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Ergebnisse des Projekts „Klimafolgenanpassung in Museen“ im Reuchlinhaus vorgestellt

Pforzheim bei Pilotprojekt dabei

Die Stadt Pforzheim war Gastgeberin der Abschlussveranstaltung eines landesweiten Pilotprojekts der Landesstelle für Museen Baden-Württemberg zur Klimafolgeanpassung in Museen: Am Montag, 6. Juli, haben sich rund 40 Teilnehmende und Gäste im Reuchlinhaus getroffen, um die Ergebnisse des Projekts „Fit für die Zukunft! Klimafolgenanpassung in Museen" zu präsentieren und zu diskutieren. „Klimaschutz ist kein abstraktes Zukunftsthema – es ist längst in unserer Mitte angekommen“, betonte Umweltbürgermeister Tobias Volle. „Wir schützen in unseren Museen das kulturelle Gedächtnis der Gesellschaft. Diesen Auftrag können wir nur erfüllen, wenn wir die Museen selbst zukunftsfest machen.“ Die Pforzheim Galerie ist eines der sechs Pilotmuseen des Projekts, bei denen verschiedene Maßnahmen zur Klimafolgenanpassung identifiziert wurden. In der Folge soll es nun an die Ausgestaltung der Maßnahmen gehen. 

Klimawandel als Realität für Museen


Der Klimawandel hat längst auch die Kultureinrichtungen erreicht. Extremwetterereignisse wie Hitzeperioden, Dürren, Starkregen, Überschwemmungen oder Stürme verursachen Schäden an Gebäuden, Sammlungen und Außenanlagen. Die Kosten für materielle und immaterielle Schäden sind bereits jetzt sehr hoch und werden künftig weiter steigen. Für Pforzheim wurde dieses Thema auch durch ein konkretes Erlebnis greifbar: In der Pforzheim Galerie maßen Mitarbeitende im vergangenen Jahr Temperaturen, die deutlich über den für Museen vorgeschriebenen Standards lagen und ein Risiko für die ausgestellten Werke darstellten. Dass die aktuelle Ausstellung „Zwischen Zeiten“ ab Montag, 6. Juli, vorzeitig geschlossen wurde, ist ebenfalls ein Ergebnis der hohen Temperaturen und mit Blick auf den Schutz der Werke unumgänglich. Die Pforzheim Galerie, die sich im denkmalgeschützten Kollmar & Jourdan Gebäude befindet, verfügt über keinerlei raumklimatische Infrastruktur.

Ein Pilotprojekt mit Signalwirkung


Um den Erhalt des kulturellen Erbes in Museen und die Gesundheit von Mitarbeitenden und Besuchenden gewährleisten zu können, ermöglichte es die Landesstelle für Museen Baden-Württemberg seit Dezember 2025 erstmalig sechs nichtstaatlichen Museen, strategisch und praktisch klimaresilienter zu werden. Unterstützt wurde das Projekt vom Berliner Think-and-Do-Tank adelphi consult GmbH und dem Fraunhofer-Institut für Bauphysik. Gefördert wurde das Vorhaben vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg. An der Abschlussveranstaltung im Reuchlinhaus präsentierten sich die sechs Pilotmuseen: das Deutsche Bauernkriegsmuseum und das Deutsche Fleischermuseum Böblingen, das Kurpfälzische Museum Heidelberg, das Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck, die Pforzheim Galerie, das Schwarzwälder Freilichtmuseum Vogtsbauernhof Gutach sowie das Zeppelin Museum Friedrichshafen.

Museumsfachleute im Austausch mit Klimaexpertinnen und -experten


Besonders beeindruckend waren dabei die fachliche Transformation und die neu erworbenen Kompetenzen, die das Projekt bei den Beteiligten ausgelöst hat: Kunsthistoriker und Kunsthistorikerinnen sowie Archäologinnen und Archäologen lesen heute Klimakarten, haben Grundkenntnisse in Klimaszenarien und -modellierungen erworben, erstellen Klimarisikoanalysen für ihre Museumsstandorte und entwickeln konkrete Maßnahmenkataloge. Und das alles neben ihrem eigentlichen Fachgebiet.

Programm der Abschlussveranstaltung


Nach der offiziellen Begrüßung durch Bürgermeister Tobias Volle und Shahab Sangestan, Leiter der Landesstelle für Museen Baden-Württemberg, stellten die Projektpartner Naima Lipka (adelphi consult) und Sebastian Krück (Fraunhofer-Institut für Bauphysik) das Projekt vor. Anschließend präsentierten die sechs Pilotmuseen ihre Erfahrungen und Ergebnisse. Ein Impulsvortrag von Fiona Rochholz vom Kompetenzzentrum Klimawandel der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg bereicherte die Veranstaltung fachlich. Den Abschluss bildete das Format „Nachfragt“ zwischen Fachleuten und Publikum.

„Ich bin froh, dass sich das Kulturamt erfolgreich um die Teilnahme an diesem zukunftsträchtigen Pilotprojekt der Landesstelle für Museen beworben hat. Mit den gewonnenen Erkenntnissen und Erfahrungen in Sachen Klimaanpassung können wir unsere Museen in Pforzheim neu aufstellen“, freut sich Bürgermeister Tobias Volle.

Hintergrund: Landesstelle für Museen Baden-Württemberg


Die Landesstelle für Museen ist eine Beratungsstelle des Landes Baden-Württemberg mit dem Ziel, Museen bei der Entwicklung einer gut strukturierten, publikumsorientierten und zukunftsfähigen Museumslandschaft zu unterstützen.