Der delikate Prachtband “Aufgetischt – eine kulinarische Weltreise. Zur Kultur des Essens und Trinkens” ist beim Type Directors Club in New York bei den Finalisten dabei. Am 16. Juli wird bekanntgegeben, welche Auszeichnung genau die Jury vergeben hat. Die von der Stuttgarter Grafikerin Ina Bauer gestaltete Publikation war im Oktober 2025 bei Arnoldsche Art Publishers erschienen und durch die Werner Wild Stiftung Pforzheim ermöglicht worden. “Wir freuen uns sehr über diese erneute Auszeichnung. Sie ist eine schöne Bestätigung für die kontinuierliche und engagierte Arbeit unseres Teams und unterstreicht den hohen gestalterischen Anspruch an unsere Publikationen. Dass unsere Bücher auch international Beachtung finden, ist für uns eine besondere Anerkennung”, betont Museumsleiterin Friederike Zobel.
Der TDC wurde 1946 gegründet und prämiert einmal im Jahr herausragende Arbeiten der Typografie und anderer Arten der Schriftgestaltung. Er gilt in Grafikerkreisen weltweit als das Maß der Dinge. Das Schmuckmuseum Pforzheim blickt bereits auf eine kleine Historie der renommierten Erwähnung durch den TDC zurück: 2022 war die Publikation “Die Mysterien der Zeichen - Johannes Reuchlin, Schmuck, Schrift & Sprache” des Schmuckmuseums – ebenfalls von Ina Bauer gestaltet und bei Arnoldsche erschienen - mit dem begehrten “Certificate of Typographic Excellence” prämiert worden. 2015 überzeugte gleich eine ganze Serie an Ausstellungsplakaten des Museums das Auswahlkomitee.
Erschienen ist der Band anlässlich der Ausstellung “Aufgetischt – eine kulinarische Weltreise” im Schmuckmuseum Pforzheim, die von Oktober 2025 bis April 2026 zu sehen war – und als Buch weiterbesteht. Zu bestaunen sind darin historische Goldschmiedekunst im Dialog mit zeitgenössischem Design und Schmuck “zum Anbeißen” ebenso wie ethnografische Kostbarkeiten. Sie alle hat Ina Bauer auf den Seiten als “Leckerbissen in Buchform” aufgetischt. So lassen die inspirierenden Texte der einzelnen Kapitel über Tafelsitten oder Nahrungsmittel an eine gedeckte Tafel denken. Absätze, Fußnoten, Abbildungen werden zu liebevoll platziertem Besteck oder zum Stuhl, der vielleicht gerade an den Tisch herangerückt wird. Wie ein Goldrand läuft der Titel um den Buchblock herum: Auf-ge-tischt, tischt auf! Als fühlten sich die Buchstaben davon angesprochen, legen sich ihre Hälse und Arme auf jeder Seite wie zu einer Tischdecke, die die Text- oder Bildtafel festlich ziert. Thema und Titel der Ausstellung wurden also auch fürs Buch beim Wort genommen.


