Gegen 496 Bewerberinnen und Bewerber hat er sich durchgesetzt: Fynn Ribbeck hat das Peter Jacobi Stipendium in Höhe von 30.000 Euro erhalten und wird ein Jahr lang in seinem künstlerischen Arbeitsprozess unterstützt. In enger Zusammenarbeit mit der Hochschule Pforzheim und dem Kulturamt Pforzheim hat sich die Stiftung Peter Jacobi für Kunst und Design für Ribbeck entschieden. Der Künstler verbindet in seinen Werken digitale und analoge Medien und lässt die Vergangenheit auf die Gegenwart treffen. Das Stipendium ermöglicht es ihm, an seinem Werk weiterzuarbeiten, und in Pforzheim auszustellen.
Silke Helmerdig, Mitglied der Jury, lobt Ribbecks Werk als inhaltlich stark und medial zeitgemäß. „Die Anwendung von KI und CGI trifft aktuelle Debatten um den Wirklichkeitsgehalt technischer Bilder“. Dass Ribbeck dazu historische Bilder aus dem kollektiven Gedächtnis nehme und sich so auch mit Geschichtskonstruktion und der Macht über diese beschäftige, mache die Arbeit jenseits der gewählten Mittel spannend. Auch die Rückführung in den Ausstellungsraum durch die skulpturale Weiterverarbeitung der digitalen Bilder ließe Helmerding gespannt seine weitere Entwicklung erwarten.
Über den Künstler
Fynn Ribbeck, 1995 in Lennep geboren, studierte an der Kunstakademie in Düsseldorf und an der Kunsthochschule für Medien in Köln. Seine Arbeiten bewegen sich an der Schnittstelle von digitaler Bildbearbeitung und physischer Skulptur. In seinen Videoarbeiten collagiert er historisches Bildmaterial, vorrangig aus der RAF-Zeit, und animiert es durch digitale Techniken wie Motion Capture und KI-gestützte Bildgenerierung. Im Ausstellungsraum erweitert er das digitale Material durch Skulpturen und Installationen. Hierfür bedient sich Ribbeck handwerklicher Verfahren wie CNC-Fräsen und Zinnguss. Heute lebt und arbeitet er in Köln und Düsseldorf.
Entscheidung der Jury
Ribbeck setzt mit seiner innovativen Arbeitsweise neue Impulse in der zeitgenössischen Kunst. Die Jury würdigt insbesondere, wie er sowohl mediale als auch inhaltliche Grenzen überschreitet und dabei etablierte visuelle Narrative neu interpretiert.
Peter Jacobi, der Stifter des Preises, betont Ribbecks Status als „junger Star“ mit einem bereits beeindruckenden bildhauerischen Werk: „Ich sehe Fynn Ribbeck als Vertreter einer neuen Künstlergeneration, die sich jetzt ihren Weg in die Kunstszene bahnt. Er fügt sich ein in die Evolution der deutschen Kunstlandschaft und setzt dabei einen eigenen, markanten Akzent.“
Fast 500 Bewerbungen sind bei der Jury eingegangen. Der Kunstkritiker und Journalist Michael Hübl leitete die Jury durch den Entscheidungsprozess. Seine Expertise trug wesentlich dazu bei, die Vielzahl herausragender Bewerbungen zu bewerten.
Das Stipendium
Als Stipendiat der Stiftung Peter Jacobi für Kunst und Design erhält Fynn Ribbeck eine Förderung von über 30.000 Euro und wird ein Jahr lang in seinen künstlerischen Arbeitsprozessen unterstützt. Abschließend wird er eine Ausstellung in Pforzheim realisieren, für die ihm das Kulturamt der Stadt weitere 7.000 Euro sowie 3.000 Euro für den Druck einer Publikation zur Verfügung stellt. Seitens der Fakultät für Gestaltung der Hochschule Pforzheim besteht zudem der Wunsch, Ribbeck in die Lehre einzubinden, teilt der Dekan Johann Stockhammer mit.
Insbesondere diese Zusammenarbeit mit der Stadt und Hochschule Pforzheim ist es, was Jacobi zur Gründung der Stiftung veranlasste: „Ich freue mich sehr, dass wir das Stipendium zum dritten Mal vergeben. Die enge Verbindung zur Hochschule und zur Stadt Pforzheim war mir von Anfang an wichtig. Dieses Stipendium ist mehr als eine finanzielle Förderung – es schafft Vernetzung und Austausch.“
2018 gründete der Künstler Peter Jacobi die gleichnamige Stiftung, die Künstlerinnen und Künstler und Designerinnen und Designer fördern will. In über 50 Jahren Schaffen beeinflusste er Skulptur und Raumgestaltung nachhaltig. Als Professor der damaligen Hochschule für Gestaltung prägte er von 1971 bis 1998 viele Studierende in ihrer Auseinandersetzung mit grundlegenden Fragen der Kunst und des Designs.