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Stadt Pforzheim als gutes Beispiel in der Klimafolgenanpassung vorgestellt

In die bundesweite Tatenbank aufgenommen

 

Rote Blumen, auf denen eine Hummel sitzt. Im Hintergrund ist eine Straße zu sehen.
Straßenbegrünung auf der Zerrenner Straße
© Stadt PforzheimFoto: Nadiia Melkumova

Die derzeitige Hitzewelle in Baden-Württemberg verdeutlicht, wie dringend die Anpassung an die Folgen des Klimawandels auch hier im Land ist. Die Stadt Pforzheim befasst sich bereits seit Längerem mit dieser Thematik und hat im Jahr 2022 ein Klimafolgenanpassungskonzept erstellt, das anschließend vom Gemeinderat beschlossen wurde. Das Bundesumweltministerium förderte die Realisierung des Konzepts in Form einer Personalstelle über einen Zeitraum von drei Jahren. Jetzt wurde die Stadt Pforzheim mit ihrer Umsetzung des Konzepts offiziell in die sogenannte Tatenbank des „Kompetenzzentrums Klimafolgen und Anpassung“ des Umweltbundesamtes (UBA) aufgenommen. Darin können andere Verwaltungen und Institutionen online gezielt nach Praxisbeispielen zur Klimafolgenanpassung suchen und somit jetzt auch Anregungen aus der Stadt Pforzheim für die eigene Arbeit finden und umsetzen.

„Die Aufnahme in die Tatenbank des Umweltbundesamts unterstreicht die qualifizierte und konsequente Herangehensweise unserer Stadt an die Anpassung an den Klimawandel. Dies ist eine echte Querschnittsaufgabe, die nur ämterübergreifend gelöst werden kann“, erklärt Bürgermeister Volle. „Diese Projektarbeit zeigt bereits an vielen Stellen sichtbare Erfolge, und ich freue mich sehr, dass dieses Engagement der Stadtverwaltung jetzt vom Umweltbundesamt gewürdigt wird“, so Volle weiter.

Projekte für die Klimafolgenanpassung 

Da das Pforzheimer Stadtgebiet zu über 50 Prozent aus Wald besteht, lag ein Schwerpunkt des Konzepts auf diesem Thema. Durch den Bau und die Inbetriebnahme eines Waldklassenzimmers im Jahr 2024 hat die waldpädagogische Arbeit nun eine konkrete, räumliche Anlaufstelle. Seitdem nehmen jährlich über 2.000 Kinder und Jugendliche an Führungen und Workshops teil. Naturverjüngung ist ein prägendes Prinzip in Pforzheim, um den Waldumbau, ebenso wie die Aufforstung der Schadflächen mit klimastabilen Baumarten wie Feldahorn, Trauben-Eiche, Elsbeere, Speierling und Esskastanie voranzutreiben. So wurden in den letzten drei Jahren mehrere Tausend neue Bäume gepflanzt. Auch das Projekt „Jahrgangswäldle“, bei dem für jedes neugeborene Kind ein Baum gepflanzt wird, wird regelmäßig umgesetzt.

In den letzten drei Jahren wurden verschiedene Maßnahmen ergriffen, um die Bürgerinnen und Bürger für die Klimafolgenanpassung zu sensibilisieren. Hierzu zählen beispielsweise die jährliche "Blumenkasten-Pflanzaktion" im Stadtmuseum, das generationsübergreifende Projekt "Schulen pflanzen für Seniorenzentren" und die Aktion "1000 Klimabäume für Pforzheimerinnen und Pforzheimer", bei der klimastabile Bäume kostenlos an Bürgerinnen und Bürger ausgegeben werden.

Bereits 2024 wurde unter der Federführung des Gesundheitsamts ein Hitzeaktionsplan für die Stadt Pforzheim und den Enzkreis erarbeitet. Im Bürger-Geoinformationssystem gibt es außerdem die sogenannte „Kühle Karte“. Mithilfe dieser Karte können Interessierte kühle Orte im Stadtgebiet ausfindig machen, um sich vor der Hitze zu schützen. Aufgeführt sind beispielsweise schattige Plätze, Kirchen oder auch Trinkbrunnen.

Mit dem Umbau des Pfälzer Platzes und eines Parks in der Oststadt nach dem Schwammstadt-Prinzip, erreichte die klimaresiliente Quartiersentwicklung verschiedene Bereiche in der Stadt. 

Die derzeit stattfindende Überarbeitung der Stadt-Klimaanalyse wird zukünftige Stadtplanungen bei der Anpassung an den Klimawandel wirksam unterstützen. Ebenso wie die Wetter-Messstationen, die in Kooperation mit SMART City im gesamten Stadtgebiet aufgestellt wurden und nun umfassende Live-Wetterdaten liefern.

Das neue Förderprogramm „Grün mal drei“ für die Jahre 2026 und 2027 unterstützt Bürgerinnen und Bürger bei der Dach- und Fassadenbegrünung sowie bei der Entsiegelung. Auch das ist eine wirksame Maßnahme für die Klimafolgenanpassung.

Auch am Ende der Bundesförderung ist durch eine dauerhafte Personalstelle mit dem Aufgabengebiet der Klimafolgenanpassung eine kontinuierliche Weiterentwicklung in der Stadtverwaltung gewährleistet. Das Konzept wird in die kommunalen Planungsprozesse, wie etwa die klimaresiliente Quartiersentwicklung in den Sanierungsgebieten, integriert und ist somit in den ämterübergreifenden Projektarbeiten dauerhaft verankert.

Hintergrund

Die „DAS-A.2: Umsetzung eines integrierten Klimaanpassungskonzepts für die Stadt Pforzheim“ wurde durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) gefördert. Im Rahmen der Förderrichtlinie „Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels“ werden Kommunen dabei unterstützt, den Folgen des Klimawandels möglichst frühzeitig, systematisch und integriert zu begegnen.

Die Tatenbank enthält vor allem lokale und regionale Praxisprojekte und Einzelmaßnahmen aus Deutschland. Um als gutes Beispiel aufgenommen zu werden, müssen die Projekte und Maßnahmen die „Kriterien guter Praxis der Anpassung“ erfüllen.

Auf den Internetseiten der Abteilung Klimaschutz des Amts für Umweltschutz finden Interessierte vielfältige Informationen zur Klimafolgenanpassung, das Konzept zum Download und einen Veranstaltungskalender, in dem weitere Mitmach-Aktionen in diesem Jahr aufgeführt sind.

https://www.klimaschutz-pforzheim.de

Die Tatenbank der UBA finden Interessierte unter folgendem Link: https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/klimafolgen-anpassung/anpassung-an-den-klimawandel/werkzeuge-der-anpassung/tatenbank

Veröffentlichung über Pforzheim in der Tatenbank:

https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/klimafolgen-anpassung/werkzeuge-der-anpassung/tatenbank/umsetzung-konzept-zur-klimafolgenanpassung-in-der