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Jesus Christ Superstar

Rockoper von Andrew Lloyd Webber | Buch von Tom O’Horgan, frei nach Auszügen der christlichen Evangelien, Songtexte von Tim Rice, Deutsche Fassung von Timothy Roller (2023)

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Mobilisierung der Massen, Verrat und Verleumdung: In Andrew Lloyd Webbers Rockoper „Jesus Christ Superstar“ werden die hochdrama­tischen letzten sieben Tage im Leben des Jesus von Nazareth dargestellt. Dabei rückt Tom O’Horgans Buch den politischen Aspekt der Erzählung in den Vordergrund. Welche Motive treiben die Hohepriester an, Jesus anzuklagen? Warum unterschreibt der römische Statthalter ­Pilatus das Todes­urteil? Im Zentrum der Handlung steht neben dem Mann aus Nazareth Judas, der Jesus’ Haltung gegenüber der römischen Besatzung als zu radikal ansieht. Der Verrat der religiösen Bewegung durch ihn, Jesu Gefangennahme und Hinrichtung sind dramaturgisch geschickt verdichtet. Die Passions-Erzählung erhält durch die revolutionären Töne der 1960er Jahre weitere, überraschende Facetten. 

Webber entwickelte die Rock-Oper aus bereits veröffentlichten Einzelnummern. 1969 erschien die Aufnahme des Titelsongs, 1971 erfolgte die umjubelte Uraufführung im Mark Hellinger Theatre in New York, einem ehemaligen Kino, das 1991 sogar zu einer Kirche wurde. „Jesus Christ Superstar“ lief über acht Jahre lang am Londoner Westend, was das ­Musical zu einer der erfolgreichsten Produktionen in der britischen ­Metropole machte. 

Uraufführung: 12. Oktober 1971 in New York.

Die Übertragung der Aufführungsrechte erfolgt in Übereinkunft mit den Originalrechteinhabern The Really useful Group Limited, London durch die Musik und Bühne Verlagsgesellschaft, Wiesbaden.

Die Öffentliche Probe zu „Jesus Christ Superstar“ findet am 31.01. um 10:30 Uhr statt

Dauer: ca. 2 Stunden, eine Pause nach dem 1. Akt.

Wir empfehlen diese Produktion für Theaterbesucher:innen ab 12 Jahren.

» Theaterschnipsel

Pressestimmen:

„Die Titelfigur Jesus wird von Santiago Bürgi mit unwiderstehlichem Charisma verkörpert, dessen quälende Entwicklung vom umjubelten Propheten in den zum Opfertod bereiten Heilsbringer man erschüttert miterlebt. Großartig Bürgis sängerische Leistung, vor allem der Song „Gethsemane”, einer der schwersten Titel der Musicalliteratur für Männer, der tonale Schreie in extremer Höhe verlangt. Sein Gegenpart ist Judas Ischariot, den Regisseur Hertel mit Lilian Huynen besetzt hat, eine gelungene dramaturgische Entscheidung.“

„Pforzheimer Zeitung“ vom 9. Februar 2026

„Das Ensemble, das völlig ohne Gäste auskommt, wird von Lilian Huynen als Judas angeführt. Die Besetzung des Judas mit einer Sängerin rief im Vorfeld einige Skepsis hervor, doch gerade dies erweist sich als genialer Einfall der Regie. Judas ist der Zweifler unter den Jüngern, im Gegensatz zu den anderen bewundert er Jesus nicht nur, sondern er hat auch ganz konkrete Erwartungen an den Nazarener. Die Regie zeigt ihn als androgynen Albino, der fast immer abseits der anderen Jünger steht und zudem mit Maria Magdalena um den Einfluss auf Jesus zu konkurrieren scheint. Lilian Huynen spielt diesen totalen Außenseiter grandios und fasziniert mit stimmlichem und körperlichem Totaleinsatz. (…) Elisandra Melián ist eine überzeugende Maria Magdalena, Felipe Rojas Velozo gefällt als Pontius Pilatus und Philipp Werner macht aus Herodes’ Song das gewohnte Kabinettstückchen. Markus Wessiack (Kajaphas) und Dirk Konnerth (Hannas) sind zwei sonore Hohepriester und Ingo Wagner singt einen hinreißenden Simon Zelotes. Ein besonderes Lob geht an den Dirigenten Philipp Haag, der nicht nur die Rockinstrumente und die klassischen Instrumente zu einem faszinierenden Gesamtklang verschmilzt, sondern auch die Lautstärke in angemessenen Grenzen hält.“

„Musical Today“ vom 10. Februar 2026

„Ansonsten kann Hertel auf ein eingespieltes Singdarstellerensemble vertrauen: Auch hier sind wieder alle Rollen aus dem Haus heraus besetzt. Die stärkste Setzung diesbezüglich ist die Entscheidung, die neben Jesus und Maria Magdalena zentrale Figur des Judas Ischariot von Lilian Huynen verkörpern zu lassen. Die Aufwertung, die Judas in „Jesus Christ Superstar” erfährt und in konservativ-kirchlichen Kreisen für Ablehnung sorgte, kommt in ihrer intensiven Darstellung ungeheuer glaubwürdig auf die Bühne. Die Verzweiflung und Zerrissenheit dieser Figur, die zunächst - einer Kassandra nicht unähnlich - vor Gefahren des Solipsismus und Eskapismus für das Kollektiv der Jünger warnt, aber auch mit Eifersucht auf Maria Magdalena reagiert und sich schließlich als Werkzeug der Prophezeiung missbraucht sieht, macht Huynen mit bebendem Vibrato eindringlich nachvollziehbar. Die Partie des Jesus von Nazareth gilt als eine der unbequemsten im Musicalfach, Santiago Bürgi meistert sie brillant, seine Diskantschreie in „Gethsemane” gehen unter die Haut und sind rockgesangstechnisch absolut satisfaktionsfähig.“

„Ludwigsburger Kreiszeitung“ vom 13. Februar 2026

Weitere Infos

Besetzung

Jesus von Nazareth SANTIAGO BÜRGI
Maria Magdalena  JOANNA LISSAI / ELISANDRA MELIÁN
Judas Ischariot  LILIAN HUYNEN
Pontius Pilatus, präfekt von Judäa  FELIPE ROJAS
Kaiphas, Hohepriester  MARKUS WESSIACK
Hannas, Hohepriester  DIRK KONNERTH
Herodes, König von Judäa  PHILIPP WERNER
Simon Petrus  BERNHARD MEINDL
Simon Zelotes  INGO WAGNER
Bartholomäus/Priester  STEFFEN FICHTNER
Andreas/Priester  KAREL PAJER
Thomas/Priester  ALEKSANDAR STEFANOSKI / LUKAS SCHMID-WEDEKIND
Jacobus der Ältere  JON GEOFFREY GOLDSWORTHY
Soulgirl  FRANZISKA FAIT
Soulgirl  SOPHIA KLEMISCH
Soulgirl  DOROTHEE BÖHNISCH

Chor und Statisterie des Theaters Pforzheim
Tanztheater Pforzheim
Badische Philharmonie Pforzheim 

Musikalische Leitung PHILIPP HAAG
Inszenierung MARKUS HERTEL
Ausstattung STEVEN KOOP
Dramaturgie CARLO MERTENS
Choreografie MAR RODRÍGUEZ VALVERDE
Chorleitung Johannes Berndt
Theaterpädagogik Julia Maschke