Zum Inhalt springen
  • Bewölkt mit Aufhellungen: 51-84% 11 °C
  • Kontrast
  • Leichte Sprache

Vogelbrunnen, 1927

Max Kassube

Schmiedeeisen, grau gestrichen (Schmiedearbeit Karl Schmidt) 320 cm Durchmesser, Geschenk von Karl Schmidt, Sammlung Stadt Pforzheim

Der Vogelbrunnen ist ein exquisites Beispiel für die experimentierfreudige Formensprache des Art Déco. Entworfen wurde er von dem
Schnitzer, Bildhauer und Modelleur Max Kassube, der ab 1922 an der Kunstgewerbeschule in Pforzheim unterrichtete. 
Der Schlossergeselle Karl Schmidt schmiedete den kompletten Brunnen nach Kassubes Entwurf als Meisterstück und schenkte dieses der Stadt Pforzheim.
Der Brunnen sollte in einer kleinen Grünanlage an der Holzgartenstraße gegenüber des Städtischen Krankenhauses den Patientinnen und Patienten zur Zerstreuung dienen. 
Während des Luftangriffs 1945 und später durch Metalldiebe schwer beschädigt, wurde der Brunnen 1956 durch Karl Schmidt selbst restauriert. 
1970 kam er in eine Parkanlage in der Sachsenstraße. Nach mutwilligen Zerstörungen restauriert, ist er seit 1987 Mittelpunkt einer kleinen Ruheinsel in
der Zähringerallee. Ungewöhnlich ist das abstrakte, geometrische Muster des Geländers, das aus kantigen, gebogenen und gewellten Linien und Formen
besteht. Diese Ornamentik wiederholt sich in der Brunnensäule und acht in zwei Reihen angeordneten, mit gewellten Ornamenten verzierten Brunnenrohren.
Auf den Auslaufhähnen sitzen kleine Bronzevögel, die sich abwechselnd zum Trinken nach vorn beugen oder gerade auffliegen wollen. Die Brunnensäule krönt ein stilisierter Pelikan mit ausgebreiteten Schwingen. Der Pelikan wird häufig als Brunnenfigur verwendet. 
Er ist ein altes christliches Symbol für Jesus Christus oder allgemeiner interpretiert für Aufopferung und Nächstenliebe.

Max Kassube
1890 geboren in Göritz, Brandenburg / 1905 Lehre als Holz- und Elfenbeinschnitzer/ 1909–1914 Besuch der Unterrichtsanstalt des Berliner Kunstgewerbemuseums/ 
ab 1922 Lehrer an der Kunstgewerbeschule in Pforzheim / 1926 Ernennung zum Professor an der Kunstgewerbeschule Pforzheim /
ab 1926 künstlerischer Berater der Zunft »Turm« / 1945 zusammen mit Frau und Tochter beim Luftangriff auf Pforzheim gestorben