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„Active Vocabulary“ von Yulia Lokshina vom 17. Oktober 2026 bis zum 24. Januar 2027 im A.K.T;

Eröffnung am 16. Oktober um 19 Uhr im A.K.T;

Was passiert, wenn der Staat bestimmt, was Kinder in der Schule lernen sollen? Wie viel politische Macht darf ein Staat über die Bildung seiner Kinder haben? Die neue Ausstellung Active Vocabulary von Yulia Lokshina im A.K.T. Pforzheim beschäftigt sich vom 17. Oktober 2026 bis zum 24. Januar 2027 mit der Frage: „Was ist Aufklärung – und wo beginnt Indoktrination?“ sowie zentralen Themen eines zukunftsorientierten demokratischen Rechtsstaates und seines Bildungssystems. Die Ausstellung wird gefördert von der Baden-Württemberg Stiftung und der Werner Wild Stiftung.
Das immersive begehbare interaktive Ausstellungsformat von Active Vocabulary macht gesellschaftliche Bildung, freie Meinungsäußerung und den Umgang mit Kriegsrhetorik in Schulen räumlich erfahrbar. 
Unter der künstlerischen Leitung von Janusz Czech wird der vielfach prämierte Dokumentarfilm der Regisseurin Yulia Lokshina zum Ausgangspunkt einer interdisziplinären, begehbaren Installation über drei Stockwerke des denkmalgeschützen Treppenturm des A.K.T.; 
Archivmaterial, Interviews, Videoinstallationen und Audio/Soundcollagen verbinden die Motive des Films zu einem Parcours dokumentarischer Geschichten. Die Besucherinnen und Besucher können die Kernthemen von „Active Vocabulary“ wie Kriegsrhetorik, Widerstand, Denunziation, Neutralitätspflicht selbst erkunden, individuelle Wege und Interpretationen entwickeln und sich aktiv mit der Komplexität ideologischer Landschaften und umkämpfter Räume auseinandersetzen.
Zwischen Waldkulisse, verlorenen Smartphones und Tablets, Relikten einer Berufsschule und raumgreifenden Installationen entsteht ein Denkraum über politische Einflussnahme, Propaganda und die Frage, wie Schulen mit gesellschaftlichen Konflikten und der Einflußnahme durch Parteien umgehen können.

„Im Zeitalter von Digitalisierung und Populismus ist politisch motivierte Manipulation kein isoliertes Phänomen, das nur einzelne Staaten betrifft, sondern von globaler Bedeutung und eine ernstzunehmende Gefahr für die Demokratie.“, betont die Ausstellungsmacherin Yulia Lokshina. 
Im Rahmen der Ausstellung wird ihr basierender Dokumentarfilm erstmals außerhalb von Filmfestivals zu sehen sein. Der Film läuft während der Öffnungszeiten der Ausstellung täglich um jeweils 17 Uhr.

Ausstellung „Active Vocabulary“ 

17.10.2026 – 24.01.2027 

Öffnungszeiten: Fr und Sa 14 – 19 Uhr, So 11 – 19 Uhr. 

Die Eröffnung ist am 16. Oktober um 19 Uhr. 

Programm der Vernissage:

Begrüßung: Almut Benkert, Fachbereichsleiterin Kreativwirtschaft

Grußwort: Anne Marie Kruse, Abteilungsleiterin Bildung & Gesellschaft der Baden-Württemberg Stiftung

Gespräch mit Yulia Lokshina, Künstlerin und Filmemacherin, und Christian von Stietencron, Erziehungswissenschaftler an der Universität Tübingen

Die Ausstellung ist am Abend der Vernissage bis 22 Uhr geöffnet. 

17.10.2026: Pforzheimer Museumsnacht: 19 – 22 Uhr mit Interventionen durch die Künstlerin und Gäste 2.12.2026 - 11 Uhr Jugendforum

Zum Film
Der vielfach prämierte Dokumentarfilm „Active Vocabulary“ setzt sich mit der Umsetzung von Kriegsrhetorik im pädagogischen System russischer Schulen und darüber hinaus mit der ideologischen Regulierung und Politisierung von Schulräumen in einem breiteren Kontext auseinander. 
Über die assoziative Verbindung zwischen drei Schulen – einer in Ostrussland, aus der eine Lehrerin nach einem Lauschangriff ihrer Schüler*innen fliehen muss; einem Schulneubau inmitten eines geschützten Waldgebiets bei Moskau; und einer Schule in Berlin – befragt die Filmemacherin Yulia Lokshina die politischen Bedingungen dieser Orte, der Bildungssysteme und der Schulpädagogik. 

Ausstellungsbegleitendes Schulprojekt
Unter der Leitung von Daria Schroth, Kulturvermittlerin sowie Kunst- und Theaterpädagogin, und Charaf Mohammed, Kulturpädagoge und Trainer der Utopiewerkstatt, wurde ausstellungsbegleitend ein umfangreiches Vermittlungsprogramm für lokale Schulen entwickelt. 
Das Schulprojekt soll die Kernfragen zu Ideologie, Raum und Widerstand als Forschungsfragen erweitern und in partizipative Formate übersetzen. Ab 19. Oktober wird ein Teil der Ausstellung Active Vocabulary sechs Wochen lang zum offenen Forschungs-, Lern- und Gemeinschaftsraum für rund 25 Schüler*innen im Alter von 17 bis 22 Jahren der Carlo Schmid Schule in Pforzheim. 
Gemeinsam entwickeln sie einen Raum zum Fragen, Diskutieren, Experimentieren und Handeln. 
Die Ausstellung wird dabei zum Ausgangspunkt für einen offenen Prozess, in dem sich die Jugendlichen mit Fragen von Meinungsfreiheit, Demokratie, Teilhabe, Identität und Zusammenleben auseinandersetzen. Es geht dabei nicht nur um Mitbestimmung, sondern vor allem um Selbstbestimmung. 
Demokratie nicht als Theorie, sondern als gelebte Praxis – als gemeinsamen Prozess des Zuhörens, Aushandelns, Zweifelns, Gestaltens und Handelns. Die Ergebnisse dieses ausstellungsbegleitenden Schulprojekts werden schließlich am 2. Dezember bei einem Jugendforum in den Ausstellungsräumlichkeiten im A.K.T. der Öffentlichkeit präsentiert.

Jugendforum am 2.12.2026 um 11 Uhr im A.K.T. Pforzheim
Junge Menschen zeigen als Gastgeber*innen, Impulsgeber*innen und Expert*innen ihre eigenen Erfahrungen mit den Ausstellungsinhalten und laden das Publikum ein, zu den Themen Meinungsfreiheit, Demokratie, Teilhabe, Identität und Zusammenleben zuzuhören, mitzudenken und sich auszutauschen. 
Zum Jugendforum eingeladen sind Schulen, Schüler*innen, Lehrkräfte, Bildungsakteur*innen, Eltern und alle Interessierte. Der Eintritt ist frei.
Das Jugendforum entsteht in Kooperation mit maybe tomorrow – Demokratie ist (k)eine Utopie!, einem Bildungsprojekt in Baden-Württemberg, das junge Menschen darin bestärkt, Selbstwirksamkeit zu erleben und demokratische Prozesse aktiv mitzugestalten.
 

Zur Künstlerin/Regisseurin

Yulia Lokshina, 1986 in Moskau geboren, lebt seit 1999 in Deutschland. In ihren Arbeiten beschäftigt sie sich mit Gemeinschaften, nicht-fiktionalen Erzählformen, Migration, Ideologien sowie sozialen und politischen Abhängigkeiten. Ihr Abschlussfilm an der HFF München „Rules of the assembly line, at high speed“ (2020) befasste sich mit Leiharbeit und Arbeitsmigration aus Osteuropa nach Westdeutschland sowie mit Fragen der gesellschaftlichen Teilhabe und des Klassenbewusstseins. 
Der Film wurde auf zahlreichen Festivals gezeigt und erhielt mehrere Auszeichnungen (u.a. Max-Ophüls-Preis für den besten Dokumentarfilm 2020, Preis der deutschen Filmkritik 2021, Megaherz-Studentenpreis beim Dokfest München 2020, Healthy Workplaces Award beim Doclisboa 2020). 
Im Sommer 2020 wurden ihre Filme und Videoarbeiten in der Einzelausstellung „Risikogruppen“ im A.K.T; in Pforzheim sowie in weiteren nationalen und internationalen Gruppenausstellungen gezeigt.
Im Jahr 2022 präsentierte das DocBuenosAires-Festival ein Showcase der Filme von Yulia Lokshina. 
Ihr Film „Active Vocabulary“ (2025) feierte auf der Dok Leipzig Premiere und wurde mit der Goldenen Taube ausgezeichnet. Der Spielfilm „Around Paradise“ hat im Panorama-Programm der Berlinale 2026 
Premiere gefeiert. 

Zum Künstlerischen Leiter
Janusz Czech hat Malerei, Grafik und konzeptionelle Kunst an der Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe sowie an der Akademie der Bildenden Künste in Wien studiert und schloss sein Studium 2014 als Meisterschüler von Gustav Kluge ab. Er ist Redaktionsmitglied beim philosophischen Wirtschaftsmagazin agora 42 und seit 2019 künstlerischer Leiter des städtischen Kunstraums A.K.T; in Pforzheim.
2021 erhielt er ein Stipendium der Cité Internationale des Arts des Paris und ein Arbeitsstipendium der Stiftung Kunstfonds. Seine Installation „Anarchie-Tektur“ wurde 2021 von der Sammlung der zeitgenössischen Kunst der Bundesrepublik Deutschland erworben. Zusammen mit Daria Schroth leitet er seit 2025 darüber hinaus den Kunstverein Pforzheim.

Zum Ausstellungsort

Der A.K.T; in Pforzheim ist ein Ort für gesellschaftliche Diskurse und ein interdisziplinäres Labor der Zukunft. Aktuelle Fragestellungen werden im A.K.T; aus dem Blickwinkel des Designs und der Kunst beleuchtet und die gesellschaftliche Relevanz von Kunst und Design sichtbar gemacht. Neben regelmäßigen Ausstellungen erforschen Studierende des Masterstudiengangs Design & Future Making der Hochschule Pforzheim im MADLAB Zukunftsfragen. Im EG und 1.OG ist das Café Roland beheimatet. Der A.K.T; ist Teil des Fachbereichs Kreativwirtschaft des Eigenbetriebs Wirtschaft und Stadtmarketing Pforzheim.

Weitere Informationen zu den Programmveranstaltungen finden Sie unter www.akate.de