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Carmen

Opéra-Comique von Georges Bizet | Libretto von Henri Meilhac und Ludovic Halévy nach der gleichnamigen Novelle von Prosper Mérimée. In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln

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Rebellion der Liebe: Hunderte Hüte fliegen in die Luft, wenn der Chor die Stierkämpfer feiert. Voller Dichte und Spannung drängt die Musik in den Chorszenen voran – und nicht nur dort. Georges Bizet malt sein leidenschaftliches Panorama Andalusiens: Die freiheitsliebende ­Carmen arbeitet in einer Zigarettenfabrik und hilft Schmugglern, sich vor den Behörden zu verstecken. Geschmeidig bewegt sie sich durch Sevilla und das andalusische Gebirge – ein Balanceakt voller Verführungskunst und Faszination, und der Sergeant Don José will ihr folgen. Er selbst musste fliehen, nachdem er in seiner Heimat einen Mord beging. Josés Mutter schickt Micaëla, um den Sohn nach Hause zu rufen, doch er bleibt in der fremden Stadt … Heimat und Herkunft stehen der Frage nach Freiheit gegenüber, Ordnung dem Chaos. Die Figur der Carmen ist zu einem weiblichen Archetyp geworden: Sie verkörpert Selbstbestimmung und Unabhängigkeit und bezahlt dafür mit ihrem Leben.
Obwohl formal eine Opéra-comique, stellt „Carmen“ durch die realistische Handlung und die Darstellung einer selbstbestimmten Frau einen Bruch mit dieser Operngattung dar – die Uraufführung 1875 wurde deshalb vom Pariser Publikum kühl aufgenommen, bevor das Werk ­seine sensationelle Weltkarriere begann – und wir dürfen immer wieder mit­träumen, von unserem Andalusien, unserer Freiheit und dem Aben­teuer. 

Uraufführung: 3. März 1875 in Paris.

Die Öffentliche Probe zu „Carmen“ findet am 20.09. um 10:30 Uhr statt.

Dauer: ca. 2 Stunden und 50 Minuten, eine Pause nach dem II. Akt.

Stückeinführung zwanzig Minuten vor Vorstellungsbeginn.

Wir empfehlen diese Produktion für Theaterbesucher:innen ab 13 Jahren.

»Theaterschnipsel
 

Pressestimmen

„>Rauch ist das sanfte Sprechen von Liebenden; Rauch sind ihre Leidenschaften und Schwüre<, so singt der Chor der Zigarettenarbeiterinnen, rauchend und in Hosen die Szene erobernd. Tatsächlich stellen die von Johannes Berndt einstudierten Chorpartien einen großen Pluspunkt dieser „Carmen“ dar. Ebenso, dass [von] Martin Peragallo hispanisierendem Folkloregedöns weitgehend eine Absage erteilt wurde. [...] in der >Habanera< schärft Daniel Inbal wirkungsvoll die dynamischen Kontraste, entfaltet dann wundervoll Bizets duftige Instrumentalfarben, unterstreicht auch die Dramatik der unerbittlich marschierenden militärischen Rhythmen des raffiniert mit dem tödlichen Finale verschränkten >Toréador, en garde!<-Gassenhauers.“ 

Ludwigsburger Kreiszeitung vom 10. Oktober 2025

„Von der Aufzeigung billiger Klischees, die man sonst oft mit dieser Oper in Verbindung bringt, hat [das Regieteam] Gott sei Dank Abstand genommen. [...] Vielmehr betont Frau Martin Peragallo bei ihrer Regiearbeit die durch Stiermasken symbolisierte, sich einer konkreten Zuordnung entziehende parabelhafte Komponente der Handlung. Gekonnt stellt sie heraus, aus welchen Motiven es zu dem schlussendlichen Mord an der Titelfigur kommt. [...] Sie versteht ihr Handwerk, das muss man sagen. So bezieht sie geschickt den Zuschauerraum in ihre Deutung mit ein. [...] Am Pult war Daniel Inbal voll in seinem Element. Feurig und intensiv wies er der konzentriert und klangschön spielenden Badischen Philharmonie Pforzheim den Weg durch Bizets Partitur.“

Der Opernfreund vom 13. Oktober 2025