher Verwaltung und einem starken privaten Partner langfristig ein echter Mehrwert für unsere Stadt und ganz konkret für die Menschen in Pforzheim entstehen kann.“
Im Zuge des Projekts hat die Stadt das neu geordnete Grundstück an die TÜV SÜD AG verkauft, die auf dem Areal das neue Büro- und Verwaltungsgebäude errichtet – mit der Stadt als Mieterin eines Teils des Gebäudes. Die gemeinsame Nutzung ermöglicht es den Partnern, zeitnah die baulichen Defizite der bisherigen Liegenschaft zu beheben und dabei die Servicequalität weiter zu verbessern.
Jürgen Wolz, Mitglied der Geschäftsleitung der TÜV SÜD Auto Service GmbH, ergänzt: „Es freut uns sehr, dass wir die jahrzehntelange gute Zusammenarbeit mit der Stadt Pforzheim an diesem Standort durch den Neubau auf einem neuen, modernen Fundament fortsetzen können. Das Zusammenspiel von Behörde und Prüfstelle bietet viele Vorteile – kurze Wege beispielsweise bei Änderungsgutachten und Eintragung in die Fahrzeugpapiere. Prüfen und Zulassen gehen in Pforzheim Hand in Hand“, sagt Jürgen Wolz, Mitglied der Geschäftsleitung der TÜV SÜD Autoservice GmbH, beim Spatenstich des neuen Service-Centers.
Erster Bürgermeister Dirk Büscher ergänzt: „Kurze Wege und gebündelte Abläufe sollen es künftig ermöglichen, unterschiedliche Anliegen rund um das Fahrzeug möglichst effizient an einem Ort zu erledigen.“ Gemeinsames Ziel sei es, „auch künftig bürgerfreundliche Strukturen anzubieten, die den Anforderungen an einen modernen, dienstleistungsorientierten Service gerecht werden.“ Der Neubau schaffe hierfür die besten Voraussetzungen und ermögliche zugleich effizientere Abläufe in der Zulassungsbehörde. Mit dem Projekt zeige sich, „dass sich Investitionen in moderne öffentliche Dienstleistungen unmittelbar im Alltag der Menschen bemerkbar“ machten. „Von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des TÜV SÜD und unserer eigenen Zulassungsstelle weiß ich außerdem, dass sie sich schon sehr auf das künftige Arbeitsumfeld freuen“, so der zuständige Fachdezernent weiter.
Sowohl die bestehende TÜV-Prüfstelle als auch das derzeit von der Stadt genutzte Gebäude entsprechen nicht mehr den heutigen Anforderungen. Die Prüfstelle ist baulich in die Jahre gekommen und erfüllt unter anderem die technischen Voraussetzungen für die gesetzlich vorgeschriebene Achsspiegelprüfung von Lastkraftwagen nicht mehr. Gleichzeitig weist das städtische Gebäude bauliche Mängel auf. Ein Gutachten, das im Zusammenhang mit einer ursprünglich geplanten Sanierung erstellt wurde, kam zu dem Ergebnis, dass eine solche aufgrund der schlechten Bausubstanz weder wirtschaftlich noch sinnvoll wäre.
Der Neubau wird deshalb beide Einrichtungen unter einem Dach vereinen. Im Erdgeschoss entstehen die Prüfstraße und die technischen Einrichtungen des TÜV SÜD. Im ersten Obergeschoss werden weitere Büro- und Verwaltungsräume eingerichtet. Die Kfz-Zulassungsstelle der Stadt Pforzheim wird im zweiten Obergeschoss untergebracht. Die neuen Räumlichkeiten der Zulassungsstelle orientieren sich an modernen Arbeits- und Servicekonzepten. Geplant sind ein öffentlicher Empfangs-, Anmeldungs- und Informationsbereich, ein halböffentlicher Bereich für den eigentlichen Bürgerservice sowie interne Arbeitsbereiche mit flexibel nutzbaren Arbeitsplätzen, Besprechungs- und Rückzugsräumen.
Mit einem Bruttorauminhalt von rund 6.200 Kubikmetern wird der Neubau in Massivbauweise vorwiegend aus Stahlbetonfertig- und -halbfertigteilen errichtet. Ein prägendes Wiedererkennungsmerkmal ist die elementierte, vorgehängte Metallfassadenkonstruktion, die charakteristisch für die aktuellen Neubauten von TÜV SÜD ist. Auch bei der Energieversorgung setzt das Gebäude auf eine zukunftsorientierte Lösung: Durch den Anschluss an das städtische Fernwärmenetz werden die Mindestanforderungen des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) deutlich unterschritten. Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach dient zudem der teilweisen Eigenstromversorgung.


