Die Feuerwehr Pforzheim hat im Eingangsbereich der Hauptfeuerwache in der Habermehlstraße 77 einen öffentlich zugänglichen automatisierten externen Defibrillator (AED) installiert. Das Gerät steht rund um die Uhr zur Verfügung – auch dann, wenn alle Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr im Einsatz sind – und kann im Notfall von jeder Person genutzt werden. „Mit dem neuen öffentlich zugänglichen AED an der Hauptfeuerwache stärken wir die Notfallversorgung in unserer Stadt ganz konkret. Jeder zusätzliche Standort kann im Ernstfall Leben retten. Besonders wichtig ist uns dabei das Zusammenspiel aus moderner Technik, engagierten Ersthelferinnen und Ersthelfern und einer gut ausgebauten Infrastruktur“, erklärt Erster Bürgermeister und Feuerwehrdezernent Dirk Büscher.
Mit der Installation wird ein weiterer wichtiger Baustein im Ausbau der Notfallversorgung in Pforzheim umgesetzt. Insgesamt werden im Stadtgebiet allein durch die Stadtverwaltung Pforzheim bereits rund 45 öffentlich zugängliche Defibrillatoren an unterschiedlichen Orten wie Dienststellen, Schulen, Bäder sowie Sport- und Schwimmhallen vorgehalten. Die Feuerwehr selbst verfügt darüber hinaus über insgesamt rund 20 AED-Geräte auf Einsatzfahrzeugen und an weiteren Standorten. Feuerwehrkommandant Sebastian Fischer ergänzt: „Der Standort an der Hauptfeuerwache ist bewusst gewählt: zentral, bekannt und im Eingangsbereich jederzeit zugänglich. In Verbindung mit dem System ‚Region der Lebensretter‘ und den bereits zahlreichen AED-Standorten schaffen wir ein engmaschiges Netz schneller Hilfe für die Menschen in Pforzheim.“
Einfache Anwendung auch für Laien
Das neu installierte Gerät ist ein vollautomatischer AED und besonders benutzerfreundlich. Es verfügt über eine intuitive Sprachführung sowie visuelle Anleitungen mittels Piktogramme. Nach dem Einschalten führt das Gerät Schritt für Schritt durch die notwendigen Maßnahmen der Wiederbelebung. Bei Entnahme aus dem Gehäuse wird zudem ein akustisches Signal ausgelöst. Gerade bei einem plötzlichen Herz-Kreislauf-Stillstand zählt jede Minute: Ohne sofortige Hilfe sinken die Überlebenschancen rapide. Durch die Kombination aus schneller Herzdruckmassage und frühzeitiger Defibrillation kann die Überlebenswahrscheinlichkeit entscheidend verbessert werden. „Ein AED ist so konzipiert, dass ihn wirklich jeder bedienen kann – man kann nichts falsch machen. Entscheidend ist, dass überhaupt gehandelt wird. Genau das vermitteln wir auch in unseren Aus- und Fortbildungen: Hemmungen abbauen, Vertrauen schaffen und im Ernstfall anfangen“, erläutert Notfallsanitäter und Praxisanleiter Stephan Bürkle.
Vernetzung durch „Region der Lebensretter“
Ein wesentlicher Bestandteil der Notfallversorgung in Pforzheim ist das smartphonebasierte Ersthelfersystem „Region der Lebensretter“. Aktuell sind in der Region Pforzheim und dem Enzkreis rund 400 registrierte Ersthelferinnen und Ersthelfer aktiv. Im Notfall werden durch die Integrierte Leitstelle parallel zum Rettungsdienst mehrere in der Nähe befindliche Helferinnen und Helfer alarmiert. Diese treffen häufig vor dem Rettungsdienst am Einsatzort ein und beginnen umgehend mit lebensrettenden Maßnahmen. Innerhalb des Systems wird gezielt auch ein Helfender zum nächstgelegenen AED geführt, um diesen schnellstmöglich zur Patientin oder zum Patienten zu bringen. Voraussetzung hierfür ist die Erfassung der AED-Standorte in entsprechenden Datenbanken, sodass diese im Einsatzfall digital angezeigt und navigiert werden können.
Hohe rettungsdienstliche Kompetenz der Feuerwehr
Die Angehörigen der Berufsfeuerwehr verfügen über eine hohe rettungsdienstliche Qualifikation. Viele von ihnen sind als Rettungsassistenten, Notfall- oder Rettungssanitäter ausgebildet. Auch in der Freiwilligen Feuerwehr sind viele Einsatzkräfte durch die berufliche Ausbildung oder durch den internen Lehrgang „Feuerwehrsanitäter“ qualifiziert. Darüber hinaus engagiert sich die Feuerwehr Pforzheim seit vielen Jahren intensiv in der Aus- und Fortbildung im Bereich der Ersten Hilfe und der Herz-Lungen-Wiederbelebung, einschließlich der Anwendung von AED-Geräten.
